Hamburg  Promis wie Judith Rakers verlassen die ARD-„Tagesschau“ – was Sprecher dort verdienen

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 02.02.2024 18:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Blumen zum Abschied: Judith Rakers moderierte zum letzten Mal die ARD-„Tagesschau“. Foto: dpa/Tagesschau
Blumen zum Abschied: Judith Rakers moderierte zum letzten Mal die ARD-„Tagesschau“. Foto: dpa/Tagesschau
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Die ARD-„Tagesschau“ verliert mit Judith Rakers ein weiteres bekanntes Gesicht als Moderatorin. Sie ist nicht der erste Promi-Abgang bei Deutschlands meistgesehener Nachrichtensendung. Was verdienen die Sprecher dort eigentlich?

Jan Hofer, Linda Zervakis und zuletzt Judith Rakers: Die ARD-„Tagesschau“ als Nachrichten-Flaggschiff im deutschen Fernsehen hat bei ihnen als berufliche Nummer eins ausgedient. Sie alle widmeten sich neuen Aufgaben oder wechselten zur privaten Konkurrenz.

Rakers hatte ihren Abgang so begründet: „Nach 19 erfolgreichen und spannenden Jahren bei der ‚Tagesschau‘ habe ich mich schweren Herzens entschlossen, zu gehen. Es ist an der Zeit, den Fokus in meinem Leben auf andere Projekte zu lenken, meine unternehmerische Tätigkeit weiter auszubauen und Neues anzupacken, für das neben dem Nachrichten-Schichtdienst bisher zu wenig Zeit war“, erklärte sie in einer Mitteilung.

Mehr Zeit hat die 48-Jährige jetzt für ihren großen Garten, den sie als Selbstversorgerin bewirtschaftet. Außerdem schreibt sie Garten- und Kinderbücher. Im Gespräch mit unserer Redaktion berichtete die Moderatorin, die in der Nähe von Hamburg lebt, wie es dazu kam.

Der Abschied von Judith Rakers war nicht der erste prominente Sprecher-Abgang bei der „Tagesschau“. Vor ihr verließen bereits Jan Hofer im Dezember 2020 und Linda Zervakis im April 2021 die Nachrichtensendung. Beide wechselten zum Privatfernsehen. Ebenso Pinar Atalay, die den ARD-Tagesthemen den Rücken kehrte.

Der langjährige Moderator Marc Bator wechselte bereits im Jahr 2013 von der „Tagesschau“ zu Sat. 1. Angesichts der gehäuften Abgänge in der jüngsten Vergangenheit warf er gegenüber dem Nachrichtenportal „t-online“ die Frage auf, was der Anlass dafür gewesen sei. Gab es möglicherweise gemeinsame Gründe, die bei den jeweiligen Entscheidungen eine Rolle spielten?

Bator meinte: „Dass die Art der Verträge, der Status der Beschäftigung, zu meiner Zeit ständig wechselnde Dienstzeiten und die geringe Vergütung für die Präsentation der einzelnen Sendungen im Vergleich zur Marktmacht und Reichweite des Formats aus der Zeit gefallen sind, könnte die Entscheidung für die Beteiligten leichter machen.“

Was Sprecher bei der „Tagesschau“ verdienen, hat der NDR gegenüber „t-online“ offengelegt. Eine Sprecherin bestätigte die Angaben auf Anfrage unserer Redaktion. Demnach erhalten die Sprecher für die Hauptsendung um 20 Uhr ein Honorar in Höhe von 285,49 Euro. Diese Summe zahlt der öffentlich-rechtliche Sender seit dem 1. Januar 2023. Durch Tarifabschlüsse habe es seit 2019 prozentuale Steigerungen gegeben. Der NDR wies darauf hin, dass die Sprecher freie Mitarbeiter seien und eine Schicht in der Regel mehrere Sendungen umfasse.

Mit mehr Arbeit und Verdienst können nach dem Abgang von Judith Rakers die fünf verbliebenen „Tagesschau“-Gesichter Jens Riewa, Susanne Daubner, Julia-Niharika Sen, Thorsten Schröder und Constantin Schreiber rechnen. Der Grund: Die Stelle von Rakers wird nicht nach besetzt. Die aktuellen Moderatoren sollten die Möglichkeit bekommen, künftig häufiger die 20-Uhr-Ausgabe zu präsentieren, hieß es vom NDR gegenüber „t-online“.

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