Weiter hohe Strom- und Gaspreise Verbraucherschützer raten, Energieanbieter-Wechsel zu prüfen
Die Preisunterschiede in der Grundversorgung sind laut Mareke Eilers von der Auricher Verbraucherzentrale groß. Deshalb können bei einem Wechsel teils mehr als 2000 Euro im Jahr gespart werden.
Aurich - Trotz sinkender Handelspreise für Strom und Gas liegen die Preise in der Grundversorgung einiger Energieanbieter deutlich über dem Durchschnitt. Kunden sollten sich die Tarife ihrer Versorger daher genau anschauen und einen Anbieterwechsel prüfen, rät jetzt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Die Jahresabrechnung biete dafür einen guten Anlass. Neben den aktuellen Preisen enthalte sie den Jahresverbrauch, der für die Berechnung möglicher Tarife erforderlich ist.
„Nach dem Wegfall der Preisbremsen wird es wieder umso wichtiger, den eigenen Strom- und Gastarif zu überprüfen“, wird Mareke Eilers, Energierechtsberaterin in der Verbraucherzentrale Aurich, in einer Mitteilung zitiert. Wie groß das Einsparpotenzial mitunter ist, zeige ein Blick auf die Preise der Grundversorgung. „Für Gas zahlen Verbraucher in Niedersachsen aktuell je nach Gebiet rund 10 bis 18 Cent je Kilowattstunde, bei Strom variiert der Preis von etwa 30 bis 72 Cent je Kilowattstunde. Das heißt, manche Kundinnen und Kunden zahlen mehr als doppelt so viel wie andere“, erklärt Eilers.
„Wechsel nicht überstürzen“
Sonderverträge seien aktuell für etwa 8,5 Cent je Kilowattstunde (kWh) Gas sowie rund 26 Cent je kWh Strom zu haben. „Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas können Kunden somit mehr als 2.000 Euro im Jahr sparen, wenn sie eine teure Grundversorgung verlassen. Bei Strom sind es bei einem Jahresverbrauch von 2.500 Kilowattstunden rund 1.300 Euro.“
Doch auch für Verbraucher, deren Grundversorger im Mittelfeld liegt, könne sich ein Wechsel durchaus lohnen. Gemessen an den durchschnittlichen Preisen in Niedersachsen können laut Verbraucherzentrale auch hier rund 900 Euro bei Gas sowie 300 Euro bei Strom pro Jahr gespart werden. „Wir raten daher, einen Anbieterwechsel zu prüfen. In der Jahresabrechnung, die viele gerade erhalten haben, sind alle wichtigen Informationen, insbesondere der nächstmögliche Kündigungszeitpunkt, enthalten“, so Verbraucherberaterin Eilers.
Wer in der Grundversorgung sei, könne den Vertrag jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. „Bei der Auswahl eines geeigneten Tarifs sollten Verbraucher jedoch nichts überstürzen und Anbieter sowie Vertragsdetails vorab prüfen“, rät Mareke Eilers. Denn gerade Discount-Anbieter, die in den Rankings der Vergleichsportale oft auf den vorderen Plätzen landen, seien in der Vergangenheit negativ aufgefallen. Um „schwarze Schafe“ auszuschließen, reiche es häufig schon, online nach Erfahrungen und Bewertungen des Versorgers zu suchen.