Osnabrück  Joe Biden sollte Platz für einen frischen Kandidaten der Demokraten machen

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 09.02.2024 15:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Zu alt für den Job? Auch Demokraten zweifeln zunehmend daran, dass US-Präsident Joe Biden für eine zweite Amtszeit geeignet ist. Foto: picture alliance/dpa/AP/Andrew Harnik
Zu alt für den Job? Auch Demokraten zweifeln zunehmend daran, dass US-Präsident Joe Biden für eine zweite Amtszeit geeignet ist. Foto: picture alliance/dpa/AP/Andrew Harnik
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Der älteste US-Präsident aller Zeiten macht eine immer schlechtere Figur. Joe Biden nochmal ins Rennen um das Weiße Haus zu schicken, grenzt an grobe Fahrlässigkeit – für die US-Demokraten und das Land.

Ein Sonderermittler hat dem US-Präsidenten recht unverhohlen attestiert, dass es um seine mentale Fitness nicht sonderlich gut bestellt ist; da ist von Gedächtnislücken die Rede und von peinlichen Verwechslungen. Damit scheint es zunehmend unwahrscheinlich, dass Joe Biden seinen wahrscheinlichen republikanischen Herausforderer Donald Trump bei der Wahl im November wird schlagen können.

Tatsächlich wächst die Zahl der Auftritte, die davon zeugen, dass Biden immer greiser und gebrechlicher wirkt, von Tag zu Tag – und mit ihr die Zahl potenzieller demokratischer Wähler, die daran zweifeln, dass der 81-Jährige einer zweiten Präsidentschaft gewachsen ist.

Für den Wahlkampf der Demokraten ist das eine Katastrophe. Und für Donald Trump ein gefundenes Fressen. Der macht sich über Joe Biden lustig, wann immer es nur geht – und trifft damit einen wunden Punkt; nunmehr mit einem amtlichen Gütesiegel des Ermittlers in der Dokumenten-Affäre.

Für Hillary Clinton brachte eine Affäre um private E-Mails im Wahlkampf gegen Donald Trump 2016 die verheerende Wende. Mit den jüngsten Ereignissen droht Joe Biden ein ähnlicher Moment.

Nun rächt sich, dass es die Demokraten – allen voran Biden selbst – versäumt haben, eine Persönlichkeit aufzubauen, die in der Bevölkerung beliebt ist und es mit Trump aufnehmen könnte. Nur noch aus Höflichkeit an Biden festzuhalten und mit ihm sehenden Auges in die Niederlage zu laufen, kann es aber doch nicht sein.

Noch ist es nicht zu spät für die Demokraten, personell umzuschwenken. Hätte Vizepräsidentin Kamala Harris wirklich die so viel schlechteren Chancen gegen Donald Trump, der bei den Republikanern für die Präsidentschaftskandidatur nahezu gesetzt ist?

Die größte Gefahr für die Wiederwahl Joe Bidens ist nicht Donald Trump, sondern der Amtsinhaber selbst. Sollten die US-amerikanischen Wähler ihn im November des Weißen Hauses verweisen, wäre das nicht der Stärke der Republikaner geschuldet, sondern der Hasenfüßigkeit der Demokraten.

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