Nächster Ausstand  Norden ab Mittwoch quasi ohne Bahnanschluss

| | 09.01.2024 17:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Touristen laufen mit Rollkoffern am Bahnhof Norddeich-Mole entlang: Welche Züge sie ab Mittwoch erreichen können, ist wegen des GDL-Streiks nicht klar. Foto: DPA
Touristen laufen mit Rollkoffern am Bahnhof Norddeich-Mole entlang: Welche Züge sie ab Mittwoch erreichen können, ist wegen des GDL-Streiks nicht klar. Foto: DPA
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Die Gewerkschaft der Lokomotivführer will vom 9. bis zum 12. Januar den Bahnverkehr bestreiken. In Norden fällt deshalb fast jeder Zug aus.

Norden - Wer in dieser Woche verreisen muss, hat es nicht leicht: Erst sperren die Landwirte die Straßen ab. Ab morgen beginnt der groß angekündigte Streik der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL). Für Norder gibt es die ersten Einschränkungen im Bahnverkehr aber bereits am Dienstagnachmittag.

Wie die Fahrplanauskunft der Bahn zeigt: Schon um 17.14 Uhr müssen Norder, die nach Bremen fahren wollen mit dem Bus zunächst nach Esens, dort weiter mit der Nordwestbahn nach Oldenburg und von dort mit der Deutschen Bahn weiter nach Bremen. Für die Strecke des Regionalexpresses von Norddeich (Mole) über Bremen Hauptbahnhof bis Hannover Hauptbahnhof kündigt die Bahn darüber hinaus lediglich an: „Die Züge verkehren vereinzelt.“ Was das für die konkrete Einzelfahrt bedeutet, müssten die Kunden in der Fahrplanauskunft herausfinden. Auch, ob es für alle Fahrten einen Ersatzverkehr mit Bussen geben wird, ist zurzeit noch unklar. Dies könne „aufgrund der Kurzfristigkeit derzeit nicht garantiert werden“, heißt es. „Reisende werden gebeten, sich vor einer Fahrt über ihre Reiseverbindung zu informieren, ob die Verbindung verfügbar ist“, heißt es von der Bahn.

Kein Zug ab Norden

Wer genau das tut und die Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn betätigt, sieht für Mittwoch, dass quasi kein einziger Zug von Norden aus abfährt. Ähnlich sieht es auch in den kommenden Tagen aus.

Die GDL hat Streikmaßnahmen für den Zeitraum von Mittwoch, 10. Januar, bis einschließlich Freitag, 12. Januar, Tagesende angekündigt. Dadurch kommt es in diesem Zeitraum zu massiven Beeinträchtigungen im Fern-, Regional- und S-Bahn Verkehr der Deutschen Bahn. Der Notfahrplan sichert laut Bahn nur ein „sehr begrenztes Zugangebot der Deutschen Bahn. Daher ruft die Bahn dazu auf, von nicht notwendigen Reisen während des GDL-Streiks abzusehen.

Gericht kann Streik noch kippen

Alle Fahrgäste, die ihre für Mittwoch bis Freitag geplante Reise aufgrund des Streiks der GDL verschieben möchten, können ihr Ticket laut Bahn zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Zugbindung ist aufgehoben. Das Ticket gilt dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort, auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden, teilt die Bahn auf ihrer Seite mit.

Auch ist noch nicht klar, ob der Streik tatsächlich bis Freitag stattfinden darf. Die Deutsche Bahn hat nach eigenen Angaben am 9. Januar einen weiteren Eilantrag auf einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht Frankfurt a. M. eingereicht, um den Streik abzuwenden. Die Entscheidung des Gerichts steht noch aus. Die Berufungsverhandlung werde um 17 Uhr beginnen, erklärte das Gericht.

Verschiedene Apps geben Auskunft

Ab Mittwochfrüh um 2 Uhr will die Gewerkschaft dann auch den Personenverkehr der Deutschen Bahn und weiterer Bahnunternehmen weitgehend lahmlegen. Der Ausstand soll laut GDL voraussichtlich bis Freitagabend um 18 Uhr andauern, bis dahin ist mit massiven Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs zu rechnen.

Informieren können sich die Bahnnutzer unter anderem mit der App DB Navigator fürs Handy. Auch auf der Website bahn.de ist zu sehen, welche Züge fahren. Zusätzlich gibt es noch die App „Bahnhof live“, in der alle Abfahrten des Tages aufgelistet sind - inklusive Verspätungen und Ausfällen.

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