Urteil am Landgericht Aurich Kinder schwer misshandelt – Mutter muss ins Gefängnis
Ihre drei Töchter erlebten in Emden jahrelang die Hölle auf Erden. Nun muss eine 46-Jährige wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen ins Gefängnis.
Aurich/Emden - Sie soll ihre drei Töchter jahrelang geschlagen, mit dem Steakmesser geritzt, gefesselt in den Keller gesperrt, sexuell missbraucht und im Bordell abgeliefert haben: Wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Vergewaltigung hat das Landgericht Aurich eine 46-Jährige aus Glinde bei Hamburg zu einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt.
Ihr mitangeklagter Ex-Mann und Vater der Kinder, ein 44-jähriger Emder, erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Die Vorfälle trugen sich zwischen 2011 und 2016 in Emden zu. Die Kinder waren zu Beginn der Taten acht, neun und zehn Jahre alt.
„An guten Tagen durften wir zur Schule“
Eine der Töchter hatte als Zeugin im Prozess geschildert, wie sie täglich frühmorgens gemeinsam zur Wohnung der 44-jährigen Cousine der Mutter gefahren seien, wo sie hätten putzen müssen. Sie sei die Chefin ihres Vaters und Geldgeberin der Familie gewesen. „An guten Tagen durften wir zur Schule, sonst mussten wir draußen warten, bis wir etwas erlaubt bekamen“, sagte sie über eine Kindheit, in der jeder Toilettengang erbeten werden musste und es abends oft kein Essen gab.
Um das Jahr 2013 herum, berichtete die Zeugin weiter, seien ihnen von der Mutter nahezu täglich die Hände mit Kabelbindern auf den Rücken gefesselt worden. Sie hätten dann teils bis abends im dunklen Keller ausharren müssen. Das Martyrium der Mädchen endete 2016, als die Mutter die heute 24-Jährige im Alter von 15 Jahren in ein Emder Bordell brachte.