Berlin/Schlüttsiel  Das sagt Robert Habeck zur Fährblockade durch Bauern in Schlüttsiel

Henning Baethge
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Von Henning Baethge
| 05.01.2024 11:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Kritisiert Nötigung und Gewalt: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Foto: Stefan Sauer/dpa
Kritisiert Nötigung und Gewalt: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Foto: Stefan Sauer/dpa
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Am Donnerstag attackierten wütende Bauern im nordfriesischen Schlüttsiel eine Fähre mit Vizekanzler Robert Habeck an Bord. Der äußert sich jetzt erstmals zu dem Zwischenfall.

Nachdem wütende Bauern am Donnerstag, 4. Januar, im nordfriesischen Schlüttsiel eine Fähre mit Vizekanzler Robert Habeck an Bord blockiert haben und dann stürmen wollten, hat sich der Grünen-Politiker beunruhigt über die gereizte gesellschaftliche Atmosphäre in Deutschland gezeigt. „Was mir Gedanken, ja Sorgen macht, ist, dass sich die Stimmung im Land so sehr aufheizt“, sagte Habeck am Freitag gegenüber unserer Redaktion.

Er selber genieße als Bundeswirtschaftsminister zwar „qua Amt“ Schutz der Polizei. Aber: „Viele, viele andere müssen Angriffe allein abwehren, können ihre Verunsicherung nicht teilen“, sagte Habeck. Sie seien „die Helden und Heldinnen der Demokratie“.

Habeck bedankte sich „bei den Mitreisenden und der Crew“ auf der Fähre. „Sie sind unvermittelt in Mitleidenschaft geraten“, erklärte er. Die Crew habe „mit einem blockierten Hafen umgehen und die schwierige Lage managen“ müssen. Und die mitreisenden Passagiere hätten nach Hause gewollt oder hätten andere Pläne am Festland gehabt. „Sie wollten eigentlich Bus und Zug erwischen, konnten aber zunächst nicht von Bord und mussten erst mal geduldig ausharren.“ Die Fähre kam von der Hallig Hooge.

Zudem dankte Habeck den Einsatzkräften der Polizei, die das Schiff gesichert haben. Dass er wegen Sicherheitsbedenken nicht mit den aufgebrachten Landwirten reden konnte, bedauerte Habeck. Gleichzeitig kritisiert er das Vorgehen der Bauern. „Protestieren in Deutschland ist ein hohes Gut. Nötigung und Gewalt zerstören dieses Gut“, sagte Habeck. „Dem sollten wir in Worten wie Taten entgegentreten.“

Seine Sprecherin kündigte an, dass der Minister aber trotzdem noch mal „das Gespräch mit den Landwirten suchen“ werde – sowohl in der Region als auch auf Bundesebene. „Es gehört zu seinem Stil, mit den Menschen direkt zu sprechen“, sagte sie. 

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