Osnabrück  Wer schlägt wen? Mit Trump gegen Biden stehen die USA vor einer Schicksalswahl

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 06.03.2024 12:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Biden und Trump an Grenze zu Mexiko Foto: picture alliance/dpa/AP/Eric Gay/Evan Vucci
Biden und Trump an Grenze zu Mexiko Foto: picture alliance/dpa/AP/Eric Gay/Evan Vucci
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Nach dem Super Tuesday ist das Rennen ums Weiße Haus zwischen Donald Trump und Joe Biden endgültig eröffnet. Der Wahlkampf dürfte so brutal wie schmutzig werden.

Ein Großteil der US-Amerikaner hat laut Umfragen zwar kein Interesse an einem zweiten Duell zwischen Donald Trump (77) und Joe Biden (81) um den Einzug ins Weiße Haus; vielen gilt es als Wahl zwischen Pest und Cholera – der eine ist zu alt und tattrig der andere zu irrlichternd und unseriös. Nun aber läuft es genau auf diese Zuspitzung hinaus.

Nach den Vorwahlergebnissen des Super Tuesday ist Donald Trump die Nominierung als republikanischer Präsidentschaftskandidat nicht mehr zu nehmen. Und den Demokraten mangelt es ohnehin an einer Alternative zum Amtsinhaber, der aber mit stetig sinkenden Umfragewerten zu kämpfen hat. Ausgerechnet im Wahljahr verliert die einstige Lichtgestalt ihre Strahlkraft.

Im Gegenzug sonnt sich Trump in soliden Zustimmungswerten. Die anhängigen Gerichtsverfahren haben seiner Popularität bei seinen Anhängern bislang nicht geschadet. Und auch die Entscheidung des Supreme Court, wonach der Ex-Präsident nicht von weiteren Vorwahlen ausgeschlossen werden darf, spielt selbigem in die Karten.

Gleichwohl wäre es verfrüht, Trump schon heute als sicheren Sieger bei der Präsidentschaftswahl Anfang November auszurufen. Denn es ist offen, ob all jene gemäßigten Republikaner, die bei den Vorwahlen der nun aus dem parteiinternen Rennen ausgestiegenen Nikki Haley ihre Stimme gegeben haben, ohne weiteres auf Trump umschwenken; wichtige Stimmen könnten ihm also am Ende fehlen. Im Jahr 2019 war das Rennen um das Präsidentenamt bekanntlich denkbar knapp.

Für beide Parteien wird es in den kommenden Monaten darum gehen, möglichst viele aus dem riesigen Reservoir der unentschlossenen Wähler zu gewinnen. Innen- wie außenpolitisch ist für die USA die Lage volatil, unvorhergesehene Ereignisse können die öffentliche Meinung also kurzfristig und nachhaltig beeinflussen. Was sie daraus machen, haben die Kandidaten in der Hand.

Ein Präsidentschaftsanwärter muss die Klaviatur populistischer Vereinfachung ebenso bedienen können wie die Ansprüche liberaler Intellektueller. Er muss rumpeln können wie Trump und die Versachlichung politisch kontroverser Themen beherrschen wie Biden.

Der nun anlaufende Wahlkampf verspricht giftig zu werden, persönliche Diffamierungen eingeschlossen. Werden sich die Bürger blenden lassen? Von einer Schicksalswahl für die USA zu sprechen, scheint nicht abwegig – und auch für die europäische Politik hätte eine zweite Amtszeit von Donald Trump wohl Konsequenzen.

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