Auricher Frauen setzen sich ein  Erfolg im Kampf gegen Brustkrebs

| | 06.02.2024 12:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Auricher Ratsfrauen Antje Harms (SPD, von links), Almut Kahmann (SPD), Erika Biermann (SPD), Ingeborg Hartmann-Seibt (SPD) und Dore Löschen (AWG) beim Mammobil in Aurich zusammen mit Birgitt Kampen-Neumann vom Mammographie-Screening Niedersachsen-Nordwest. Foto: Privat
Die Auricher Ratsfrauen Antje Harms (SPD, von links), Almut Kahmann (SPD), Erika Biermann (SPD), Ingeborg Hartmann-Seibt (SPD) und Dore Löschen (AWG) beim Mammobil in Aurich zusammen mit Birgitt Kampen-Neumann vom Mammographie-Screening Niedersachsen-Nordwest. Foto: Privat
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Schon seit Jahren setzen sich Auricher Ratsfrauen dafür ein, dass mehr Frauen eine Brustkrebsvorsorge mittels Mammographie erhalten. Jetzt gab es einen Erfolg.

Aurich - Es war ein jahrelanger Kampf, den sie ausgefochten haben: Ingeborg Hartmann-Seibt und weitere Frauen aus dem Auricher Rat setzten sich dafür ein, dass mehr Frauen eine umfangreiche Brustkrebsvorsorge bekommen. Der Einsatz hat sich gelohnt. In diesem Jahr können Frauen ab 70 sich auch für einen Termin für eine Mammographie melden.

Zuvor gab es die Mammographie nur für Patientinnen bis einschließlich 69 Jahre.

Ingeborg Hartmann-Seibt möchte sich dieses Jahr auch um einen Termin bemühen. Die 73-Jährige war in den Jahren zuvor regelmäßig zur Brustkrebsvorsorge. Doch nun konnte sie wegen der bisherigen Altersgrenze nicht mehr regelmäßig zur Brustkrebsvorsorge gehen. Ab dem 1. Juli kann sie sich nun um einen Termin kümmern. Dass es soweit kommt, dafür haben sie und die anderen Auricher Ratsfrauen jahrelang gekämpft. Schon 2018 zeigten sie bei einem Pressegespräch in dem Mammobil, wie die Brustkrebsvorsorge abläuft. Schon damals wunderten sich die Auricherinnen darüber, warum plötzlich ab 70 die Vorsorge nicht mehr stattfinden soll. Es habe sich im Laufe der Jahre herausgestellt, dass auch Frauen jenseits der 70 an Brustkrebs erkranken können, so Ingeborg Hartmann-Seibt. Eine bundesweite Petition, in die Wege geleitet von den Landfrauen Friesland-Wilhelmshaven, griff das Anliegen 2019 auf.

Überall unterwegs für Unterschriften

Die Auricher Ratsfrauen sammelten in der Fußgängerzone, in Geschäften, bei Vereinen Unterschriften für die Petition. Beim ersten Neujahrsempfang von Horst Feddermann fingen die Ratsfrauen die Gäste am Eingang ab. „Da ist eigentlich keiner reingekommen, ohne zu unterschreiben“, sagt die Auricherin. Mit der Unterstützung der Auricherinnen konnten so mehr als 80.000 Unterschriften gesammelt werden. Im September wurde dann die Altersanhebung im Bundesausschuss beschlossen. Nun können ab dem 1. Juli Frauen von 50 bis 75 von der Mammographie profitieren. Wer sich dabei einmal anmeldet und teilnimmt, bekommt dann alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammographie.

Ingeborg Hartmann-Seibt ist erleichtert, dass nun auch Frauen ab 70 in das Screening-Programm wiederaufgenommen werden. Mehr als 7000 Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren werden mit einem Terminvorschlag zu der so wichtigen Früherkennung alle zwei Jahre eingeladen. Die Hälfte der Frauen bekamen die Einladung zum Mammobil in der Zeit vom 12. Dezember bis zum 18. Januar. Die andere Hälfte der Frauen bekommen in den nächsten drei bis vier Monaten die Einladung zur Screening Praxis. So soll auch der größere Andrang bewältigt werden.

So geht es zum Termin

Wer bereits älter als 70 Jahre ist, bekommt nicht automatisch eine Einladung, sondern muss sich selbst um einen Termin kümmern.

Die Termine werden voraussichtlich ab Juli über Telefon (0421) 36116800 oder online niedersachsen.mammotermin.de vergeben.

Auch wenn der Schritt jetzt geschafft ist, Ingeborg Hartmann-Seibt und die anderen Auricher Ratsfrauen haben schon ein neues Ziel im Blick. Die Überprüfung für Frauen ab 45 Jahren läuft. Aber auch Frauen ab 40 Jahren sollten schon eine Mammographie erhalten können. Dafür wollen sich die Auricherinnen noch einsetzen. Den Sous-Turm rosa anleuchten oder in Zusammenarbeit mit einem Auricher Modehaus BHs einsammeln und pink einfärben: Das sind Ideen, wie auf das Thema aufmerksam gemacht werden könnte. Damit künftig auch noch mehr Frauen von der Brustkrebsvorsorge profitieren können.

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