Hamburg Sterbegeldversicherung: Wann sie sinnvoll ist – und wann nicht
Geld für die eigene Beerdigung sparen, um die Familie finanziell zu entlasten: Viele Menschen nutzen dafür Sterbegeldversicherungen. Aber sind sie der beste Weg, um Geld für die Bestattung zurückzulegen? Die Stiftung Warentest kommt in ihrem Test zu einem klaren Ergebnis.
Je älter man wird, desto öfter erhält man Werbung für Sterbegeldversicherungen. Diese versprechen, die Angehörigen im Todesfall bei den Bestattungskosten zu unterstützen. Der Versicherungsnehmer setzt einen bestimmten Betrag fest, der nach seinem Tod an die Hinterbliebenen ausgezahlt wird und muss dafür monatlich einen festen Beitrag zahlen.
Die Stiftung Warentest hat 27 Anbieter von Sterbegeldversicherungen untersucht und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: in den meisten Fällen lohnen sich diese nicht. Für die Tester gibt es einige klare Faktoren, die gegen den Abschluss einer Sterbegeldversicherung sprechen.
Zunächst einmal empfehlen die Experten, sich grundsätzlich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen – das betrifft auch die Kosten, die für die eigene Beerdigung anfallen. Diese hängen stark von den eigenen Wünschen ab und bewegen sich meist zwischen ungefähr 2500 und 10.000 Euro, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Dabei sind die Angehörigen in der Pflicht, für die Beerdigung zu zahlen. Hat man kein eigenes Vermögen, kann man beim Sozialamt einen Antrag auf Kostenübernahme stellen.
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Die Stiftung Warentest empfiehlt, sich zunächst zu fragen, ob man die Kosten für die eigene Beerdigung selbst übernehmen möchte. Wollen die Angehörigen für diese aufkommen, entfällt die Notwendigkeit, eine Sterbegeldversicherung abzuschließen. Das Gleiche gilt, wenn man bereits ausreichend Vermögen angespart hat. Möchte man aber jedoch noch Geld für die eigene Beerdigung ansparen, sollte man sich zunächst mit einer entscheidenden Frage beschäftigen.
Diese ist zugegebenermaßen nicht leicht zu beantworten: Was für eine Lebenserwartung hat man realistischerweise noch? Im Test von Stiftung Warentest wurden verschiedene Angebote für eine Versicherungssumme von 7000 Euro verglichen. Typischerweise zahlt man in die Sterbegeldversicherung monatlich für zehn, 20 Jahre oder bis zum Tod ein. Von den Beiträgen werden Abschluss- und Verwaltungskosten abgezogen, der Rest wird verzinst. Aktuell stellen Lebensversicherer einen Zins von 0,25 Prozent in Aussicht sowie eine Überschussbeteiligung.
Das große Problem aus Verbraucher-Sicht ist laut Stiftung Warentest das Risiko der Überzahlung. Bei einer getesteten Versicherung würde ein Kunde über 20 Jahre bei einem monatlichen Beitrag von 49 Euro insgesamt 11.786 Euro an die Versicherung zahlen. Im Todesfall würde diese 7000 Euro plus eine Überschussbeteiligung auszahlen. Man zahlt also mehr ein, als man aus der Versicherung bekommt.
Würde man stattdessen einfach 49 Euro pro Monat zur Seite legen, ohne etwas damit zu machen, hätte man die 7000 Euro bereits nach zwölf Jahren zusammen. Dabei spart man sich die Gebühren der Versicherung. Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Risiko bei Sterbegeldversicherungen ist laut Stiftung Warentest, dass diese vergessen werden. Wenn diese vor Jahrzehnten abgeschlossen wurden, können sie leicht in Vergessenheit geraten. Wird der Todesfall bei der Versicherung nicht gemeldet, bleibt das Geld bei ihr.
Wer spezifisch für die eigene Beerdigung sparen möchte, hat zudem auch andere Optionen, die sich lohnen können. Stiftung Warentest schlägt etwa Tagesgeldkonten, Banksparpläne oder Konten mit Sperrvermerk vor. Bei letzterem erhält eine vorher bestimmte Person im Todesfall Zugriff auf das Konto, wenn sie eine Sterbeurkunde vorlegt.
Darüber hinaus bieten auch viele Bestattungsunternehmen einen sogenannten Bestattungsvorsorge-Vertrag an. Dabei kann die eigene Beerdigung vorab geplant und bezahlt werden. Die Finanzierung kann über verschiedene Wege stattfinden: Sterbegeldversicherung, Sperrkonto oder Verwaltung des Geldes durch eine Treuhandgesellschaft.
Dennoch kann eine Sterbegeldversicherung für manche Menschen sinnvoll sein. Laut Stiftung Warentest vor allem für Menschen, die noch ausreichend Geld für ihre Beerdigung ansparen wollen, die aber davon ausgehen, dass ihre Lebenserwartung – zum Beispiel auf Grund von Vorerkrankungen – unter zwölf Jahren liegt. Für diese Gruppe könnte eine Sterbegeldversicherung mit 20 Jahren Laufzeit lohnen. Denn rein rechnerisch gelte: Die Police lohne sich, wenn der Versicherte vor Ende der Beitragszahlungspflicht sterbe.