Hamburg  Ranking der reichsten Deutschen: Neues Gesicht auf Platz 1

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 24.02.2024 09:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Forbes-Ranking der Superreichen gibt es unter den deutschen Milliardären einen neuen Spitzenreiter. Foto: dpa/Patrick Seeger
Im Forbes-Ranking der Superreichen gibt es unter den deutschen Milliardären einen neuen Spitzenreiter. Foto: dpa/Patrick Seeger
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Die reichsten Deutschen verfügen über beachtliche Vermögen. In einem aktuellen Forbes-Ranking kann ein deutscher Milliardär seinen Reichtum nochmals vermehren und überholt Lidl-Gründer Dieter Schwarz an der Spitze. Womit er sein Geld verdient.

Platz 1 unter den Superreichen: Der gebürtige Hamburger Klaus Michael-Kühne stößt Lidl-Gründer Dieter Schwarz in einer Liste des Wirtschaftsmagazins „Forbes“ vom Thron der reichsten Deutschen. Wie aus dem Realtime-Ranking hervorgeht, konnte der HSV-Mäzen seinen Reichtum im vergangenen Monat um acht Milliarden Dollar nach oben schrauben und zieht damit am 84-jährigen Schwarz vorbei, dessen Vermögen von 46,4 Milliarden Dollar auf 38,4 Milliarden Dollar sinkt.

Der in der Schweiz lebende Klaus-Michael Kühne steht aktuell bei 42,5 Milliarden Dollar (rund 39 Milliarden Euro).

Die Daten im Forbes-Ranking beruhen auf täglich aktualisierten Schätzungen und berücksichtigen die Entwicklung am Aktienmarkt sowie die zahlreichen Beteiligungen der aufgeführten Milliardäre.

Im internationalen Vergleich liegt der 86-jährige Kühne auf Platz 29 der Superreichen. Vor ihm rangiert Nike-Gründer Phil Knight, der über 300 Millionen Dollar mehr verfügt.

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Die Spitzenplätze im Forbes-Ranking belegen diese vier Männer:

Klaus-Michael Kühne verdient sein Geld mit dem Logistikunternehmen Kühne + Nagel, ist größter Aktionär der Lufthansa, hält Beteiligungen an Hapag-Lloyd und besitzt als glühender HSV-Anhänger Anteile an dem Fußballklub. Immer wieder flossen durch ihn auch Millionen Euro als Finanzspritzen in den Verein. Zuletzt tauchte sein Name im Zusammenhang mit einer möglichen Übernahme des Hamburger Elbtowers auf.

Bei Kühne + Nagel übernahm der Unternehmer 1966 den Vorstandsposten von seinem Vater. Drei Jahre später verlegte er den Firmensitz in die Schweiz. Der Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 79.000 Mitarbeiter in 100 Ländern und ist weltweit an rund 1300 Standorten aktiv.

Über der Unternehmenshistorie liegt allerdings auch ein dunkler Schatten aus der NS-Zeit. Kritiker werfen dem Konzern vor, an der systematischen Ausplünderung der europäischen Juden beteiligt gewesen zu sein.

In Bremen erinnert ein bundesweit einzigartiges Mahnmal an die systematische Enteignung und Ausraubung der Juden während der Zeit des Nationalsozialismus. Das Mahnmal nach einem Entwurf von Evin Oettingshausen steht an der Weser – also dort, wo Schiffe damals die geraubten Möbel und Gegenstände aus den besetzten Ländern in Westeuropa nach Bremen brachten.

Die Idee hatte Journalist Henning Bleyl, nachdem Kühne + Nagel bei einer Feier zum 125-jährigen Firmenjubiläum die Verwicklungen beim Transport des jüdischen Raubguts aussparte.

Da seinerzeit neben dem Staat auch Firmen und Privatleute profitierten, wurden die Baukosten von rund einer halben Million Euro nicht nur von der öffentlichen Hand übernommen. 62.000 Euro stammen aus Spenden von Privatpersonen. Der Verein der Bremer Spediteure beteiligte sich ebenfalls – und damit auch Kühne + Nagel als Mitglied des Vereins.

mit Material von dpa

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