Kastration von Katzen „Im Bereich Aurich gibt es noch viel zu tun“
In Ihlow wird gegen den Katzenjammer gekämpft: Im Interview erklärt Sonja Lindemann vom Verein Aktive Tierfreunde Norden, warum Kastration von Streunerkatzen wichtig ist.
Ihlow - Freilaufende Katzen müssen kastriert werden. Das schreibt die Gemeinde Ihlow vor. Doch was ist mit den Tieren, für die sich keiner zuständig fühlt? Streunerkatzen und Bauernhofkatzen sollen jetzt kastriert werden. Der Verein Aktive Tierfreunde Norden organisiert dazu eine Kastrationsaktion in der Gemeinde. Das Geld dafür hat der Verein von der Windkraft Ihlow Stiftung erhalten. Wie viel Katzenjammer lässt sich mit Hilfe der Spende von 3000 Euro beenden? Das erklärt Sonja Lindemann vom Verein Aktive Tierfreunde im Interview.
Ostfriesische Nachrichten: Frau Lindemann, der Tierschutzverein Aktive Tierfreunde hat für eine Kastrationsaktion für Streuner- und Bauernhofkatzen in Ihlow eine Spende der Windkraft Ihlow Stiftung bekommen. Warum sind solche Kastrationsaktionen so wichtig?
Sonja Lindemann: Leider gibt es immer noch viele unkastrierte Katzen, deren Nachwuchs kein Zuhause findet. Diese Katzen leiden oft unter Krankheiten und Parasiten und streunen hungrig umher. Sie belasteten Privatpersonen, denen sie zulaufen und am Ende die Tierschutzvereine, die sich um diese Tiere kümmern. Besonders auf Höfen, aber auch bei einigen Privatpersonen fehlt die Einsicht für die Notwendigkeit einer Kastration.
Wer kann sich für die Kastrationsaktion melden?
Lindemann: Jeder, der Streunerkatzen in seiner Umgebung beobachtet.
Hilfe für Ihlower Streunerkatzen
Wem in der Gemeinde Ihlow eine Freigänger-Katze ohne erkennbaren Halter zuläuft, der kann sich über die Kastrationsaktion Hilfe holen.
Infos gibt es werktags von 19 bis 20 Uhr unter Tel. (0171) 9288718 und per Mail an: Vorstand@aktive-tierfreunde.net.
Neben der Kastration gibt es auch die von der Gemeinde Ihlow vorgeschriebene Kennzeichnung. Dafür hat das Haustierregister Tasso die Transponder für diese Aktion gespendet.
Wie weit kommt man denn mit einem Betrag von 3000 Euro?
Lindemann: Unser Verein gibt weitere 2000 Euro dazu und wir hoffen, dass wir mindestens 50 Tiere kastrieren lassen können. Manchmal geben Menschen auch noch eine Spende dazu, weil sie froh sind, dass ein zugelaufener Streuner durch uns kastriert wird.
Es gibt ja auch immer wieder Geld vom Land für Kastrationen, reicht das nicht?
Lindemann: Nein. Als die letzte landesweite Aktion im November 2023 stattfand, hatten wir 50 Katzen eingefangen und kastrieren lassen. Dann war das Geld verbraucht. Von Januar bis Ende Februar hatten wir aus eigenen Mitteln eine Kastrationsaktion für den Landkreis Aurich durchgeführt und in dieser Zeit 70 Katzen kastrieren lassen. Im Bereich Aurich gibt es noch sehr viel zu tun. Im Norder Bereich gibt es meist außerhalb von Höfen nur noch vereinzelt Streuner.
Wenn die betroffenen Katzen kastriert sind, wer kümmert sich dann weiter?
Lindemann: Die Anwohner, denen die Katzen aufgefallen sind und die sie vielleicht auch schon gefüttert haben, füttern meist weiter.
Ist denn ein Ende des Katzenjammers absehbar?
Lindemann: Ein Ende nicht, aber eine deutliche Reduzierung des Problems schon. Wenn mehr Menschen ihre Tiere rechtzeitig kastrieren lassen würden, würde es weniger unerwünschten Nachwuchs geben. Die Gemeinden, die eine Kastrationspflicht haben, schreiben immer häufiger Katzenhalter an und fordern sie unter Androhung eines Bußgeldes auf, ihrer Pflicht nachzukommen und die Katzen kastrieren zu lassen und dieses nachzuweisen. Das ist auf jeden Fall hilfreich, besonders bei Menschen, die Tiere sammeln.