Formkrise beim SVG  Frust des SV Großefehn nach Heimdebakel

| | 17.03.2024 17:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Mienen der SVG-Spieler, allen voran die des Torwarts Timo Kuhlmann, verraten, was gerade passiert ist. Die Fehntjer kassierten soeben den dritten Treffer des SV Holtland zum vorentscheidenden 3:1 für die Gäste. Zwei SVH-Spieler bedanken sich beim Torschützen Daniel Diekmann (Zweiter von rechts). Foto: Stephan Friedrichs
Die Mienen der SVG-Spieler, allen voran die des Torwarts Timo Kuhlmann, verraten, was gerade passiert ist. Die Fehntjer kassierten soeben den dritten Treffer des SV Holtland zum vorentscheidenden 3:1 für die Gäste. Zwei SVH-Spieler bedanken sich beim Torschützen Daniel Diekmann (Zweiter von rechts). Foto: Stephan Friedrichs
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Wie die Großefehntjer Bezirksliga-Fußballer trotz deutlicher Überlegenheit vom abstiegsbedrohten SV Holtland vorgeführt wurden. Heimelf kassiert Treffer zur Unzeit.

Großefehn – Es gibt Tage, da laufen die Dinge anders als erhofft. Die Bezirksliga-Fußballer des SV Großefehn hatten sich am Sonnabend im Mühlenstadion einiges vorgenommen. Der Tabellenvierte wollten zu Hause gegen den abstiegsbedrohten SV Holtland nach der vorherigen 0:1-Heimpleite gegen TuS Middels die Machtverhältnisse wieder geraderücken. Ein Heimsieg war Pflicht. Daraus wurde nichts.

Nach Abpfiff tanzten die siegreichen Gäste in ihren schwarzen Trikots am Mittelkreis, während die Fehntjer Spieler, in Rot gehüllt, am Boden lagen oder stehend in den Himmel blickten. Fassungslos, denn sie hatten 2:4 verloren. Zu Recht, weil sie keine Mittel fanden, um die pfiffigen Holtlander zu bezwingen.

„Es steckt der Wurm drin“

Enttäuscht und sichtlich angefasst bekannte SVG-Trainer Bi Le Tran nach Spielende: „Bei uns steckt einfach der Wurm drin. Das frühe Gegentor hat Holtland in die Karten gespielt.“ Kaum war die Partie vor einer für Fehntjer Verhältnisse überschaubaren Kulisse mit vielen freien Stehplätzen hinter der Bande und Sitzen auf der Tribüne angepfiffen, da musste SVG-Torwart Timo Kuhlmann auch schon den Ball aus dem Netz holen. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein.

Was war passiert? Der SVH-Stürmer Daniel Diekmann schaltete beim ersten Angriff der Gäste blitzschnell und steckte den Ball in der Mitte in den Lauf von Steffen Busemann durch. Der Mann mit der Rückennummer acht setzte sich von seinen Bewachern ab und kam frei vor Torwart Kuhlmann zum Zuge. Ein präziser Flachschuss vorbei am herauseilenden Torwart. Gutes Handwerk. Holtland führte und Busemann sollte im Verlaufe der Partie zunehmend Freude am Toreschießen finden. Großefehn steckte aber den Dämpfer schnell weg und übernahm das Kommando. Mehr Spielanteile und Schüsse, aber keine Treffer, so lautete die ungenügende Zwischenbilanz. Die größte Möglichkeit hatte Mitte der ersten Hälfte Shawn King auf dem Fuß, als er von der Strafraumgrenze einen strammen Schuss absetzte. Es wäre wohl ein Tor des Tages geworden, wenn nicht SVH-Torwart Karsten Buss noch seine Finger im Spiel gehabt hätte.

Zwei Tore kurz der Pause

Als sich SVG-Fans schon mit einem Rückstand zum Pausenpfiff abgefunden hatten, da gelang SVG-Angreifer Tom Böhling nach feinem Zuspiel von Thomas Dirks doch noch der verdiente Ausgleich in der 44. Minute. Die Freude währte nur einige Sekunden, denn mit dem Gegenzug stellte Holtland wieder auf seinen Ein-Tore-Vorsprung auf 2:1 um. Erneut hatte Busemann getroffen.

Mit diesem Schlag in die Magengrube verabschiedeten sich die Fehntjer in die Kabine. Kopf in den Sand stecken, das war jedoch keine Option für Trainer Bi Le Tran und seine Spieler. Sie wollten das Spiel noch umbiegen. Das war nach dem Anpfiff zur zweiten Hälfte auf dem Grün sichtbar. Ein saftiger, tückischer Boden, der den einen oder anderen Pass nicht da ankommen ließ, wo der Empfänger vergeblich wartet. Das Drehbuch im zweiten Durchgang war einfach gestrickt. Großefehn drängte mit fast allen Feldspielern in die gegnerische Hälfte, lief sich aber fest in einen dichtgestaffelten Abwehrwall des Gegners. Vereinzelte Abschlüsse waren harmlos oder ungenau.

Gäste zelebrieren Konter

Besser machten es die Gäste. Sie warteten auf Kontermöglichkeiten. Und wenn sich diese boten, dann ging es schnell in Richtung SVG-Gehäuse. Mit Folgen. So wie in der 69. Minute, als sich Daniel Diekmann auf der rechten Seite auf und davon machte. Während sich die SVG-Abwehr noch in Gedanken mit einer Abseitsstellung beschäftigte, hatte der SVH-Stürmer bereits zum vorentscheidenden 3:1 getroffen. Hoffnung keimte wenig später für die Heimelf mit dem Treffer zum 2:3 auf. Ein Tor, das der zuvor eingewechselte Florian Koning aus dem Gewühl heraus erzielte. Zugleich das Signal für eine turbulente Schlussphase. Keine Frage, Großefehn drängte auf den Ausgleich, spielte optisch überlegen. Einbahnstraßenfußball, aber ohne Erfolg. Ein SVG-Stammgast auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: „Es kommt einfach nichts dabei heraus.“

Wie es geht, zeigten noch einmal die Holtlander in der fünften Minute der Nachspielzeit. Erneut mit einem blitzartigen Angriff, den, wer sollte es auch anders sein, Steffen Busemann mit seinem dritten Treffer zum 4:2-Endstand für Holtland abschloss.

Abpfiff. Tanzende Holtlander, versteinerte Mienen beim SVG. Und ein frustrierter SVG-Trainer, der meinte: „Manchmal ist man einfach machtlos. Der Mannschaft kann ich keinen Vorwurf machen. Sie hat alles versucht. Wir haben einige Fehler gemacht und zu wenige Chancen herausgearbeitet.“ Die nächste Chance für den ersten Sieg nach Ende Winterpause haben die Fehntjer am kommenden Sonntag. Dann gastieren sie beim abstiegsbedrohten FC Norden. Die Stammfans auf der SVG-Tribüne verließen verdrießlich das Mühlenstadion. Einer meinte: „Zum Glück haben wir eine gute Hinrunde gespielt, sonst müsste man sich wohl ernsthaft Sorgen machen.“

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