Osnabrück  Netflix Mystery-Serie: Ist „Das Signal“ der nächste Streaming-Hit aus Deutschland?

Frank Jürgens
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Von Frank Jürgens
| 28.02.2024 13:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Peri Baumeister glänzt als Astronautin Paula Groth an Bord der ISS in der neuen Netflix-Serie „Das Signal“ ab dem 7. März. Foto: Anika Molnar/Netflix
Peri Baumeister glänzt als Astronautin Paula Groth an Bord der ISS in der neuen Netflix-Serie „Das Signal“ ab dem 7. März. Foto: Anika Molnar/Netflix
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Die deutsche Netflix-Serie „Das Signal“ von und mit Florian David Fitz und einer herausragenden Peri Baumeister als Astronautin überzeugt nicht nur optisch, auch dramaturgisch ergänzen sich Gegenwart und Rückblenden inhaltlich wie aus einem Guss.

Drei Monate lang verbrachte Wissenschaftlerin Paula (Peri Baumeister) an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Jetzt kehrt sie zurück auf die Erde. Doch schon bei der Ankunft mit der Landekapsel gibt es Probleme. Dann der Schock. Der voll besetzte Flieger, der sie sicher über den Atlantik nach Deutschland bringen soll, verschwindet vom Radar. Bald wird der schreckliche Verdacht zur Gewissheit. Das Flugzeug ist abgestürzt. Es gibt keine Überlebenden.

Während Paulas Ehemann Sven (Florian David Fitz) versucht, seiner gehörlosen Tochter Charlie (Yuna Bennett) die unfassbare Wahrheit so behutsam wie möglich zu vermitteln, gerät er ins Visier ungewöhnlicher Ermittlungen. Ob Paula und ihr Kollege Hadi (Hadi Khanjanpour) vor Beginn der Mission irgendwie komisch aufgefallen seien? Ob mit Paula wirklich alles in Ordnung gewesen sei? Tatsächlich hat sie sich bei ihrem letzten Telefonat mit Sven sehr merkwürdig verhalten und in Rätseln gesprochen.

Aber als Paula dann auch noch in Verdacht gerät, den Absturz herbeigeführt zu haben, wird Sven klar, dass an der ganzen Geschichte irgendetwas faul ist. Was ist tatsächlich an Bord der ISS geschehen? Anscheinend hat Paula im Weltraum ein außerirdisches Signal wahrgenommen, dessen Quelle der Erde immer näher kommt. Und jeder, der davon Kenntnis hat, schwebt offensichtlich in akuter Lebensgefahr.

Mit der vierteiligen deutschen Miniserie „Das Signal“ präsentiert Netflix ein äußerst ambitioniertes wie ungewöhnliches Projekt. Der gelungene Genre-Mix aus Mystery, Science Fiction, Thriller und Familiendrama war ursprünglich als Kinofilm geplant. Publikumsliebling Fitz, der dann für die Serie auch am Drehbuch mitgearbeitet hat, war bereits fest eingeplant. Aber so ein Vorhaben ist in Deutschland für die große Leinwand immer noch kaum durchsetzbar. „Wenn man Science-Fiction machen will in Deutschland, wird man immer ein bisschen angesehen wie das schwarze Schaf der Familie“, weiß Regisseur Sebastian Hilger, der gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Drehbuchautorin Nadine Gottmann, auch die Idee zu „Das Signal“ entwickelt hat.

Dank dem Siegeszug der Streaming-Anbieter, wo Science Fiction, Mystery- und Weltraumserien ein hohes Ansehen genießen, konnte das Projekt nun doch noch verwirklicht werden. Und das Ergebnis kann sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen. Nicht nur optisch gelingen der Produktion eindrucksvolle Bilder aus dem Weltraum und der Schwerelosigkeit einer Raumstation. Auch dramaturgisch ergänzen sich Gegenwart und Rückblenden inhaltlich wie aus einem Guss.

Dabei mussten Schauspielerin Baumeister und ihre Kollegen an Bord der nachgebauten ISS trotz modernster Tricktechnik zahlreiche Strapazen über sich ergehen lassen. Akrobatisch an Seilen hängend und mit permanent angespannter Gesamtmuskulatur so zu tun, als sei alles ganz einfach, entspannt und vor allen Dingen schwerelos, das erfordert viel Kraft und Training.

„Es war insgesamt körperlich sehr anstrengend und ich hab viele blaue Flecken mit nach Hause genommen“, erinnert sich Baumeister, der man die Anstrengungen der Dreharbeiten im Ergebnis der vierstündigen Serie kein bisschen ansieht. Dass es ihr unter diesen Umständen auch noch gelungen ist, ihre ambivalent angelegte Figur mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik auszugestalten, ist eine preiswürdige Leistung für sich.

„Das Signal“, läuft ab dem 07. März auf Netflix.

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