Adele-Tribute in Aurich Alternative zu teurem Originalkonzert
Wer die Hits von Adele live sehen will, muss weit reisen. Oder sich das Tribute anhören. Eine Mannheimer Sängerin riss mit den Songs von Adele das Publikum in Aurich mit.
Aurich - Warum nach München fahren, wenn man die Musik von Adele live mitten in Ostfriesland erleben kann? Das konnte sich so mancher Zuschauer am Sonnabend in Aurich fragen. Denn die „Hello – A Tribute to Adele“-Show mit der Mannheimer Sängerin Susanne Czech war absolut professionell und fantastisch. Mit ihrer Stimme begeisterte sie die rund 1000 Besucher. Die fünfköpfige Band sowie vier Streicher und die drei „Soul Sisters“ als Backgroundsängerinnen sorgten für ein großartiges Konzerterlebnis. Eine Tänzerin setzte ausdrucksstark und athletisch die Musik in Bewegungen um. Auf dem Programm standen alle großen Hits, von „Hello“ über „Skyfall“, „Set Fire to the Rain“ und als Highlight zum Schluss „Rolling in the Deep“. Das Publikum tanzte und klatschte ausgelassen mit und feierte die Musiker, die einem fast das Gefühl gaben, die „echte“ Adele stünde auf der Bühne.
Mit „Hello“ begrüßten die Musiker das Publikum in Aurich musikalisch unter den Augen von Adele auf der LED-Wand. Im eleganten blauen Abendkleid bewies Sängerin Czech von Anfang an, dass sie stimmlich dem großen Idol nicht nur gewachsen, sondern nahezu ebenbürtig ist. „Moin Aurich“, wird man von der echten Adele wohl nie hören, wohl aber von ihrer sympathischen Cover-Sängerin aus Mannheim, die beim Konzert auch kurze Informationen zu den Songs gab und die Zuhörer bei rockigeren Liedern wie „Rumour has it“ immer wieder zum Klatschen und Tanzen aufforderte.
Viel Gefühl und glamouröse Garderobe
„Wer von euch hat denn Karten für München?“, fragte Susanne Czech, und eine Besucherin riss die Arme hoch und jubelte freudestrahlend: „Ich!“ Und Czech erzählte, dass sie ebenfalls eine Karte ergattert habe. Dass sie für Adele schwärmt, drückte sich auch in ihrem Gesang aus. Viel Gefühl legte sie in die emotionalen Songs wie „Easy on me“, „Chasing Pavements“ und „When we were young“. Zu Letzterem wurden auf der LED-Wand Fotos aus ihrer eigenen Jugend gezeigt. Dreimal wechselte Czech im Lauf des Abends die glamouröse Garderobe: Nach der Pause erstrahlte sie im goldenen und für die Zugaben in einem paillettenbesetzten Abendkleid. Bis zum Schluss gab sie wirklich alles und erntete Jubel vom Publikum. Bei den Hits ließ sie auch mal nur das Publikum den Refrain singen, einige Teenies legten sich kreischend ins Zeug, aber die meisten sangen sehr schön im Chor, schwenkten Handylichter und Arme im Takt. Und bei „Rolling in the Deep“ als letzte Zugabe war die Stimmung frenetisch.
„Die echte Adele in München wäre mir viel zu teuer“, erzählte Frauke Albers aus Aurich den ON. Von dem Tribute-Konzert war sie restlos begeistert. Freundin Gaby Pfanne stimmte ihr zu: „Die hat echt eine tolle Stimme!“ Natürlich wären sie auch gern zu Adele gefahren, aber zum sehr teuren Ticket, „500 Euro hätte das in den vorderen Reihen gekostet“, wären ja auch noch Anreise und Hotel gekommen. „Hier in Aurich sind wir mit dem Fahrrad zum Konzert gefahren.“ Auch die Nortmoorer Eva und Rolf Fischer schwärmten, dass es wirklich ein „fantastisches Konzert“ war. Unter den Besuchern waren auch Niederländer und eine Familie aus der Nähe von Dresden, die das Konzert für einen Kurztrip nach Ostfriesland nutzte. Alle waren sich einig: Das Konzert in Aurich war eine sehr gelungene Alternative zum sehr teuren Trip nach München.