Proteste der Bürger Neugestaltung des Dorfplatzes – Leezdorfer sprechen von Ostfriesenwitz
Die Anlieger des Sträkwegs in Leezdorf lehnen die geplante Neugestaltung des Dorfplatzes ab. Was sie am meisten stört.
Leezdorf - Widerstand gegen die geplante Neugestaltung des Dorfplatzes in Leezdorf kommt von den Anliegern des Sträkwegs. In einem Brief an Bürgermeisterin Gisela Riesebeck (SPD) und Gemeindedirektor Gerhard Ihmels machen sie ihrem Unmut Luft. Hauptkritikpunkt ist der vorgesehene Busparkplatz vor dem Müllerhaus und die damit verbundene Verkehrsbelastung des Sträkwegs.
Zur Erinnerung: Knapp 600.000 Euro soll die Neugestaltung des Dorfplatzes in Leezdorf kosten. Diese Summe nannte Leezdorfs stellvertretender Gemeindedirektor und Brookmerlander Bauamtsleiter Jochen Behrends im vergangenen Dezember in der Sitzung des Leezdorfer Rates, der mit den Stimmen von SPD, Grünen, BWG und CDU endgültig grünes Licht für das Vorhaben gab.
Nach massiver Kritik des Heimatvereins Leezdorf und der Drohung der BWG/CDU-Gruppe mit einem Bürgerbegehren war das von einer Arbeitsgruppe der Dorfregion Brookmerland erstellte Umgestaltungskonzept für den Dorfplatz zuvor überarbeitet worden (wir berichteten).
Inhaltlich forderte der Heimatverein, dass der Blick auf die Mühle nicht versperrt werden dürfe. Zudem fürchteten seine Vertreter, dass Veranstaltungen wie das Dorf- und Mühlenfest und Treckerkorsos nicht mehr wie gewohnt stattfinden könnten. Auch Parkplätze für Autos und Busse seien wichtig.
Umbau der Straße soll 15.000 Euro kosten
Busse sollen das Mühlengelände künftig über den Sträkweg anfahren und in einer Bucht direkt vor dem Müllerhaus halten können. Den Sträkweg dafür umzugestalten, kostet laut Behrends 15.000 Euro. Vor allem gegen diesen Teil des Plans protestieren die Anlieger des Sträkwegs. „Dies erfordert, dass Busse auch unsere schmale Straße passieren müssen“, heißt es in vom insgesamt 14 Anwohnerinnen und Anwohnern unterzeichneten Schreiben.
Im Juni 1991 hätten sie per Ablösevereinbarung mit der Samtgemeinde vereinbart, dass der damalige Privatweg in Abstimmung mit ihnen verkehrsberuhigt ausgebaut werde. Die dafür benötigten Flächen hätten die Grundstückseigentümer zur Verfügung gestellt und einen Eigenanteil von zehn Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche gezahlt.
Der Bau eines Bürgersteigs sei damals nicht möglich gewesen. Stattdessen sei ihnen erlaubt worden, Privatfahrzeuge in der Straße zu parken, was zur Verkehrsberuhigung beitrage.
Anlieger befürchten Einschränkungen
Künftig könnte dies zu Problemen führen, wenn Busse passieren sollen, so die Anlieger. Sie befürchten, dass Verkehrsregelungen getroffen werden könnten, die das Parken einschränken und für sie „erhebliche Nutzungseinschränkungen“ bedeuten könnten. Daher lehnten sie die Umgestaltung des Sträkwegs ab.
Nicht nachvollziehbar sei, warum Busse künftig nicht mehr direkt von der Kreisstraße auf den Dorfplatz fahren und dort parken sollen. „Seit Anlegung des Dorfplatzes war dies gängige Praxis“, schreiben die Anlieger. Vor etwa 20 Jahren sei dafür sogar eigens der Bordstein abgesenkt worden. Die neuerliche Planung halte man für eine „Fehlplanung“, die nicht zu begründen sei.
Werde sie umgesetzt, müssten Busse die Kreisstraße „Am Sandkasten“ verlassen und entweder über den Adeweg oder den Berer Weg zum Busparkplatz fahren und diesen über den Junkerswegs wieder in Richtung Kreisstraße verlassen. „Uns kommt die geplante Neuregelung einem Ostfriesenwitz gleich“, heißt es in dem Brief an Bürgermeisterin und Verwaltungschef.