Einigung bei Genossen Gnade für Leezdorfer SPD-Rebellin
Die Leezdorfer Ratsfrau Heidi Schmidt und der Rest ihrer Fraktion sprachen sich nach einem Streit aus. Wie es jetzt weitergehen soll.
Leezdorf - Nach ihrem spektakulären Abstimmungsverhalten drohen der Leezdorfer SPD-Ratsfrau Heidi Schmidt vorerst keine Konsequenzen. Wie SPD-Fraktionschef Heiner Kuske auf Anfrage mitteilte, habe man fraktionsintern inzwischen mit Schmidt gesprochen und Irritationen ausgeräumt. Schmidt bleibe Mitglied der SPD-Fraktion. „Wir haben nicht vor, sie rauszuwerfen“, sagte Kuske.
Zur Erinnerung: In der Sitzung des Leezdorfer Gemeinderats Mitte Dezember hatte Schmidt völlig überraschend gemeinsam mit den vier Mitgliedern der BWG/CDU-Gruppe und Ratsherr Heinrich Ubben (Moin-Gruppe) gegen den Doppelhaushalt für die Jahre 2024 und 2025 gestimmt (wir berichteten).
Fraktion düpiert
Zuvor hatte sie mit Ubben auch gegen die 600.000 Euro teure Neugestaltung des Dorfplatzes in Leezdorf votiert und dies mit der offenbar mangelhaften Kommunikation begründet. „Ich hatte keine Infos“, sagte die SPD-Rebellin und düpierte damit ihre Fraktion, die gemeinsam mit der Grünen-Vertreterin so nur noch auf fünf Zähler kam. Damit war der Haushalt abgelehnt, die Sensation perfekt und die Ernüchterung vor allem bei den Verwaltungsvertretern groß. Sie kochten innerlich, hatten Mühe, sich zu beherrschen.
Auch Bürgermeisterin Gisela Riesebeck (SPD) zeigte sich selbst Tage nach dem denkwürdigen Sitzungsabend noch rat- und sprachlos, wollte sich zum Abstimmungsverhalten von „Frau Schmidt“ damals nicht äußern. Nur so viel: „Das hat alle beeindruckt“, sagte sie. Inzwischen sind die Fronten offenbar geklärt. Es habe ein fraktionsinternes Gespräch mit Frau Schmidt gegeben, so Kuske. Das ging offenbar so aus, wie er und andere sich es vorgestellt haben. Es gebe keinen Streit mehr. „Soweit ist alles wieder in Ordnung“, sagte Kuske. Das Gespräch sei „gut und konstruktiv“ gewesen, berichtete der SPD-Fraktionschef, ohne Einzelheiten zu Inhalten zu nennen. Nur so viel: An dem Treffen hätten auch zwei Nicht-Leezdorfer SPD-Vertreter teilgenommen, um dieses zu „moderieren“, wie Kuske es nannte. Die Namen der Externen wollte er nicht nennen.
Missverständnisse
Die Angelegenheit im Dezember sei für alle ärgerlich gewesen, räumte Kuske ein, und solle sich möglichst nicht wiederholen. Es habe „Missverständnisse“ gegeben. Dass das künftig nicht mehr passiere, daran werde jetzt gearbeitet. „Wir werden weiter an der internen Kommunikation arbeiten“, sagte Kuske und kündigte weitere Gesprächsrunden an.
In der Leezdorfer SPD ist man sich bewusst, was es bedeute, wenn man Schmidt verlieren würde. Folge wäre der Verlust der rot-grünen 6:5-Mehrheit im Rat. Und würde die Leezdorferin dann noch eine Gruppe mit Ubben und CDU/BWG bilden, wäre auch noch die 2:1-Mehrheit im Verwaltungsausschuss dahin.
Heidi Schmidt war für eine aktuelle Stellungnahme nicht erreichbar. Noch fühle sie sich in der SPD zu Hause, so Schmidt kurz nach der Ratssitzung im Dezember gegenüber den ON. Gleichwohl sah auch sie damals noch viel Redebedarf. „Mal schauen, wie es weitergeht“, sagte sie. Sie sei eine „gestandene Frau“, bereue ihre Entscheidung nicht, stehe zu dieser und würde jederzeit wieder so abstimmen. „Ich hatte meine guten Gründe“, sagte die Leezdorferin damals selbstbewusst.