Hamburg Private Krankenkasse: Für wen es sich lohnt – was hohe Kosten im Alter verhindert
Private Krankenkassen werden wieder beliebter, obwohl die Beiträge bei vielen Kassen zuletzt gestiegen sind. Wie Sie bei der Krankenversicherung sparen können und was Sie bei einem Wechsel zu einer privaten Krankenkasse beachten sollten.
Der Branchenverband der privaten Krankenversicherungen (PKV) vermeldete für das vergangene Jahr erstmals seit Jahren einen kleinen Anstieg an Versicherten. Bereits seit 2018 wechseln mehr Menschen von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung als andersherum.
Doch die privaten Krankenversicherungen sind für viele Menschen mit Risiken und Unsicherheiten verbunden: hohe Kosten im Alter, steigende Beiträge und fast keine Möglichkeiten mehr, in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln.
Ein Wechsel zu einer privaten Krankenkasse, aber auch ein Wechsel innerhalb solcher Krankenkassen sollte gut überlegt sein. Hier erfahren Sie, ob sich ein Wechsel für Sie lohnen könnte und wie Sie gegen die hohen Beiträge im Alter gegensteuern können.
Für einen Wechsel in eine private Krankenversicherung (PKV) muss zunächst als Arbeitnehmer ein Jahr lang die sogenannte Jahresarbeitsentgelt-Grenze überschritten werden, um sich privat krankenversichern zu lassen. Diese liegt für das vergangenen Jahr bei 66.600 Euro.
Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt dann auch von dem Gehalt ab: In der gesetzlichen Krankenkasse richtet sich der Beitrag nach dem Bruttogehalt. Wer mehr verdient, zahlt also auch mehr, bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Bei den PKV richtet sich der Beitrag hingegen nach Alter und Gesundheitszustand, sowie den gewünschten Leistungen.
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Besonders bei Alleinstehenden oder kinderlosen Paaren kann es aus finanziellen Gründen sinnvoll sein, zu einer privaten Krankenkasse zu wechseln. Dabei könnten aber Vorerkrankungen oder ein zu hohes Alter zu höheren Beiträgen, Risikozuschlägen und Teilausschlüssen führen.
Außerdem könnten die Beiträge auch in späteren Jahren steigen. Die Beiträge sinken auch nach dem Renteneintritt nicht, was im Alter zu einer finanziellen Belastung werden könnte.
Nicht zuletzt wegen der Coronakrise haben auch die gesetzlichen Krankenkassen ein großes Defizit angehäuft. Eine entsprechende Statista-Grafik sehen Sie hier:
Oftmals steigen die Beiträge für die PKV jährlich, was gerade im Alter für viele Menschen zu einer finanziellen Belastung werden kann. In vielen Fällen ist dann ein Tarifwechsel innerhalb des eigenen Versicherungsunternehmens die beste Lösung.
Die Verbraucherzentrale warnt hingegen davor, mit höherem Alter nochmals zu einer anderen privaten Versicherung zu wechseln. So verfällt nämlich ein Teil der sogenannten Altersrückstellung, wodurch eine neue Krankenkasse fast immer teuer sein wird.
Stattdessen bietet sich oftmals ein Tarifwechsel an. Bei diesem bleiben die Altersrückstellungen erhalten, jedoch sind günstigere Tarife mit Leitungskürzungen verbunden. Doch auch bei einem Tarifwechsel sollte man vorsichtig sein, da manche Leistungen besonders im Alter wichtig werden könnten.
Durch Standard- und Basistarife lassen sich die Kosten ungefähr auf den Höchstsatz der gesetzlichen Krankenversicherungen senken. Die Leistungen sind dann mit denen der gesetzlichen Krankenversicherungen ungefähr vergleichbar, jedoch können in Praxen und bei Arztrechnungen teils hohe Differenzkosten anfallen.
Zudem ist es laut Verbraucherzentrale nur selten möglich, abgetretene Leistungen später wiederzuerlangen, da Versicherer durch das steigende Alter der Kunden davor zurückschreckten, oder dies mit höheren Kosten verbinden. Auch hier sollten Sie sich einen Wechsel also gut überlegen und wenn dieser finanziell notwendig sein sollte, lieber auf „unwichtigere“ Leistungen, wie etwa das Einbett-Zimmer, verzichten.