Wahl in Kirchengemeinden  Neue Online-Abstimmung oft genutzt

Thomas Dirks
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Von Thomas Dirks
| 11.03.2024 18:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In der größten Brookmerlander Kirchengemeinde Marienhafe beteiligten sich 767 von 3432 Wahlberechtigten (22,35 Prozent) an der Kirchenvorstandswahl. Foto: Thomas Dirks
In der größten Brookmerlander Kirchengemeinde Marienhafe beteiligten sich 767 von 3432 Wahlberechtigten (22,35 Prozent) an der Kirchenvorstandswahl. Foto: Thomas Dirks
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Die Beteiligung an der Kirchenvorstandswahl im Kirchenkreis Norden lag bei 22,4 Prozent. Der Brookmerlander Ort Siegelsum war ganz vorne dabei.

Brookmerland/Norden Als ein „ermutigendes Zeichen für die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher“ hat Christian Neumann, Superintendent des Kirchenkreises Norden, zu dem auch die fünf lutherischen Kirchengemeinden des Brookmerlandes gehören, den Ausgang der jüngsten Kirchenvorstandswahl gewertet. Er danke allen, die sich zur Wahl gestellt haben, so Neumann. Die Gewählten könnten gestärkt in die kommenden sechs Jahre gehen, in denen weitreichende und nicht immer einfache Entscheidungen für die Gemeinden anstünden“, so der leitende Geistliche des Kirchenkreises.

Bei der Wahl am Sonntag hatten sich mehr Kandidierende als erwartet aufstellen lassen. Das Mindestalter der Kandidierenden war auf 16 Jahre herabgesetzt worden, sodass auch Jugendliche die Möglichkeit hatten, sich in den Kirchenvorstand ihrer Gemeinde wählen zu lassen. Die Zahl der Wahlberechtigten Gemeindeglieder lag bei 33.107 Personen. Das waren deutlich weniger als noch vor sechs Jahren (37.330 Wahlberechtigte). Als Gründe für den Rückgang werden der demografische Wandel und die Zahl der Kirchenaustritte vermutet.

Insgesamt gingen 7416 der Wahlberechtigten (22,40 Prozent) zur Wahl. Vor sechs Jahren lag die Wahlbeteiligung bei 12 Prozent. Die erstmals angebotene Onlinewahl und die Tatsache, dass die Landeskirche den Wählern alle Wahlunterlagen bereits mit der Wahlbenachrichtigung zugeschickt hatte, und eine Briefwahl nicht gesondert beantragt werden musste, mögen zu diesem „erfreulichen Ergebnis“ beigetragen haben, teilte die für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Norden zuständige Pastorin Marika Cuno mit.

Im Brookmerland wurden gewählt:

Kirchengemeinde Leezdorf: Else Bontjes, Karin Lienemann, Andreas Ommen, Katja Ripken, Antje Sieverding, Hans-Reiner Stroman, Gertraud Strube.

Kirchengemeinde Marienhafe: Johanne Dannholz, Matthias Gottwald, Maike Janssen, Monika Müller-Fromm, Heiko Poppinga.

Kirchengemeinde Osteel: Angela Neuland, Andreas Pflüger, Dr. Jan Detterer (Tierarzt).

Kirchengemeinde Rechtsupweg: Udo Ahrends, Fabian Janssen, Anke Pabst, Gertraude Vogel.

Kirchengemeinde Siegelsum: Hero Rewerts, Matthias Rewerts, Helga Thaden.

Von den Wahlberechtigten waren 223 (3,01 Prozent) unter 18 Jahren alt. Online wählten 1932 (26,05 Prozent), per Briefwahl 5116 (68,99 Prozent) und 368 (4,96 Prozent) nahmen an der Urnenwahl teil. Sogar aus dem fernen Australien sei gewählt worden. Eine 16-jährige Wahlberechtigte, die sich zurzeit während eines Auslandsjahres dort aufhält, ließ es sich nicht nehmen, an der Wahl, bei der sich auch ihr Vater hatte aufstellen lassen, teilzunehmen.

Die höchste Wahlbeteiligung wurde auf der Insel Baltrum mit 53,72 Prozent erzielt, gefolgt von Nesse (48.46 Prozent) und Siegelsum (45,45 Prozent).

116 Personen stellten sich im Kirchenkreis Norden zu Wahl, davon waren 51,72 Prozent weiblich und 48,28 Prozent männlich. Gewählt wurden insgesamt 98 Personen, davon 53,06 Prozent Frauen und 46,94 Prozent Männer. Durch noch auszusprechende Berufungen wird sich die Zahl der Kirchenvorsteher noch erhöhen.

Erfreulich sei auch die Zahl der Wiedergewählten, die bei 71,43 Prozent lag. Ein Zeichen dafür, dass die wahlberechtigten Gemeindeglieder zufrieden sind mit der Arbeit ihrer aktuellen Kirchenvorsteher.

Das Durchschnittsalter der gewählten Kandidierenden beträgt laut Cuno 54 Jahre. Der jüngste Gewählte ist Fabian Janssen mit 22 Jahren und wird künftig dem Kirchenvorstand Rechtsupweg angehören. Der älteste Gewählte ist Wilfried Kebekus mit 76 Jahren und wird künftig dem Kirchenvorstand Norddeich angehören.

Laut Landesbischof Ralf Meister stellten sich in der Landeskirche etwa 7400 Menschen zur Wahl. 68 Kandidatinnen und Kandidaten waren jünger als 18 Jahre, zwei Kandidaten traten im Alter von 88 Jahren an. Er kenne keine andere zivilgesellschaftliche Organisation, die in ihren Leitungsgremien ein solches Altersspektrum abbilde, berichtete Meister erfreut.

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers ist mit rund 2,3 Millionen Mitgliedern in 1219 Gemeinden zwischen dem Landkreis Göttingen und der Nordsee die größte evangelische Landeskirche in Deutschland. Die Amtseinführung der neuen Kirchenvorstände findet im Mai und Juni in Gemeindegottesdiensten statt.

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