Diskussion um Radler  Radfahrerclub in Aurich kritisiert „Geisterdiskussion“

| 07.02.2024 11:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wer mit dem Rad auf dem Hoheberger Weg stadtauswärts fährt, kann die Straße nutzen. Auf dem Fußweg gilt für Radler in diese Richtung Schrittgeschwindigkeit. Foto: Romuald Banik
Wer mit dem Rad auf dem Hoheberger Weg stadtauswärts fährt, kann die Straße nutzen. Auf dem Fußweg gilt für Radler in diese Richtung Schrittgeschwindigkeit. Foto: Romuald Banik
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Kommen Autofahrer in Aurich zu kurz? Diese Frage warf ein AWG-Ratsherr auf. Das wiederum führte zu einer Reaktion des hiesigen ADFC.

Aurich - Kommen die Autofahrer in Aurich zu kurz? Diesen Eindruck hat zumindest AWG-Ratsherr Richard Rokicki. Im Verkehrsausschuss ärgerte er sich angesichts von Fahrradstraßen, Fahrradzonen und Empfehlungen für Radler, stellenweise auf der Straße zu fahren: „Man redet hier nur Radfahrer. Niemand redet über Autofahrer.“ Ein Vorwurf, den der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) in Aurich so nicht stehen lassen mag. In einer von Vorstandsmitglied Albert Herresthal verschickten Pressemitteilung ist von einer „Geisterdiskussion fernab der Verkehrswirklichkeit in Aurich“ die Rede. Diese fuße auf vielen Vorurteilen und Missverständnissen.

Jeder, der häufiger das Fahrrad benutze anstatt das Auto, trage zur Entlastung des Verkehrs in Aurich bei, wird Christiane Löning vom ADFC zitiert. Radfahrer bräuchten weniger Platz als Kraftfahrzeuge, machten keinen Lärm und seien umweltfreundlich. Deshalb sei eine Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur, die mehr Menschen dazu motiviere, häufiger das Fahrrad zu nutzen, gut für alle.

Club fordert: Radfahren muss attraktiver werden

Staus würden durch zu viele Autos entstehen, heißt es weiter. Marvin Stasiak vom ADFC kritisiert, dass viele auch für kurze Wege „aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit“ das Auto nutzen würden. Laut des Radfahrerclubs sei jede zweite Autofahrt kürzer als fünf Kilometer, jede vierte kürzer als zwei Kilometer. Hier liegt nach Auffassung des Clubs „das tatsächliche Entlastungspotenzial beim Verkehr in Aurich“.

Radfahren müsse laut dem Club attraktiver werden. Deshalb handele die Stadt Aurich grundsätzlich richtig, wenn sie den Fuß- und Radverkehr fördere. Mit Blick auf den Hoheberger Weg heißt es: Hier müsse die Geschwindigkeit für Kraftfahrzeuge „wirksam herabgesetzt“ werden. Hier müssten Radfahrer die Straße nutzen. Der Platz reiche aber nicht aus, um brenzlige Situationen zu vermeiden.

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