Hamburg Landesverteidigung: Warum Ausländer in der Bundeswehr auch nicht helfen
Verteidigungsminister Boris Pistorius bringt eine alte Idee wieder in die Debatte: In der Bundeswehr könnten künftig auch ausländische Bewerber dienen. Dagegen spricht wenig, helfen wird es in Bezug auf die Personallage aber nicht. Es sollte jetzt endlich um die Wehrpflicht gehen.
Muss man Deutscher sein, um das Land zu verteidigen? Nein. Aber man könnte es werden, indem man es tut. Hier profitieren beide Seiten: Im Tausch für den Dienst in der Bundeswehr gibt es erleichterten Zugang zur Staatsbürgerschaft. So handhaben es andere Länder der Welt auch, die USA etwa, Großbritannien oder auch Frankreich, Belgien und Dänemark.
Die Idee, die Bundeswehr auch für ausländische Bewerber zu öffnen, gibt es schon lange. 2016 fand sie im Konjunktiv erstmals ihren Weg ins Weißbuch. Seitdem ist die Personallage der Bundeswehr nicht besser geworden, die Bedrohungslage aber höher. Folgerichtig also, dass Verteidigungsminister Boris Pistorius die Idee nun wieder aufgreift.
Allerdings sollte man nicht glauben, dass mit der Öffnung der Bundeswehr für ausländische Bewerber ein Wunder passiert: In den anderen Armeen dieser Welt, die diese Praxis längst handhaben, sind die Zahlen ausländischer Soldaten vergleichsweise gering. Das liegt auch an den naturgemäß hohen Anforderungen: Die Bewerber müssen meist einige Jahre in dem Land gelebt haben, der Sprache in Wort und Schrift mächtig sein – und ihr Dienst in der Armee darf etwaige Dienstpflichten und Gesetze in ihren Heimatländern nicht verletzen. So erlauben viele Staaten den Dienst in fremden Streitkräften gar nicht, wodurch sich die Bewerber strafbar machen würden. Oder es müssen zunächst Dienstzeiten in ihren eigenen Armeen geleistet werden.
Das alles zu prüfen, braucht Zeit – und wird in vielen Fällen zur Ablehnung führen, weil die Voraussetzungen nicht gegeben sind. Das spricht zwar nicht gegen den Vorschlag an sich. Allerdings sollten weder der Verteidigungsminister noch die Öffentlichkeit sich jetzt in langwierigen Debatten darüber verzetteln. Denn das Personalproblem der Bundeswehr wird mit ausländischen Bewerbern nicht annähernd zu lösen sein. Anstatt sich jetzt also mit Nischenproblemen zu befassen, sollte es jetzt ernsthaft um die Wiedereinführung der Wehrpflicht gehen. Für die Landesverteidigung sind in erster Linie nun mal die Deutschen zuständig, ob es ihnen gefällt oder nicht.