Demo in Aurich Weiter gegen Rechtsextremismus
Nach einer bundesweiten Protestaktion gegen rechts am 30. Januar gab es nun eine weitere Kundgebung. Darum geht es den Organisatoren der „Montagsdemos“ in Aurich.
Aurich - Gegen Hass und Hetze: Unter diesem Motto versammelten sich zwischen 80 und 90 Demonstranten am Montagabend auf dem Auricher Marktplatz. Auf der Demo sprachen Jörg Köhler, Organisator und Mitglied von „Aurich zeigt Gesicht“ und der „Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Aurich“, Heike-Maria Pilk vom Europahaus Aurich, Heidrun Weber (GfA) und Gila Altmann (Bündnis 90/Die Grünen). Außerdem beteiligten sich die „Omas gegen Rechts“, die kürzlich eine Auricher Gruppe gründeten. Köhler zeigte sich positiv überrascht von der Resonanz auf den Demo-Aufruf. „Wir haben mit 30 bis 40 Menschen gerechnet“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung.
Die Demos sollen mehr sein, als nur Flagge für die Demokratie zu zeigen, sagte Köhler. Sie soll dazu dienen, „die Demokratie zu verteidigen“. Am schlimmsten sei die immer weiter wachsende AfD. „In einigen Bundesländern darf man diese Partei ja inzwischen als rechtsextrem bezeichnen. Juden und Jüdinnen zittern inzwischen. Auch Behindertenverbände schlagen bereits Alarm. Da versuchen einige, den Staat zu zerstören. Das sage ich in aller Deutlichkeit.“
Die AfD sei demokratiefeindlich und strebe eine andere Staatsform an, sagt Köhler – mit Verweis auf die Berichte des Recherche-Netzwerks Correctiv, „Geheimplan gegen Deutschland“ vom 10. Januar. Demnach sei eine Abschiebung von mehreren Millionen Menschen bei einem Treffen mit unter anderem Mitgliedern der AfD erörtert worden. „Dann funktioniert unser Land aber nicht mehr“, so der Demo-Organisator. Zuletzt hatten sich Ende Januar knapp 3000 Menschen zu einer großen Kundgebung gegen Rechtsextremismus auf dem Auricher Marktplatz versammelt. Es war Teil von bundesweiten Protesten, die sich insbesondere gegen die AfD richteten. Im kleineren Rahmen soll nun in Aurich immer montags demonstriert werden.
Demos sollen entspannt bleiben
Dabei sollen insbesondere junge Menschen durch die Demos zum Wählen animiert werden. Köhler will mit den ab sofort für jeden Montag um 19.30 Uhr am Sous-Turm auf dem Marktplatz geplanten Proteste „Fahne für die Demokratie zeigen“. Das laufe erst einmal bis Ende März. Dann wolle er ein Zwischenfazit ziehen und entscheiden, wie es weitergeht. Doch sollten Ende März nur noch wenige Leuten demonstrieren, sei das Projekt nicht mehr wirkungsvoll. „Dann müssen wir uns was anderes überlegen.“
Der Hintergrund der Demos sei sehr ernst. Trotzdem versucht Köhler, die Veranstaltungen etwas lockerer zu gestalten. Die Demo wurde bei ihrem Debüt am Montag vom Drehorgelspieler Heinz-Wilhelm Schnieders begleitet, damit ein wenig gute Stimmung entstehen konnte. Das Programm soll sich laut den Organisatoren jedoch ständig wandeln: „Wir können ja nicht jede Woche dasselbe machen.“