Finanzierung stand auf der Kippe Politik rettet Norder Ferienprogramm
Hunderte Kinder nutzen jedes Jahr das Angebot. In diesem Jahr wackelte die Finanzierung. Am Mittwochabend hat die Stadtpolitik über die Zukunft entschieden. Das dürfte vor allem die Eltern freuen.
Norden - Die Norder Politik hat am Mittwochabend das Ferienprogramm für Norden gerettet. Nachdem der Landkreis Aurich seinen Zuschuss für dieses Jahr halbiert hat und die Kosten der Kreisvolkshochschule für administrative Aufgaben gestiegen sind, war eine Finanzierungslücke entstanden. Das Programm in seiner bisherigen Form stand auf der Kippe. Jetzt hat der Ausschuss für Jugend, Soziales, Bildung und Sport des Norder Rates im Sinne der Eltern entschieden.
Die Politik konnte zwischen drei Varianten wählen: 1. Die Zahl der verlässlichen Angebote wird deutlich reduziert. 2. Die Stadt trägt die Mehrkosten und schließt damit die Finanzierungslücke. 3. Die Eltern zahlen künftig noch mehr für das Angebot – statt wie bisher 60 Euro pro Woche künftig 72 Euro. Die Politik sprach sich für Variante zwei aus, die Stadt wird die Kosten also übernehmen.
Ferienprogramm deckt fast die ganzen Ferien ab
Immer mehr Familien sind auf das Angebot der Betreuung angewiesen, um auch in Ferienzeiten eine Betreuung für ihre Kinder zu haben. Denn meist reicht der Jahresurlaub von berufstätigen Eltern nicht, um alle Ferienzeiten abzudecken.
Die Aktionsgemeinschaft „Ferienprogramm für die Stadt Norden“ bietet in den Oster-, Sommer- und Herbstferien eine verlässliche Betreuung und auch Einzelangebote für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren an. Die Betreuung findet in der Regel an fünf Tagen in der Woche in der Zeit von acht bis 13 Uhr statt. In den Oster- und Herbstferien wird eine Betreuung für den gesamten Zeitraum angeboten. In den Sommerferien werden für fünf der sechs Wochen Betreuungsangebote gewährleistet.
Bis zu 400 Kinder nutzen jährlich das Angebot
Dabei ist die Zahl der Betreuungsangebote in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen: von acht verlässlichen Angeboten im Jahr 2009 auf 29 im Jahr 2023. Den Höchstwert erreichte das Programm 2022. In dem Jahr gab es 31 verlässliche Angebote, die von 358 Kindern besucht wurden. Für das Jahr 2024 könnten derzeit 24 Angebote organisiert werden, heißt es in der Sitzungsvorlage.
Geldprobleme gibt es dabei nicht zum ersten Mal. So wurden die Programmhefte bis zum Jahr 2022 durch Werbeanzeigen finanziert. Das Einwerben der Anzeigen gestaltete sich aber laut der Organisatoren immer schwieriger – insbesondere durch die Folgen der Corona-Pandemie. Um Kosten zu sparen wurde deshalb der Umfang der Hefte sowie die Auflagenhöhe reduziert. Das Programmheft wird an allen Norder Grundschulen und an öffentlichen Orten verteilt. Die digitale Version wird auf den Seiten der Stadt Norden und der Kreisvolkshochschule Norden veröffentlicht. Zudem gibt es einen E-Mail-Verteilter, über die interessierte Eltern bereits frühzeitig das Ferienangebot durch die städtische Gleichstellungsbeauftragte, Elke Kirsten, erhalten.