Unfall im Windpark Ihlow  Schwertransport mit Rotorblatt verunglückt

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 20.02.2024 16:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mit schweren Autokränen wird an der Bergung des verunglückten Schwertransporters gearbeitet. Foto: Romuald Banik
Mit schweren Autokränen wird an der Bergung des verunglückten Schwertransporters gearbeitet. Foto: Romuald Banik
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Seit ein paar Tagen werden im Windpark Ihlow Rotorblätter angeliefert. Nun hat es einen Unfall gegeben.

Ihlow - Im Windpark Ihlow ist in der Nacht zu Dienstag ein Schwertransporter verunglückt. Nach Angaben der Polizei kam das Fahrzeug samt Spezialauflieger für Rotorblätter im Simonswolder Weg gegen Mitternacht von der Straße ab und kippte um. Dabei zog sich der Fahrer des Lastwagens Prellungen zu. Bei der Unfallaufnahme habe sich herausgestellt, dass der 56-jährige Führer des Anhängers alkoholisiert war. Bei einem Test sei ein Wert von 1,2 Promille festgestellt worden. Im Anschluss an den ersten Atemtest wurde eine Blutentnahme durchgeführt, ebenso wurde ein Verfahren gegen den Mann eingeleitet.

Erst seit wenigen Tagen werden zum Windpark Ihlow Rotorblätter geliefert. Rund 80 Meter lang sind die Gespanne, die die Rotorblätter aus dem Emder Hafen nach Ihlow bringen. Im August vorigen Jahres hatten die Fundamentarbeiten für das sogenannte Repowering im Windpark Ihlow begonnen. Dort werden insgesamt 26 ältere E-66-Anlagen von Enercon durch 14 größere E-138-Windräder ersetzt. Diese haben einen Rotordurchmesser von 138 Metern und eine Nabenhöhe von 131 Metern – bis zur Blattspitze sind die Anlagen knapp 200 Meter hoch.

Bergung ist sehr aufwendig

Gegenüber unserer Zeitung hatte Windpark-Geschäftsführer Kai Jürgens erst vor wenigen Tagen in einer Mitteilung die Präzision gelobt, mit der die Fahrer der Schwertransporte die langen Rotorblätter aus Emden bis zur Großbaustelle bugsieren. Straßenecken wurden teils verbreitert für die Transporte.

Der Unfall wird auf jeden Fall zu einer Verzögerung beim Aufbau der neuen Anlagen führen. Das bestätigt Enercon-Sprecher Felix Rehwald auf Anfrage. Denn alleine die Bergung des Schwertransporters samt Auflieger sei aufwendig. Es würden mindestens zwei Kräne benötigt, um das rund 20 Tonnen schwere Rotorblatt, die Zugmaschine sowie den Spezialauflieger zu bergen. Dann werde geprüft, welche Schäden entstanden sind.

Enercon hat Ersatz auf Lager

Die Rotorblätter sind so gebaut, dass sie im Betrieb einiges an Kräften aushalten. „Aber es lag nun in einer nicht betriebsüblichen Position“, so Rehwald. Das sei kein Problem bei einem normalen Transport, könne aber gravierende Auswirkungen bei einem Unfall haben. Er vermutet daher, dass das Rotorblatt beschädigt worden ist. Eventuell sei eine Reparatur möglich. Sei das nicht der Fall, werde es ausgetauscht. Das sei auch kein Problem, Enercon habe genug Material auf Lager.

Ein Problem sei aber der Transport eines weiteren Rotorblattes nach Ihlow. Denn dafür müsse zum einen der Lastwagen samt Auflieger nach dem Unfall weiter einsatzbereit sein. Zum anderen müsse ein weiterer Schwertransport zunächst beantragt und von den Behörden genehmigt werden. Das alles kostet Zeit. „Wir wollen den zeitlichen Verzug aber so gut es geht wettmachen“, sagt Rehwald. Gleichzeitig werde untersucht, was die Ursache für den Unfall gewesen ist. „Wir sind froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist.“

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