Einzelhandel Demo der Bauern bringt Einbußen
Einen Tag lang hatten die Landwirte die wichtigste Auricher Kreuzung gesperrt. Das spürten auch die Einzelhändler.
Aurich - Zu spüren bekam der Auricher Einzelhandel die Blockade der Landwirte. Die Pferdemarktkreuzung war dicht, andere Straßen waren entweder gesperrt oder durch den Rückstau kaum befahrbar. In der Folge blieben viele Kunden am Montag lieber zu Hause. Das bestätigt zum Beispiel Jens Coordes, Inhaber des E-Centers Parkkauf in Aurich, auf Nachfrage. Nur ein Drittel der Kunden, die sonst an einem Montag sein Geschäft besuchen, seien bis zum frühen Nachmittag da gewesen. Höchstens 50 Prozent des sonst üblichen Umsatzes könne er verzeichnen.
Aus diesem Grund hat Coordes auch viele seiner Mitarbeiter nach Hause geschickt. Ein Drittel des Personals musste gar nicht erst den Weg zur Arbeit antreten. „Wir haben dann noch weitere wieder weggeschickt.“ Andere wiederum hätten sich mit den Vorbereitungen auf die Inventur in der kommenden Woche beschäftigt. Regale mussten bei Coordes jedenfalls nicht viele aufgefüllt werden.
Landwirte kaufen bei Combi ein
Auch Thomas Bruns, Inhaber des E-Centers am Dreekamp in Extum, hat sich früh auf die Groß-Demonstration in Aurich eingestellt. Vor allem Mitarbeiter, die einen längeren Anfahrtsweg haben, konnten am Montag zu Hause bleiben. Denn auch Bruns hat am Montag nicht viele Kunden in seinem Geschäft erwartet. Das sei aber auch in Ordnung. „Es ist ja für eine gute Sache“, so Bruns.
Etwas mehr zu tun gab es bei Combi XL. Das Geschäft, das von Carsten Bädecker geleitet wird, liegt direkt am Pferdemarkt. Zwar fehlten viele Schüler des Gymnasiums Ulricianum, die normalerweise in den Pausen in den Supermarkt kommen. Das aber wurde von den demonstrierenden Landwirten ausgeglichen. „Bei uns wurden Grillgut, Grillkohle und Brötchen besorgt.“ Denn die Menschen auf der Pferdemarktkreuzung wollten versorgt sein.
Die Landwirte hätten auch die sanitären Anlagen des Supermarktes genutzt. Hinzu komme, so Bädecker im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es sich beim Combi XL um ein innenstadtnahes Geschäft handele. Viele Kunden kämen nicht mit dem Auto, sondern per Rad oder zu Fuß. Und selbst die Autofahrer hätten den Markt über den Breiten Weg noch relativ gut erreichen können. Nur über die Esenser Straße sowie über die Pferdemarktkreuzung war der Weg versperrt.
Daher hatte Bädecker auch nicht ganz so vielen Mitarbeitern einen freien Tag gegönnt. Im Gegenteil: Der Frühdienst hat am Montag noch ein bisschen früher angefangen. Ab 5.30 Uhr seien die Vorbereitungen für den Verkaufstag gelaufen, der um 7 Uhr begonnen habe.
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