Gewerbegebiet Riepe Neues Wasserwerk für Tierfutterfabrik
Der Wasserverbrauch ist im Gewerbegebiet Riepe stark gestiegen. Deshalb will der OOWV reagieren. Schon bald sollen erste Bohrungen stattfinden.
Ihlow - Ein neues Wasserwerk soll in Riepe gebaut werden. Noch in diesem Monat soll ein erster Versuchsbrunnen gebohrt werden. Das teilt der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) jetzt mit. Damit soll dem wachsenden Bedarf im Gewerbegebiet Riepe Rechnung getragen werden. Das neue Wasserwerk soll am 1. Querweg gebaut werden. Nach dem Bohren des Versuchsbrunnens ist im Mai ein Pumpversuch vorgesehen, bei dem zunächst 80 Kubikmeter Wasser pro Stunde gefördert werden sollen.
Konkret soll das neue Wasserwerk laut der Mitteilung das schnell wachsende Unternehmen Landguth Heimtiernahrung mit Wasser versorgen. Nach Firmenprognosen soll der Trinkwasserbedarf weiter zunehmen. Aus dem vorhandenen Leitungsnetz am Rande des OOWV-Versorgungsgebiets ist dies nicht mehr abzudecken und würde zudem die aus den Wasserrechten zur Verfügung stehende Wassermenge für die Versorgung der Region zu stark einschränken. Andere Ansätze wie zum Beispiel Speicher, die das Unternehmen nachts, außerhalb der Verbrauchsspitzen füllt und über den Tag nach Bedarf leert, werden bereits ausgeschöpft.
Knapp eine Million Kubikmeter Wasser im Jahr
Bereits vor zwei Jahren hat der OOWV damit begonnen, zwei neue Standorte für Wasserwerke zu untersuchen. Damals war mit den wasserrechtlichen Verfahren und Voruntersuchungen noch nicht begonnen worden. OOWV-Sprecher Heiko Poppen betonte aber im November 2022, dass die Zeit dränge. Denn der OOWV war schon damals in Riepe an die Grenzen geraten. Um Wasser aus dem Grundwasser zu entnehmen, bedarf es eines sogenannten Wasserrechtes. Das gibt es für das neue Werk in Riepe allerdings immer noch nicht, wie OOWV-Sprecherin Sonia Voigt in der jüngsten Mitteilung schreibt. Der OOWV beabsichtige, für Riepe ein Wasserrecht in Höhe von 0,95 Millionen Kubikmetern pro Jahr zu beantragen. Zum Vergleich: Im Wasserwerk Marienhafe in Siegelsum, einem seiner kleinsten Festland-Wasserwerke, fördert der OOWV 4,5 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich.
Die bei der Grundwasserförderung kleineren Umfangs in Riepe gewonnenen Erkenntnisse über den Untergrund und die Wasserwerte am Standort nützen dem OOWV zugleich in seinem Projekt zur Grundwassererkundung. Dieses ist angesichts des steigenden Wasserbedarfs im Nordwesten sowie fast ausgeschöpfter Wasserrechte angelaufen, an verschiedenen Stellen des Verbandsgebiets. Die Daten aus Riepe helfen, Untergrund- und Grundwasserströmungsmodelle zu überprüfen und verfeinern.
Wasserentnahme kommt an Grenzen
Die Wasserwerks-Pläne in Riepe sind laut Voigt mit den Stadtwerken Emden abgestimmt, deren Wasserschutzgebiet im OOWV-Verbandsgebiet liegt. Beide Wasserversorger, die aus demselben Grundwasserkörper schöpfen, haben kürzlich einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Wie die darin vereinbarte enge zukünftige Zusammenarbeit ausgestaltet werden kann, wird aktuell in Form einer Machbarkeitsstudie geprüft. Gemeinsames Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung in Emden sowie im OOWV-Gebiet sicherzustellen und dazu bei der Erkundung des verfügbaren Grundwasserdargebots und darüber hinaus Synergien zu nutzen.
Der OOWV kann in seinem Verbandsgebiet jährlich rund 100 Millionen Kubikmeter Wasser fördern. 15 Prozent dieser Menge gelten als Reserve. Doch schon 2022 wurden in dem Versorgungsgebiet, das sich über die Landkreise Aurich, Wittmund, Friesland, Ammerland, Oldenburg, Cloppenburg, Vechta und Wesermarsch erstreckt, mehr als 80 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr verbraucht. Durch steigende Verbräuche in Haushalten, in der Landwirtschaft und in der Industrie kommt die Wasserentnahme an ihre Grenzen.
Schnell Abhilfe zu schaffen ist dabei auch für den OOWV nicht immer möglich, wie Heiko Poppen erklärte. Denn die nötigen Untersuchungen und die Genehmigungsverfahren für ein neues Wasserwerk können bis zu 20 Jahre in Anspruch nehmen. Weniger aufwendig sei die Prüfung, wenn man ein kleines Wasserwerk baue, dass explizit für ein oder zwei Unternehmen in Betrieb genommen werde und nicht eine ganze Region versorgen müsse.
Alternativ beschäftigt sich der OOWV auch seit einigen Jahren bereits damit, Gewerbegebiete mit gereinigtem Brauchwasser zu versorgen. Das ist zum Beispiel in Nordenham der Fall. In Riepe aber war das keine Option, weil Landguth einen Antrag für Trinkwasser gestellt hatte.
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