Fehmarn „Nord bei Nordwest“ im Koma: Die ungewöhnlichste Folge erklärt
„Nord bei Nordwest“ trifft in dieser Woche in doppelter Hinsicht mitten ins Herz: Weil Jule und Hauke endlich miteinander im Bett seines Hausboots landen. Aber auch, weil Hauke in der Episode „Die letzte Fähre“ einen Herzschuss erleidet. Stirbt der Held? Kommt er unter die Haube?
„Nord bei Nordwest“ spielt am Donnerstag mit den Publikumserwartungen: Werden Jule und Hauke ein Liebespaar? Ihre Bettszene spricht sehr dafür. Genauso gut kann der Küstenkrimi aber auch mit dem Tod des Helden enden. Die Episode heißt „Die letzte Fähre“. Ist es am Ende – die Fähre in den Tod?!
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Was läuft da eigentlich zwischen Tierarztpraxis und dem Polizeirevier? Genauer gesagt: zwischen Hauke, Hannah und Jule? Eben noch hat Jule (Marleen Lohse) eifersüchtig einen Pfeil zwischen die Polizisten Hauke (Hinnerk Schönemann) und Hannah (Jana Klinge) geschossen – als die sich am Strand gefährlich nahekamen. Und plötzlich liegen die Tierarzthelferin und Hauke nackt miteinander im Bett.
Da ist sie also, die vor Sinnlichkeit vibrierende Szene, auf die Fans seit Jahren warten. Endlich schafft das Drehbuch Klarheit im nord-nordwestlichen Beziehungsdreieck. Oder doch nicht? Als Hauke und Jule nach der Liebesnacht romantisch über den Anfang ihrer Liebe plaudern, sagt Jule nämlich: „Damals, auf der Polizeischule …“ Wie, bitte? Seit wann lernen Tierarzthelferinnen auf der Polizeischule? Irgendetwas stimmt hier nicht.
Es ist nicht die einzige Irritation in diesem Küstenkrimi. Nicht genug damit, dass die Tierarzthelferin (!) Jule Uniform und Waffe trägt. Die Polizistin (!) Hannah Wagner entbindet umgekehrt als Tierärztin eine trächtige Sau. Kriminaltechniker Puttkammer nimmt währenddessen in der Schwanitzer Gastwirtschaft die Bestellungen auf.
Was ist hier los? Es ist der reine Übermut aller Produktionsbeteiligten. „Nord bei Nordwest“ schenkt sich eine Folge jenseits aller Handlungslogik. In den ersten Minuten schießt ein entflohener Sträfling Hauke Jacobs in die Brust. Ab jetzt ringt der Polizist um sein Leben – und hat im Koma einen Traum, der fast die gesamte Handlung des Donnerstagskrimis füllt.
In der verkehrten Welt von Haukes Fantasie haben seine Kollegen und Bekannten die Rollen getauscht. Nur der Sträfling, der auf ihn geschossen hat, ist noch er selbst – und liefert sich ein Wettspiel mit dem Ermittler. Der Verbrecher macht Jagd auf Haukes Freunde; wenigstens einem von ihnen muss der Polizist bis zwölf Uhr das Leben retten. Dann wird er wieder aus dem Koma erwachen. Verliert er das tödliche Spiel, bringt ihn „Die letzte Fähre” unweigerlich ins Jenseits.
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Dass Jule bald Jacobs heißt, bleibt also in jedem Fall eine Fiebertraumfantasie. Haukes Herzschuss aber ist real. Und erst am Ende der Folge steht fest, ob die Ärzte ihn retten können. Oder ob das Erste an diesem Donnerstag die letzte Folge aus der Reihe „Nord bei Nordwest“ zeigt.
Sendetermin: „Nord bei Nordwest: Die letzte Fähre“, ARD, Donnerstag, 18. Januar 2024, 20.15 Uhr. Hier finden Sie die „Nord bei Nordwest“-Folge in der ARD-Mediathek.
Transparenz: In einer früheren Fassung haben wir den Namen der Polizistin verwechselt und eine falsche Zeitangabe im Text stehen lassen. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen und danken dem aufmerksamen Leser.
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