Sand- und Waterwerk Rettung auf den letzten Drücker in Simonswolde
Das Sand- und Waterwerk stand vor dem Aus. Überraschend fand sich ein neuer Vorsitzender. Wilfried Frerichs will den Job machen, benötigt aber Unterstützung.
Simonswolde - Das Sand- und Waterwerk wird weiterhin bestehen bleiben. Quasi in letzter Sekunde fand sich am Montagabend noch ein neuer Vorstand, ansonsten hätte es das Aus des Vereins bedeutet. Der bisherige Vorstand um Vorsitzende Erika Bongers hatte seit Monaten seinen Rückzug angekündigt. Es gestaltete sich auf der Jahreshauptversammlung im Februar dann jedoch sehr schwierig, neue Verantwortliche für die Einrichtung zu finden.
Auf einer erneut einberufenen Sitzung bekundete am Montagabend überraschend der weitestgehend unbekannte 51-jährige Auricher Wilfried Frerichs seine Bereitschaft, für den Vorsitz zu kandidieren. Er habe sich in der Vergangenheit immer wieder gerne beim Sand- und Waterwerk eingebracht. Er finde es „sehr supertoll“ und erhaltungswürdig. Wenn niemand den Vorsitz übernehmen wolle, dann sei er durchaus dazu bereit. Allerdings benötige er Informationen, was ihn erwarte und was es letztlich auch rechtlich für ihn bedeute. Bisher habe er mit Vereinsmeierei nie etwas zu tun gehabt und somit keinerlei Erfahrung. Dennoch habe er keine Angst vor den anstehenden Aufgaben. Er habe als Frührentner Zeit genug dafür.
Bürgermeister sichert Hilfe der Gemeinde zu
Ihlows Bürgermeister Arno Ulrichs sicherte ihm jede mögliche Unterstützung der Gemeinde Ihlow zu. Er ging noch einmal auf den Vorschlag von Landschaftsplaner Matthias Bergmann ein, zukünftig eine andere Aufteilung der Arbeit vorzunehmen. Die bisherige ehrenamtliche Arbeit könne so nicht weiter geleistet werden. Bei der bürokratischen und formalen Tätigkeit wolle die Gemeinde ein Stück mit reingrätschen und dort absichern. Zudem werde sie behilflich sein, Projekte zu beantragen, zu stützen und bei Veranstaltungen zu unterstützen. Dem, was der Weiterentwicklung auf dem Sand- und Waterwerk-Gelände diene, werde die Gemeinde nicht im Wege stehen. Sie hat ein großes Interesse daran, dass das gut weiterläuft, so der Bürgermeister.
„Ich habe mir im Vorfeld schon Gedanken gemacht und einige Ideen in meinem Kopf entwickelt“, sagte Frerichs. Das Sand- und Waterwerk solle mehr ausgelastet werden. Er möchte mehr Schulen und Bildung vor Ort haben und mehr Fördergeld generieren, um das Ganze noch mehr aufzuwerten, auszulasten und zu modernisieren. „Hier steckt wahnsinnig viel Potenzial drin“, sagt er. Was Erika Bongers und die anderen hier auf die Beine gestellt haben, „ist eine wunderbare Geschichte“, sagt Frerichs – wohl wissend, dass er in große Fußstapfen tritt.
Rückzug fiel Erika Bongers nicht leicht
Schließlich wurde er von der Mitgliederversammlung einstimmig zum neuen Vorsitzenden des Sand- und Waterwerks Simonswolde e. V. gewählt. Ihm zur Seite stehen Heike Post, 2. Vorsitzende, Cornelia de Boer, Kassenwartin, und Gerda Hinrichs als Schriftführerin.
Erika Bongers und ihren früheren Mitstreitern fiel hörbar ein Stein vom Herzen. Sie sei vom Gefühl her guter Dinge, dass die Einrichtung entsprechend weitergeführt werde. „Mir ging es in erster Linie darum, dass das Gelände der Öffentlichkeit erhalten bleibt und nicht vor sich hingammelt. Denn wir haben da viel Herzblut reingesteckt. Ich traue dem neuen Vorstand zu, dass er mit Energie und der Hartnäckigkeit, die ich immer an den Tag gelegt habe, ähnliches bewirken wird“, sagte Erika Bongers, die dem neuen Vorstand weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen will. Dass der neue Vorstand, jetzt einiges anders machen wird, sei völlig in Ordnung; es müsse jetzt ein „Cut“ stattfinden.
Der Rückzug sei ihr nicht leichtgefallen, sie habe jedoch nach ihrer Entscheidung viel Zeit gehabt, sich auf diesen Tag vorzubereiten, erklärte Erika Bongers. Einige Tränen seien dennoch bei ihr geflossen.