Hamburg Entführungsfall Block-Kinder: Was die Tochter ihrer Mutter Christina Block vorwarf
Im mutmaßlichen Kindesentführungsfall Block-Kinder hat ein dänisches Gericht in einem Eilverfahren das vollständige Sorgerecht Vater Stephan Hensel übertragen. Damit gerät die Hamburger Unternehmerin Christina Block (Block House) weiter unter Druck. Was nun droht und was Blocks älteste Tochter schon vor Monaten beklagte.
Gegen die Tochter von Steak-House-Gründer Eugen Block liegt nach Medienberichten ein europäischer Haftbefehl vor, den die Hamburger Behörden in einen Aufenthaltsbeschluss umgewandelt haben – vorerst. Das heißt: Die Lebensgefährtin von Ex-ARD-Sportmoderator Gerhard Delling wird zunächst nicht nach Dänemark ausgeliefert. Sie steht im Verdacht, ihre beiden Kinder (10 und 13) in der Silvesternacht in Gravenstein unweit der Grenze zu Deutschland entführt haben zu lassen.
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Acht maskierte Männer schlugen den Vater Hensel nach Informationen unserer Redaktion nieder, griffen sich die beiden Kinder, zwangen sie in einen Pkw und flohen mit zwei Autos Richtung Deutschland. Da auf Grund mehrerer Vorfälle eine Entführung befürchtet worden war, hatten die dänischen Polizeibehörden die Kinder mit Alarmknöpfen ausgestattet. Wie es die Täter über die Grenze nach Deutschland schaffen konnten, ist Teil der Ermittlungen.
Nach einem Bericht des „Hamburger Abendblattes“ soll sich Christina Block gegenüber der Leitenden Oberstaatsanwältin erklärt haben. Die Ermittlungsbehörden sowohl auf deutscher wie auf dänischer Seite wollten sich mit Verweis auf das laufende Verfahren dazu nicht weiter äußern. Die dänische Polizei ermittelt seit der Silvesternacht wegen Körperverletzung und Freiheitsentzug.
Beobachter gehen davon aus, dass die dänischen Behörden und Hensel mehrere Anträge gestellt haben, die auf die schnellstmögliche Rückführung der Kinder abzielen. Eine Möglichkeit könnte das Haager Kindesentführungsübereinkommen bieten. Das Abkommen haben beide Länder unterzeichnet. Ob und wann die Hamburger Behörden dem nachkommen, ist eine entscheidende Frage in diesem Fall.
Der komplizierte Sorgerechtsstreit zieht sich seit Jahren hin. Zunächst hatte in 2021 ein Amtsgericht in Hamburg Hensel Recht gegeben, der der Mutter vorwarf, körperliche und psychische Gewalt gegenüber den Kindern ausgeübt zu haben. Die beiden Kinder hätten sich geweigert, zur Mutter zurückzukehren, so Hensel. Christina Block wies die Vorwürfe vehement zurück. Sie warf Hensel vor, die Kinder manipuliert zu haben, sie von ihr entfremden zu wollen und sie schließlich nach Dänemark „entführt“ zu haben. In zweiter Instanz erhielt Christina Block Recht. Das hanseatische Oberlandesgericht hatte ihr das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen und die Rückgabe der Kinder gefordert. Hensel kam dem nicht nach, um seine „Kinder zu schützen“, wie er sagte.
In Dänemark folgten zahlreiche Untersuchungen, Gutachten und Verfahren vor dem Familiengericht. Ergebnis: Die Behörden sprachen sich zum Wohle der Kinder gegen eine Rückführung nach Deutschland aus. Unserer Redaktion liegen entsprechende Gutachten und Dokumente vor. Zu prüfen dürfte nun sein, ob nicht der gesamte Sorgerechtsstreit mittlerweile in der Zuständigkeit Dänemarks liegt. Ein entsprechendes Verfahren am Oberlandesgericht in Hamburg soll unmittelbar vor dem Abschluss stehen.
In der „Bild“-Zeitung machte der Rechtsanwalt von Christina Block, Mark F. Seghezzi, der dänischen Justiz heftige Vorwürfe: „Mit dem Erlass des Haftbefehls setzen die dänischen Institutionen ihren seit nunmehr fast 2,5 Jahren beschrittenen Weg des Vertretens einer fehlerhaften Rechtsauffassung konsequent und beharrlich fort.“
Von den vier gemeinsamen Kindern lebten bis Silvester drei beim Vater in Dänemark (10, 13, 17) und eine Tochter bei der Mutter (15). Die 17-jährige Tochter weigert sich seit langem, zur Mutter zurückzukehren und erhob ebenfalls Vorwürfe gegen Christina Block – aber auch gegen die Berichterstattung in Boulevard-Medien, in der „alles verdreht“ worden sei. „Meine Geschwister und ich sind freiwillig bei meinem Vater. Meine Mutter ist gewalttätig und steht leider nicht zu ihren Taten“, kommentierte sie etwa vor Monaten einen Bericht mit der Überschrift, wonach die Kinder in Dänemark vom Vater angeblich festgehalten worden seien. „Hier wird wieder gelogen und die Sachen verdreht.“