Hamburg  Wieso Oliver Masucci jetzt zwei Potter-Figuren darstellt

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 21.02.2024 08:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Oliver Masucci übernimmt im Hamburger Harry-Potter-Theater die Rolle des Severus Snape. Foto: IMAGO/Chris Emil Janßen
Oliver Masucci übernimmt im Hamburger Harry-Potter-Theater die Rolle des Severus Snape. Foto: IMAGO/Chris Emil Janßen
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Potter-Fans kennen Oliver Masucci aus dem Blockbuster „Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse“. Für zehn Vorstellungen spielt der 55-Jährige nun den Severus Snape im Hamburger Theaterstück „Harry Potter und das verwunschene Kind“. Im Interview erzählt er, wie es dazu kam.

Hamburg, Bochum, Burgtheater: Oliver Masucci hat an den wichtigsten deutschsprachigen Bühnen gespielt. Nach etlichen großen Filmproduktionen kehrt er nun ans Theater zurück – und übernimmt im Hamburger Potter-Stück die Rolle des Severus Snape. Muss er dafür eine völlig neue Art von Theater lernen? Wir haben ihn gefragt.

Frage: Herr Masucci, in J.K. Rowlings Potter-Vorgeschichte „Phantastische Tierwesen“ spielen Sie den Zaubereiminister Anton Vogel. Wieso sind Sie auf der Bühne plötzlich Severus Snape?

Antwort: Wenn man einmal Teil von Rowlings Wizarding World ist, lassen sie einen nicht mehr raus. Ich gehöre jetzt zur Familie.

Frage: Als Burg-Schauspieler waren Sie an einer der renommiertesten deutschsprachigen Bühnen. Bedient „Harry Potter und das verwunschene Kind“ nicht ein vollkommen anderes Theater?

Antwort: Ich finde es gar nicht so weit voneinander weg. Der einzige Unterschied: Am Mehr!-Theater wird nur dieses eine Stück gespielt. Deswegen denken auch alle, dass es ein Musical ist. Dabei wird kein einziger Song gesungen. Es ist Theater. Und es ist nicht subventioniert. Die verdienen ihr Geld selbst, mit 400 Vorstellungen im Jahr, und sie sind Teil eines großen Franchises. Und vor allem ist es richtig gutes Zaubertheater. Da fliegen Dementoren durchs Publikum, da schießen Flüche aus Zauberstäben und Personen verschwinden in Telefonhörern. Es ist wie eine Show von David Copperfield. Aber genauso illusionistisch habe ich auch schon am Burgtheater gearbeitet.

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Frage: Was für einen Zugang haben Sie privat zum Potter-Universum?

Antwort: Den eines Fans der ersten Stunde. Ich habe die Bücher erst selbst und dann meinen Kindern vorgelesen. Dann wurde ich ein Teil davon. Bei großen Filmproduktionen läuft das Casting oft unter Codenamen. Meine Textauszüge für „Phantastische Tierwesen“ habe ich auch unter einem falschen Titel bekommen. Dann tauchte die Formulierung „Merlin’s Beard!“ auf und meine Freundin sagte: „Weißt du, wenn du da zitierst? Dumbledore! Du bewirbst gerade auf ‚Phantastische Tierwesen‘.“ So kam ich zur Vorgeschichte. Und im Stück bin ich jetzt Severus Snape.

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Frage: 400 Vorstellungen werden Sie sicher nicht spielen. Wie lange kann man Sie als Snape erleben?

Antwort: Ich habe mich einmalig für zehn Vorstellungen verpflichtet. Das ist natürlich wiederholbar. Aber so wie früher am Theater kann ich heute nicht mehr arbeiten. Da ist man sehr gebunden, und das lässt sich nicht mit den Filmen vereinbaren, die ich drehe. Von morgens bis abends, an Weihnachten und allen Geburtstagen im Theater zu sein, passt auch nicht mehr zu meinem Familienleben. Trotzdem war Theater für mich immer das Allerschönste! Dem Gastarbeiterkind, das ich mal war, hat es eine neue Welt eröffnet. Mit dem Theater ging bei mir das Denken los. Also ich habe jetzt total Bock, das wieder zu erleben. Und dann komme ich hinter all die Zaubertricks.

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