6. Ostfriesischer Freiheitsmarsch Wandern mit einigen Änderungen
Für den sechsten Ostfriesischen Freiheitsmarsch gibt es einen neuen Termin und einen neuen Start- und Zielort. So übersteht man die Langstrecken über 23 und 42 Kilometer.
Aurich - Fasziniert steht Andreas Epple vor dem großen Banner im Schulungsraum des MTV Aurich. Dort haben sich viele Wanderer verewigt, die im vergangenen Jahr am Ostfriesischen Freiheitsmarsch teilgenommen haben. Sofort fallen dem Initiator Geschichten zu den Unterzeichnern ein. Über Teilnehmer aus dem Breisgau oder aus anderen Teilen Deutschlands. Virtuell haben Wanderer aus vielen verschiedenen Ländern mitgemacht. Ganz nach dem Motto „Möge das Wandern uns vereinen“ hat der Marsch auf den Pfaden der ostfriesischen Geschichte einen internationalen Anstrich.
Das ist ganz im Sinne der Veranstalter, Sponsoren und Helfer. Vor der sechsten Ausgabe des Marsches wollen die Ostfriesen auch ein Zeichen setzen. Der Faschismus gewinnt wieder an Boden. Die Ostfriesen waren immer Demokraten. Wir zeigen mit dem Freiheitsmarsch, dass wir offen mit unseren Mitmenschen umgehen. Wir haben einige internationale Gäste, das ist ein tolles Zeichen“, sagt MTV-Vorsitzender Wilfried Theessen.
Neuer Termin im Juni
Der sechste Marsch wartet mit einigen Änderungen auf. Die wichtigste: Die Wanderungen über 5, 10, 23 und 42 Kilometer finden dieses Mal am Sonnabend und Sonntag, 8. und 9. Juni, statt. Sonst machten sich die Wanderer erst im September auf den Weg. Der Grund ist terminlicher Natur. „Wir lagen immer im sportlichen Clinch mit einer Wander-Veranstaltung in Italien“, erzählt Epple über die Beweggründe der Vorverlegung. Nun wird es ein sportlicher Juni. Der Marsch liegt genau zwischen dem Emder Matjeslauf und dem Auricher Sparkassenlauf.
Start- und Zielort ist zum ersten Mal das Auricher Ellernfeld, weil das Große Sett nicht zur Verfügung steht. Für die Organisatoren ein Testballon. „Wir hatten das Ellernfeld immer im Kopf, für den Fall, dass wir mehr Teilnehmer haben“, so Epple. 800 waren es im vergangenen Jahr, nach Wunsch der Veranstalter dürfen es im Juni ruhig noch mehr werden.
Wanderer aus vielen verschiedenen Ländern
Die Teilnehmer müssen ihren inneren Kompass ein wenig umgewöhnen, die dritte Änderung betrifft die Richtung der Strecken. Dieses Mal werden sie getauscht. So geht es nun am Sonntag zu einem besonderen Ort der friesischen Geschichte, dem „Upstalsboom“. 60 Helfer des MTV, der Johanniter, verschiedener Feuerwehren und der Bauhof der Stadt Aurich sollen für einen reibungslosen Ablauf sorgen.
Die Wanderer kamen im vergangenen Jahr auch aus anderen Ländern wie Österreich, Belgien oder Luxemburg. Unter den virtuellen Teilnehmern, die Bedingungen für die Medaillen und Abzeichen dürfen auch an anderen Orten erfüllt werden, waren sogar Wanderer aus den Vereinigten Staaten. Medaillen gibt es für die Durchläufer in den verschiedenen Kategorien. Wanderer, die zum sechsten Mal mit dabei sind, dürfen sich auf einen Pin freuen. Die Teilnehmer dürfen auch noch vor Ort entscheiden, wie lange sie wandern wollen.
Wer holt den Wanderpokal?
Und dann gibt es noch den Wanderpreis in Form eines Schuhs für die größte Laufgruppe. Nach der fünften Ausgabe durften sich die Sportler des Auricher Gymnasiums Ulricianum den Schuh in die Vitrine stellen. Epple ist schon gespannt, wer den Preis im Juni abräumen wird. Heißer Anwärter ist die hessische Gemeinde Hasselroth, die nach Aussagen von Epple bereits angekündigt hat, mit voller Kapelle in Aurich zu marschieren. Vielleicht hält ja die Gemeinde Ihlow dagegen, immerhin ist Bürgermeister Arno Ullrichs im vergangenen Jahr auch mitgelaufen.
Einen Tipp gibt Andreas Epple den Wagemutigen für die 23- und 42-Kilometer-Strecke mit auf den Weg. „Dafür muss man unbedingt vorher trainieren. Wichtig sind auch passende und eingelaufene Schuhe.“ Die 5- und 10-Kilometer-Strecke müsste auch ohne vorheriges Training zu schaffen sein. Die Wanderungen beginnen für die Langstrecken an beiden Tagen ab 7 Uhr, während die Kurzstreckler mittags loslaufen. „So kommen alle ungefähr gemeinsam im Ziel an“, sagt Epple.
Trainieren kann man beim MTV. Katja Druivenga von der Wanderabteilung bietet immer mittwochs ab 15 Uhr eine Wanderung an. Anmeldungen für den großen Marsch sind ab sofort unter www.ostfriesischer-freiheitsmarsch.de möglich.