Osnabrück Verliert „Fridays for Future“ den Fokus? Zukunft ist mehr als nur Klimaschutz
Demos für Klimaschutz haben die Organisation „Fridays for Future“ einst groß gemacht – und ihren Anhängern bei Kritikern das Image von bockigen Schulschwänzern eingebracht. Mittlerweile knüpfen die Aktivisten neue Bündnisse. Haben sie ihre Ziele aus den Augen verloren?
Lang ist es her, dass freitags Tausende Schüler mit bunten Plakaten durch die Innenstädte gezogen sind und mit vereinten Stimmen „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut!“ gerufen haben. Die Demonstrationen von „Fridays for Future“ (kurz FFF) haben Massen bewegt, aber auch massive Kritik ausgelöst. Doch mittlerweile brauchen sich die Kritiker keine Sorgen mehr um die Schulbildung der jungen Demonstranten zu machen. Friedlicher Klimaaktivismus – so scheint es zumindest – ist tot.
Dabei mangelt es in der Bevölkerung keinesfalls an Demo-Energie. Diese hat sich aber offenbar auf andere Themen verlagert. Da sind etwa die Bauernproteste und Hunderttausende, die in Deutschland gegen Rechtsextremismus auf die Straße gehen. Braucht es also nur die richtige Motivation? Es könnte doch kaum etwas motivierender sein als der Schutz unserer Umwelt.
Aber die Gesellschaft hat noch andere Probleme. „Fridays for Future“ hat das erkannt und den eigenen Wirkungskreis folgerichtig erweitert – wohl auch, um nicht gänzlich in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Und die neuen Bündnisse ergeben durchaus Sinn. Seite an Seite mit Verdi wollen sich die Aktivisten für bessere Arbeitsbedingungen im ÖPNV einsetzen. Schließlich ist dieser essenziell für die Verkehrswende und somit auch für den Klimaschutz.
Gründerin Greta Thunberg fällt derweil vor allem durch pro-palästinensischen Aktivismus auf und der internationale FFF-Verband steht wegen antisemitischer Äußerungen in der Kritik steht. Da bieten die bundesweiten Demonstrationen gegen Rechtsextremismus der deutschen FFF-Gruppe um Luisa Neubauer und Co. die passende Gelegenheit, sich davon zu distanzieren.
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„Future“, Zukunft – das ist eben nicht nur Klimaschutz. Die Aktivisten tun gut daran, ihr Image von bockigen Schulschwänzern, das noch immer in den Köpfen einiger Kritiker verankert ist, endgültig loszuwerden. Vielleicht gelingt es ihnen dann, die breite Masse auf ihre Seite zu ziehen.