Schulen Die Lehrer waren trotz Demo pünktlich – viele Schüler nicht
Einen generellen Schulausfall wegen der Bauerndemos gab es am Montag nur im Landkreis Friesland. Etliche Schüler waren dennoch nicht in den Schulen.
Aurich/Norden/Wiesmoor - Die beiden Städte Aurich und Wiesmoor gehörten zu den zentralen Punkten der Demonstrationen am Montag. In Aurich war mit der Pferdemarktkreuzung die meistbefahrene Kreuzung Ostfrieslands für zwölf Stunden gesperrt. In Wiesmoor war die Bundesstraße 436 dicht. Groß war daher auch bei Schulen die Sorge, wie ein geordneter Unterricht möglich sein könnte. Denn nicht alle Lehrer wohnen vor Ort und können mit dem Rad in die Schulen fahren. Und nicht alle Buslinien wurden am Montag bedient. Das machte es auch für die Schüler schwer, zum Unterricht zu gelangen.
So hatte das Busunternehmen Edzards Reisen bereits am Freitag mitgeteilt, dass etliche Verbindungen nach Aurich entfallen würden. Zum Problem wurde dabei nicht nur die Anreise zur Schule. Auch der Rückweg musste bedacht werden. Das machte sich in den Klassen bemerkbar. Voll besetzte Klassenräume waren eher die Ausnahme. Nur der Landkreis Friesland hatte den Unterricht an den allgemein bildenden Schulen am Montag abgesagt, weil der Schülertransport nicht gewährleistet werden konnte. Der Landkreis Aurich hatte die Schulausfall-Ampel auf seiner Homepage auf gelb gesetzt – und damit Eltern, Lehrer und Schüler verunsichert. Denn der Unterricht, so stand es im Begleittext, sollte stattfinden. Warum aber dann eine gelbe Ampel? Weil es im Ermessen der Eltern liegt, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken, wenn Eis, Schnee oder Demonstrationen den Schulweg unsicher machen.
40 Prozent der Gymnasiasten fehlten
Das bestätigt zum Beispiel Ulrike Sieckmann, Leiterin der KGS Wiesmoor. Ihre Schule hat Schüler aus den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund. Das Kollegium sei am Montagmorgen vollständig angetreten. Aber bei den Schülern habe rund die Hälfte der Jugendlichen gefehlt.
Ein ähnliches Bild ergab sich beim Auricher Gymnasium Ulricianum, wie Schulleiter Rüdiger Musolf bestätigt. Nur zwei Lehrkräfte seien im Homeoffice, da sie kleine Kinder hätten. „Es gab die Sorge, nicht rechtzeitig nach Hause zu kommen.“ Denn die Kleinkinder müssten pünktlich aus der Betreuung abgeholt werden. Etwa 60 Prozent der Schüler seien im Unterricht, obwohl einige Buslinien heute nicht bedient werden. Das sei in den einzelnen Klassen sehr ungleich verteilt, so Musolf. Es gebe Lerngruppen, bei denen kein Schüler fehlte – und es habe teilweise fast leere Klassenräume gegeben.
Elterntaxis statt Linienbusse
In der Realschule Aurich haben in den Klassen bis zu zwei Drittel der Schüler gefehlt. Das sagt Schulleiterin Kathrin Peters auf Anfrage. Andere Klassen seien voller gewesen, sodass knapp die Hälfte aller Realschüler wohl in der Schule gewesen seien. Das Kollegium hingegen war auch in der Realschule vollständig vertreten. Alle seien frühzeitig losgefahren, so Peters. Die Auricher Kollegen seien mit Fahrrädern angereist.
Ein ähnliches Bild ergab sich am Morgen an der IGS Aurich. Das Kollegium hatte es vollständig zum ersten Schultag nach den Ferien geschafft. Lücken gab es in der Schülerschaft, dafür waren ungewohnte Gäste vor Ort, wie eine Sprecherin sagte: Einige Eltern waren auf dem Schulgelände anwesend, weil sie ihre Kinder fahren mussten. Denn etliche Buslinien kamen nicht durch – im Gegensatz zu den Elterntaxis.
Wolfgang Grätz, Leiter des Norder Ulrichsgymnasiums sprach von einem „relativ störungsfreien“ Ablauf des Schultages. Es habe nur wenige Elternanfragen gegeben. Wie bei Unwetter galt in Norden: Die Entscheidung liegt bei den Eltern. Hielten sie es für zu gefährlich, durften die Kinder zu Hause bleiben. „Eine nennenswerte Zahl an Abmeldungen gab es aber nicht“, so Grätz. Selbst die meisten Lehrkräfte hatten es rechtzeitig geschafft. Nur zwei Lehrer, die aus dem Bereich Aurich nach Norden fahren mussten, kamen nicht ganz pünktlich – und das, obwohl sie laut Grätz zweieinhalb Stunden für die Fahrt eingerechnet hatten. Nach drei Stunden hätten aber auch sie das Norder Gymnasium erreicht. „Unter Strich ist es also gut gelaufen“, sagte Grätz.
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