Hoheberger Weg Eltern sind in Sorge um ihre Schulkinder
Seit vier Wochen gilt im Hoheberger Weg: Radfahrer müssen nicht den Geh- und Radweg nutzen. Erwünscht ist das Fahren auf der Straße. Das empört Eltern – sie fordern mehr Sicherheit für ihre Kinder.
Aurich - In Sorge sind die Eltern der Auricher Gymnasiasten und Realschüler wegen der neuen Verkehrsführung am Hoheberger Weg. Dort sind seit Kurzem Radfahrer auf dem Gehweg nur noch geduldet. Das Verkehrsschild „Radfahrer frei“ begrenzt die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf fünf Kilometer pro Stunde – das ist Schrittgeschwindigkeit.
Fahrradfahrer sollen mehr auf der Straße fahren. Das ist der Grundsatz, der seit einiger Zeit in der Straßenverkehrsordnung festgeschrieben ist. Ein Grundsatz, den die Stadt Aurich jetzt umsetzt. Laut Fahrradclub ADFC mit 25 Jahren Verspätung. So lange nämlich würden die neuen Regelungen bereits gelten.
Schüler wechseln zwischen Gehweg und Straße
Das führe aber zu gefährlichen Situationen, sagt Alwin Müller, Schulelternratsvorsitzender des Gymnasiums Ulricianum, im Gespräch mit unserer Zeitung. Er hat sich zusammen mit dem Schulelternratsvorsitzenden der Realschule Aurich, Eike Holzhausen, an die Stadt Aurich gewendet, um die Situation im Hoheberger Weg zu verbessern. Denn mit der neuen Beschilderung seien viele Schulkinder gezwungen, die Fahrbahn des stark befahrenen Hoheberger Weges zu nutzen. Insbesondere bei den derzeitigen Witterungsbedingungen mit Schnee und Eisglätte komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen, so Müller.
Das gelte umso mehr, weil die Schüler wegen des Verkehrs immer wieder gezwungen seien, zwischen dem Gehweg und der Fahrbahn zu wechseln. „Dies stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar und ist den Schülern nicht zuzumuten.“ Müller bittet daher im Namen der Eltern des Gymnasiums darum, die Verkehrsführung zu überprüfen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit für die Kinder zu verbessern.
Wer trägt Verantwortung?
Eike Holzhausen geht im Gespräch mit unserer Zeitung noch einen Schritt weiter. Er verlangt die Rückkehr zur alten Situation, in der den Radfahrern die Nutzung des Geh- und Radweges vorgeschrieben wurde. „Die Schüler sollten nicht auf der Straße fahren müssen.“ Sollte es bei der jetzigen Regelung bleiben, müsste der Betriebshof zumindest sehr kurzfristig Sicherungsmaßnahmen durchführen. Dazu gehöre zum Beispiel ein auch vom ADFC gefordertes Tempolimit auf dem Hoheberger Weg. Dazu gehöre aber auch die Markierung eines Fahrradstreifens auf der Fahrbahn, um Autofahrern zu verdeutlichen, dass es noch weitere Verkehrsteilnehmer gibt.
Holzhausen wie Müller stellen die Frage, wer im Falle eines Unfalls an der Gefahrenstelle Hoheberger Weg verantwortlich ist. „Bei einer derart komplexen und potenziell gefährlichen Verkehrssituation, wie sie am Hoheberger Weg besteht, ist es unerlässlich, Klarheit darüber zu haben, wer im Falle eines Unfalls, bei dem Schüler aufgrund der bestehenden Verkehrsführung verletzt werden, die Verantwortung trägt“, sagt Müller. Diese Frage sei nicht nur aus rechtlicher Sicht von Bedeutung, sondern auch, um das Sicherheitsbewusstsein und die Dringlichkeit der Situation bei allen Beteiligten zu erhöhen. Auch darum fordere der Schulelternrat die Stadt auf, diese Situation umgehend zu überprüfen und die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Sicherheit der Schüler zu gewährleisten.
Bereits Mitte Dezember hatten sich die beiden Schulelternratsvorsitzenden an die Stadt Aurich gewandt. Sowohl Bürgermeister Horst Feddermann wie auch Johann Stromann, Leiter der Stabsstelle des Bürgermeisters, seien angeschrieben worden. „Eine Antwort haben wir aber nie erhalten“, so Holzhausen. Auf Nachfrage sagt Johann Stromann, dass er spontan nichts zum Hoheberger Weg sagen könne. Dazu müsste er zunächst Rücksprache mit den betroffenen Abteilungen im Rathaus, insbesondere mit dem Ordnungsamt, halten.
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