Feuerwehrausstattung  Brookmerlander Feuerwehr kämpft um neue Kamera

| | 03.01.2024 18:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Feuerwehrmann testet im Zentrum für Brandforschung der Technischen Universität Braunschweig eine Wärmebildkamera. Foto: DPA, Julian Stratenschulte
Ein Feuerwehrmann testet im Zentrum für Brandforschung der Technischen Universität Braunschweig eine Wärmebildkamera. Foto: DPA, Julian Stratenschulte
Artikel teilen:

Die Haupt-Wärmebildkamera der Feuerwehr Brookmerland ist nicht mehr einsatzbereit. Über den Ersatz gibt es Streit.

Brookmerland - In der technischen Ausstattung der Feuerwehr Brookmerland klafft derzeit eine Lücke. Es geht um ein vergleichsweise kleines Gerät, das unter Umständen aber über Leben und Tod entscheiden kann: Die bei der Ortsfeuerwehr Osteel stationierte Haupt-Wärmebildkamera, mit der sich Brandherde lokalisieren und Menschen in brennenden Gebäuden finden lassen, ist nicht mehr einsatzbereit. Grund: Ihre Akkus, die nur noch eine verringerte Ladekapazität haben, können nicht mehr aufgeladen werden, weil das Ladegerät einen Defekt hat.

Akkus und Ladegerät zu ersetzen, soll mehr als 1600 Euro kosten, und würde nicht mehr im Verhältnis zum Alter der Kamera stehen. Die ist seit 14 Jahren im Betrieb. Osteels Ortsbrandmeister Erhard Tammen hat daher eine Ersatzbeschaffung beantragt, ist aber offenbar mit dem vorgeschlagenen Gerät nicht einverstanden. Wie aus Tammens Antrag, den er an die Feuerwehrführung, die Verwaltung und Politiker verschickt hat, hervorgeht, hätte die Ersatzkamera im Vergleich zu der bisher genutzten mehrere Nachteile. Der entscheidende Mangel sei die Hitzebeständigkeit. Anders als die alte Wärmebildkamera wäre die neue nicht oder nur bedingt in brennenden Räumen einsetzbar, da sie die hohen Temperaturen nicht verträgt.

Unterschied im Kaufpreis

Abgesehen davon ist die Auflösung der vorgesehenen Ersatzkamera deutlich geringer und schneidet diese in puncto Bewegungsdarstellung, Genauigkeit der Bildgebung, Farbdarstellung und Ablesbarkeit des Displays wesentlich schlechter ab. Einziger Vorteil: Der Kaufpreis des Ersatzgeräts soll bei wenigen Hundert Euro liegen. Höherwertige und von der Feuerwehr bevorzugte Modelle hingegen kosten zwischen 7000 und 8000 Euro.

Das vorgeschlagene Modell sei kein Ersatz für die bisher genutzte Kamera. „Wir bitten um einen gleichwertigen Ersatz“, heißt es in dem Antrag der Feuerwehr Osteel, deren Verantwortliche zudem auf die Dringlichkeit der Angelegenheit hinweisen. Aufgrund der Tatsache, dass es im Brookmerland derzeit keine einsatzbereite Wärmebildkamera mit hoher Temperaturbeständigkeit für einen Innenangriff gebe, sei schnelles Handeln erforderlich. Von einer „besonderen Brisanz“ ist die Rede. Den Osteeler Feuerwehrverantwortlichen war offenbar wichtig, Politik und Verwaltung auf das Problem hingewiesen zu haben, damit ihnen im Fall der Fälle nicht der Vorwurf gemacht werden kann, untätig geblieben zu sein. In den politischen Gremien wurde der vom 7. Dezember datierende Antrag bisher nicht. Für die letzte Samtgemeindeausschusssitzung, die am 20. Dezember stattfand, soll er angeblich ein oder zwei Tage zu spät eingereicht worden sein.

Gemeindebrandmeister für zwei Kameras

Gleichwohl laufen laut Brookmerlands Gemeindebrandmeister Klaus-Dieter Cassens bereits Gespräche, in die auch der von der Samtgemeinde beauftragte Feuerwehrbedarfsplaner einer Dresdener Firma einbezogen ist. Auch für Cassens steht außer Frage, dass Ersatz für die alte Wärmebildkamera beschafft werden muss. Alles andere wäre unwirtschaftlich. „Was helfen uns neue Akkus und ein neues Ladegerät, wenn dann plötzlich die Kamera nicht mehr funktioniert“, sagte er. Brookmerlands ranghöchster Feuerwehrmann ist dafür, gleich zwei höherwertige Kameras zu kaufen, um bei Einsätzen flexibler zu sein. Eine Kamera könnte von den Feuerwehren Osteel, Marienhafe und Leezdorf, die andere von Upgant-Schott und Wirdum genutzt werden.

Ganz ohne Wärmebildkamera ist die Brookmerlander Feuerwehr laut Cassens übrigens nicht. Wie er sagte, verfügten seit den Jahren 2021 und 2022 auch die Löschteams in Leezdorfs, Upgant-Schott, Marienhafe und Wirdum über Wärmebildkameras, allerdings nur über solche, die sich vor allem für die Erkundung von Glutnestern von außen, nicht aber für einen Einsatz in bis zu mehreren hundert Grad heißen brennenden Innenräumen eigneten, erklärte er.

Ähnliche Artikel