Bauprojekt  Kahlschlag am Wasserwerk in Siegelsum

| | 26.01.2024 20:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das neue Wasserwerk in Siegelsum hat inzwischen Form angenommen. Ende 2025 soll es in Betrieb gehen. Foto: Thomas Dirks
Das neue Wasserwerk in Siegelsum hat inzwischen Form angenommen. Ende 2025 soll es in Betrieb gehen. Foto: Thomas Dirks
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Auf dem Gelände des Wasserwerks in Siegelsum ließ der OOWV Bäume und Büsche beseitigen. Was das mit dem Neubau zu tun hat und wie weit dieser fortgeschritten ist.

Siegelsum - Bäume, Buschwerk – alles weg: Auf dem Gelände des alten Wasserwerks in Siegelsum wurde in den vergangenen Tagen mächtig geholzt. Mitarbeiter einer Fachfirma haben auf den Flächen parallel zum Diekweg und zur Bundesstraße den gesamten Bewuchs entfernt.

Wie Heiko Poppen, Pressesprecher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV), auf Anfrage mitteilte, hängt dies mit dem Bau des neuen Wasserwerks zusammen. Die Rodungsarbeiten seien eine vorbereitende Maßnahme für den erdverlegten Rohrleitungsbau. Wie Poppen erklärte, müsse eine neue Trinkwasserleitung verlegt werden. Die Maßnahme sei beim Landkreis Aurich angemeldet und von der Behörde mit Auflagen zur späteren Kompensation genehmigt worden.

Auf dem Gelände des alten Siegelsumer Wasserwerks wurden Büsche und Bäume entfernt. Foto: Thomas Dirks
Auf dem Gelände des alten Siegelsumer Wasserwerks wurden Büsche und Bäume entfernt. Foto: Thomas Dirks

Ökologisch begleitet wird der Wasserwerk-Neubau in Siegelsum vom OOWV-Tochterunternehmen „Stadt.Land.Grün GmbH“. Das „Team Biodiversitätsmanagement“ hat ein Konzept für die späteren Ausgleichsmaßnahmen erarbeitet. Nach Angaben von Biologin Manon Thale-Döring müssen 1622 Quadratmeter Fläche kompensiert werden. Der Leitungsbau werde keinen dauerhaften Flächenverlust zur Folge haben, sondern aus einer „temporären Flächeninanspruchnahme“ bestehen, sodass eine Kompensation an Ort und Stelle möglich sei.

Im Zuge der Kompensation solle das Gelände sogar ökologisch aufgewertet werden. Daher werden nicht-heimische Ziergebüsche auch nicht wieder angepflanzt und Teile des Scher-Rasens durch Kräuter- und Klimarasen ersetzt. Bisherige Wegflächen sollen in gleichem Ausmaß wieder hergestellt werden, heißt es. Diverse Hecken sollen Insekten und Vögeln vielfältige Angebote an Blüten, Früchten sowie Nistmöglichkeiten bieten und Fledermäusen als Leitlinien dienen.

Meilenstein in der Baugeschichte

Angepflanzt werden sollen: Rote Hartriegel, Haseln, Weißdorne, Schlehen, Faulbäume, Holunder, Schneeball, Rosen, Vogelbeeren, Pfaffenhütchen und Himbeeren.

Wie mehrfach berichtet, lässt der OOWV in Siegelsum für rund 18 Millionen Euro ein neues Wasserwerk bauen. Begonnen hatte das Bauprojekt im März 2021. Der offizielle Spatenstich folgte am 13. Juli 2021. Im Februar vergangenen Jahres folgte eines jener Ereignisse, die irgendwann rückblickend als Meilenstein in der Baugeschichte des neuen Wasserwerks bezeichnet werden: Auf der Baustelle wurden die Kessel der Filteranlage eingebaut (wir berichteten). Ein Autokran hievte die jeweils 20 Tonnen schweren Stahlbehälter in den Rohbau. Ein späterer Einbau wäre technisch nicht möglich gewesen. Die fünf Meter im Durchmesser messenden und 8,20 Meter hohen Filterkessel gehörten zur zweiten Reinigungsstufe in dem neuen Werk. Sie werden später dafür sorgen, dass Mangan aus dem Rohwasser entfernt wird. Für die erste Filterstufe, in der dem Wasser das Eisen entzogen wird, wurden seinerzeit drei weitere, aber kleinere Kessel eingebaut.

Im Februar 2023 wurden die Filterkessel eingebaut. Foto: Thomas Dirks
Im Februar 2023 wurden die Filterkessel eingebaut. Foto: Thomas Dirks

Nach Angaben Poppen soll das neue Wasserwerk seinen Betrieb im Dezember 2025 aufnehmen. Vorher findet in den Sommermonaten ein Probebetrieb parallel zum alten Wasserwerk aus dem Jahr 1958 statt. In dieser Zeit wird das neue System auf Herz und Nieren geprüft. Läuft dabei alles nach Plan, geht das neue Werk anschließend ans und das alte vom Netz.

„Das Gebäude ist bis auf ein paar kleine Restarbeiten fertiggestellt“, so Poppen. Jetzt folge der Innenausbau mit den Fliesenlegearbeiten sowie die Installation der Verfahrenstechnik. „Dies wird uns noch das ganze Jahr beschäftigen“, sagt der Sprecher. Im Anschluss daran folge die Installation der Elektrotechnik.

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