Nachfolger gesucht  Ihlower Projekt braucht neue Mütter und Väter

| | 25.02.2024 09:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Dämmerung liegt über dem Spielplatz beim Sand- und Water-Werk in Simonswolde. Foto: Christin Wetzel
Dämmerung liegt über dem Spielplatz beim Sand- und Water-Werk in Simonswolde. Foto: Christin Wetzel
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Das Sand- und Water-Werk in Simonswolde soll nach dem Willen vieler Beteiligter bestehen bleiben. Der alte Vorstand zieht sich zurück. Wer übernimmt die Verantwortung?

Simonswolde - Es soll unbedingt erhalten werden, doch bislang möchte keiner die Hauptverantwortung übernehmen. So lässt sich die Stimmungslage rund um das Sand- und Water-Werk in Simonswolde zusammenfassen. Nachdem der Vorstand um Vorsitzende Erika Bongers bereits im vergangenen Jahr endgültig den Rückzug angekündigt hat, sind bislang keine Nachfolger gefunden worden. Das Projekt benötigt neue Pflegeeltern, da die bisherigen Projektmütter und -Väter aufhören. Ideen gibt es für den Fortbestand viele, was fehlt, ist jemand, der Verantwortung übernimmt.

Stichtag ist für Erika Bongers der 18. März. Dort möchte sie und der übrige Vorstand endgültig den Vorsitz in andere Hände legen. Zwei Interessenten kamen bereits bei der vergangenen Sitzung am Mittwoch für das Amt des Schriftführers und des Kassierers infrage. Doch es fehlen noch ein Vorsitzender und ein stellvertretender Vorsitzender, um den Verein offiziell am Leben zu erhalten. „Am 18. März geht es für mich nur noch um die Frage: Hat sich jemand gefunden oder müssen wir den Verein auflösen“, sagt Erika Bongers auf Nachfrage. Sie hat das Projekt 17 Jahre lang aufgebaut. Das endgültige Aus fürs Sand- und Water-Werk „wäre für mich sehr, sehr schlimm.“ Wichtig wäre aus ihrer Sicht, dass vor allem das Angebot für die Kinder bestehen bleibt.

Noch-Vorsitzende: „Es ist kein Hexenwerk“

Das ist vor allem der Spielplatz und Wassererlebnisgarten, der auf dem ehemaligen Freibadgelände zum Matschen und Toben einlädt. In der Woche war das Gelände bislang zum freien Spielen geöffnet. Schulklassen besuchten vor den Ferien das Sand- und Water-Werk. Dann gab es einmal im Monat die Familiensonntage während der wärmeren Monate. Dazu kamen viele weitere Projekte, Angebote für Erwachsene, Zusammenarbeit mit Vereinen und mehr. Die Liste ist lang. Ob das alles mögliche Nachfolger abschrecke, das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen? Erika Bongers winkt ab: „Wenn ich das jetzt vorhätte zu übernehmen, würde ich mir denken: Die haben es geschafft, also kann ich das auch schaffen“, sagt die Noch-Vorsitzende. Es sei kein Hexenwerk. Ein gutes Team bräuchte der neue Vorstand. Unterstützung gebe es auch weiterhin von der Gemeinde.

Die Gemeinde möchte sogar noch mehr Unterstützung anbieten, betont Bürgermeister Arno Ulrichs. Das Gelände sei für Ihlow und Simonswolde „von großer Wichtigkeit“. Deswegen möchte die Verwaltung, dass es am Bentgrasweg weitergeht. Die Verwaltung könne aber allein das Projekt nicht am Leben halten. Es gibt aber einen Nutzungsvertrag über das Gelände und seit einigen Jahren Geld von der Gemeinde, um die jährlichen Fixkosten zu decken. Und natürlich gibt es viele Ideen, was auf dem Gelände alles umgesetzt werden könnte. Matthias Bergmann hat als Landschaftsplaner in der vergangenen Versammlung konkrete Vorschläge unterbreitet. Mehr Unterstützung durch den Bauhof beim Pflegen des Geländes sei denkbar. Auch könnten Kräfte vom Jobcenter eingesetzt werden. Angebote für Kitas und Schulen könnten über externe Partner wie die Naturschutzstation Lübbertsfehn oder das Ökowerk Emden abgewickelt werden, so die Ideen.

Bergmann unterstützt das Projekt schon seit Langem. Gefragt, ob er den Vorsitz übernehmen würde, lehnt er ab. Er habe schon den Vorsitz bei den Klosterwaldfreunden inne, sei im Sport aktiv und hauptberuflich eingespannt. „Da braucht man jemanden, der Zeit hat“, sagt Bergmann. Auch aus seiner Sicht sei es wichtig, dass das Gelände für Kinder und Familien offenbleibt. Dass der neue Vorstand nicht so viel übernehmen könne, wie jahrelang Erika Bongers und ihr Team, sei klar. Deswegen schlägt er vor, dass Partner eingebunden werden, um den Verein selbst zu entlasten. Das Kernproblem sei nun, jüngere Leute zu finden, die ehrenamtliche Arbeit übernehmen. Immerhin: Laut dem Bürgermeister habe es viele Interessierte auf der Versammlung gegeben. Aber es seien auch viele, die schon aktiv sind in anderen Vereinen und Ämtern.

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