Verkehrswende  Auricher Verein macht im Fernsehen Druck für den Schienenverkehr

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 12.03.2024 13:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bürgermeister Horst Feddermann (links) im Gespräch mit Moderator Moritz Harms. Foto: Romuald Banik
Bürgermeister Horst Feddermann (links) im Gespräch mit Moderator Moritz Harms. Foto: Romuald Banik
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Seit Mitte der 1990er-Jahre kämpft der Verein „Aurich – ran an die Bahn“ für die Strecke Aurich-Abelitz. Jetzt wird die Linie Aufhänger für einen Fernseh-Themenschwerpunkt.

Aurich - Wer es mit der Reaktivierung der Bahnlinie Aurich-Abelitz ernst meint, der weiß: Jetzt ist die Zeit zum Handeln. Dank des Reaktivierungsprogramms des Landes ist nun die Chance vorhanden, wieder Personenzüge zwischen Aurich und Emden auf die Schienen zu bringen. Voraussetzung für den Erfolg ist aber, dass in Hannover bei der Landesregierung auch ankommt, dass in der Region ein großes Interesse an der Bahn besteht.

Helmut Wendt ist Vorsitzender des Vereins „Aurich – ran an die Bahn“. Er versteht sich auf Lobbyarbeit für die Strecke, arbeitet mit seinen Mitstreitern seit vielen Jahren daran, den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in der Region wieder aufzubauen. Zweimal schon hat der Verein es so ins Fernsehen geschafft: Das ZDF und auch RTL haben über Deutschlands größte Kreisstadt ohne eigenen Bahnhof berichtet. In dieser Woche hat Wendt ein weiteres Fernsehteam nach Aurich geholt. Diesmal wurde für den Nachrichtensender NTV gedreht.

Aurich neben Malente und Utrecht

Aurich wird in dem Beitrag, der zur Europawahl im Mai ausgestrahlt werden soll, Teil des Themenschwerpunktes „Verkehrswende“ werden. Aus vier Teilen besteht die Reihe unter dem Titel „Wie wollen wir leben“, erzählt Moderator Moritz Harms. Neben Energie, der Wohnungskrise sowie EU-Subventionen wird auch die Mobilität begutachtet.

Redakteur Nikolas Bielefeldt fährt mit seinem Team dafür weite Wege. Am Montag waren sie in Schleswig-Holstein. Dort wurde eine Strecke in Malente zunächst nur für den Draisinenverkehr wiederbelebt. Dort ist es mittelfristig aber angestrebt, wieder Personen auf der Schiene zu befördern. „Es geht auch noch nach Utrecht in den Niederlanden“, so Bielefeldt. Denn zur Verkehrswende gehöre ein Blick auf die Fahrradhauptstadt Europas dazu.

Interviewtermin beim Bürgermeister

Und schließlich Aurich. Er könne es nicht fassen, dass eine Stadt von der Größe Aurichs nicht an den Bahnverkehr angeschlossen ist. Daher habe er sich entschlossen, den Kampf von „Aurich – ran an die Bahn“ als Aufhänger für den Themenschwerpunkt „Verkehrswende“ zu nutzen.

Begonnen haben die Dreharbeiten allerdings am Dienstag nicht an den alten Gleisen entlang der Emder Straße. Die erste Klappe fiel im Auricher Rathaus im Büro von Bürgermeister Horst Feddermann. Moderator Moritz Harms ließ sich von Feddermann die derzeitige Situation schildern. Dazu gehört sicherlich auch der Stand der Machbarkeitsstudie, die im Auftrag des Landkreises Aurich derzeit erstellt wird, aber noch nicht vorliegt. Dazu gehört aber auch die Resolution die der Rat im November einstimmig verabschiedet hat. Darin befürwortet der Rat die Reaktivierung der Strecke und bittet das Land Niedersachsen um die Berücksichtigung der Strecke Aurich-Abelitz.

Land entscheidet im Herbst über die Zukunft der Auricher Bahn

Nach dem Interview ging es nach draußen. Thomas Gehrke, Vorstandsmitglied bei „Ran an die Bahn“, führte das Kamerateam zur Bahnstrecke, die derzeit nur für Güterverkehr genutzt wird. Er zeigte das Gelände an der Sparkassen-Arena, auf dem ein neuer Haltepunkt gebaut werden könnte und erläuterte, was dafür nötig sei.

Klappern gehört zum Handwerk. Ob sich der Aufwand mit den Fernsehteams gelohnt hat, wird sich wohl bereits im Herbst zeigen. Dann wird der parlamentarische Lenkungskreis in Hannover entscheiden, welche der momentan 21 Strecken, die geprüft werden, eine Stufe weiterkommen. Diese Strecken müssen nun die Nutzwertanalyse durchlaufen. Dabei wird geklärt, welcher Finanzbedarf für die Bahnlinien besteht.

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