Hannover  Mehr Messergewalt: Waffenverbotszonen würden helfen

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 11.03.2024 15:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Auch in Niedersachsen wird bei Gewaltdelikten immer häufiger ein Messer gezückt. Foto: Roland Halkasch/dpa-Zentralbild/dpa
Auch in Niedersachsen wird bei Gewaltdelikten immer häufiger ein Messer gezückt. Foto: Roland Halkasch/dpa-Zentralbild/dpa
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Die Zahl der Straftaten in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Die Gründe sind vielfältig. Was hilft? Es braucht auch mehr Kompetenzen für die Polizei.

Die gute Nachricht vorweg: Niedersachsen ist nach wie vor ein Bundesland, in dem wir uns sicher fühlen können. Es besteht kein Grund zur Panik, zu einer erhöhten Wachsamkeit aber sehrwohl.

Denn zur Wahrheit gehört auch, dass die Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft zunimmt. Das spiegelt sich in den Statistiken wider. So ist die Zahl der Straftaten in Niedersachsen laut Innenministerium im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Wir leben in unruhigen und wirtschaftlich angespannten Zeiten und erleben einen steigenden Druck auf unsere Gesellschaft durch Migration.

Hinzu kommt, dass in gewissen Milieus nicht lange gefackelt wird. Nicht umsonst liegt bei den Messerangriffen der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen mit 41 Prozent über dem Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an der Gesamtkriminalität (31 Prozent).

Auch die „Corona-Delle“ bei Straftaten ist endgültig vorüber. Die Menschen sind wieder mehr unterwegs und seltener zu Hause, das schlägt sich auch in der Kriminalitätsstatistik nieder. Und manche Jugendliche holen jetzt offenbar nach, was während Corona nicht ging und schlagen entsprechend über die Stränge.

Überhaupt wird der Umgangston rauer. Was in sozialen Netzwerken an der Tagesordnung ist, scheint nach und nach auch ins wirkliche Leben herüberzuschwappen. Beleidigungen werden schamlos ausgesprochen, der Respekt gegenüber Polizisten und Rettungskräften geht zusehends verloren.

Konflikte werden häufiger mit Gewalt ausgetragen, schnell wird ein Messer gezückt.

Integration, schulische Bildung, Teilhabe, Zugehörigkeit, Zusammenhalt und Wohlstand: All das hilft präventiv gegen Gewalt, reicht aber nicht.

Es braucht mehr Durchgriffsrechte für die Ordnungsbehörden. Während die Täter die gesamte Kriminalitäts-Klaviatur beherrschen, sind der Polizei sowie dem Verfassungsschutz etwa durch datenschutzrechtliche Beschränkungen enge Grenzen gesetzt.

Auch das Einrichten von Waffenverbotszonen zum Beispiel rund um Bahnhöfe und in Innenstädten könnte helfen. Entsprechende Schilder mögen auf den ersten Blick irritierend wirken, allerdings bekommen Polizei und Ordnungsämter in solchen Zonen mehr Möglichkeiten bei Kontrollen.

Nicht zuletzt braucht es schnellere Strafverfahren: Nur wenn die Strafe unmittelbar folgt, erzielt sie auch eine abschreckende Wirkung.

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