Mölln  Polizei-Einsatz in Mölln: Bewaffneter Mann in Schule gemeldet - Ermittlungen laufen

Mike Orend und Patrick Niemeier
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Von Mike Orend und Patrick Niemeier
| 19.02.2024 11:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Polizeieinsatz in Mölln. Spezialkräfte wurden nach der Alarmierung hinzugezogen. Foto: Mopics
Polizeieinsatz in Mölln. Spezialkräfte wurden nach der Alarmierung hinzugezogen. Foto: Mopics
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Großeinsatz der Polizei am Berufsbildungszentrum in Mölln. Knapp 150 Polizeibeamte waren vor Ort, nachdem eine bewaffnete Person gemeldet worden war. Der Einsatz dauerte mehrere Stunden. Was war geschehen?

Zahlreiche Einsatzkräfte waren am Montagvormittag, 19. Februar, zum Berufsbildungszentrum in Mölln geeilt. „Die genaue Lage war zunächst unklar“, sagte Polizeisprecherin Sandra Kilian in einer ersten Einschätzung am späten Vormittag.

Gegen 9 Uhr sei der Polizei per Notruf mitgeteilt worden, dass ein Schüler der Beruflichen Schule eine bewaffnete Person im Schulgebäude gemeldet habe, beschreibt Polizeisprecher Holger Meier die Situation.

„Schüsse wurden nicht abgegeben“, teilte derweil der Kreis Herzogtum-Lauenburg kurze Zeit später mit und widersprach damit Gerüchten in den Sozialen Medien, die schnell hochkochten.

Von einer akuten „Amok-Drohung“ oder „Bedrohungslage“ wollte die Polizei nicht sprechen. Aus Kiel wurde trotzdem das SEK hinzugezogen, um das Gelände und die Schule zu sichern.

Der Schüler, der den Einsatz auslöste, habe gesehen, dass die verdächtige Person eine „Schusswaffe im Hosenbund trug, zudem habe er ein Geräusch wahrgenommen, dass als ein Durchladen einer Schusswaffe erkannt worden sein soll“, so Meier.

„Wir haben erstmal präventiv weiträumig rund um das Berufsbildungszentrum abgesperrt“, erklärte Kilian die Maßnahmen auf Nachfrage des sh:z.

Schüler und Lehrer, die im Gebäude waren, wurden per Durchsage aufgerufen in ihren Klassenräumen zu bleiben und die Türen zu verschließen. Schüler und Angestellte, die erst nach Beginn des Einsatzes in die Schule wollten, wurden nach Hause geschickt.

Weitere Schulen, die in der Nachbarschaft des betroffenen Berufsbildungszentrums liegen, waren nicht vom Einsatz betroffen. Die Eltern wurden aufgrund des Polizeieinsatzes darum gebeten, ihre Kinder nicht von der Schule abzuholen.

„Eltern betroffener Schülerinnen und Schüler werden gebeten, sich nicht auf den Weg zur Schule zu machen, um Wege für Einsatzfahrzeuge freizuhalten. Die Stadt Mölln hat im Stadthaus einen Sammelpunkt für Eltern eingerichtet“, teilte die Kreisverwaltung Herzogtum-Lauenburg dazu mit.

Die betroffenen Angehörigen konnten sich unter einer Hotline des Kreises informieren.

Nachdem immer mehr Polizeikräfte zusammengezogen worden waren, begonnen sie damit, das Schulgelände genauer unter die Lupe zu nehmen. Auch der Rettungsdienst war mit einem größeren Aufgebot vor Ort und hielt sich für einen möglichen Einsatz im Hintergrund bereit. Der Rettungsdienst und die DLRG wurden unter auch für die Betreuung evakuierter Schüler angefordert, erklärte die Kreisverwaltung.

Gegen 13.30 Uhr verließen dann erste Schüler unter Begleitung der Polizei die fertig durchsuchten Gebäudeteile. Sie wurden mit Bussen an einen sicheren Ort gefahren, wo sie betreut und befragt wurden, sagte Jacqueline Fischer, Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg.

Die gründliche Durchsuchung des Gebäudes und des Geländes habe schließlich nicht zum Ergreifen eines Tatverdächtigen geführt und sei um 15.50 Uhr abgeschlossen worden. „Die Schülerinnen und Schüler konnten sukzessive nach Durchsuchung der einzelnen Gebäudekomplexe das Gebäude verlassen und wurden polizeilich befragt“, so Polizeisprecher Holger Meier.

Die Schule grenzt an den Parkplatz eines Discounters. Dort hatten sich neben Medienvertretern auch eine ganze Reihe Schaulustige eingefunden, die das Geschehen verfolgen.

Das Berufsbildungszentrum an der Kerschensteinerstraße wird laut der vorliegenden Informationen von mehr als 3400 Schülern und Auszubildenden besucht. Außerdem arbeiten dort über 200 Lehrkräfte. „Wie lange der Einsatz noch auf einem so großen Gelände laufen wird, können wir noch nicht sagen“, sagt Polizeisprecherin Fischer. Am Einsatztag seien rund 1500 Schüler vor Ort gewesen. Die Polizei war mit knapp 150 Beamten im Einsatz.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Ratzeburg dauern an. Sachdienliche Hinweise können telefonisch unter (04541)8090 Hinweise übermitteln.

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