Dauerregen und seine Auswirkungen  Aurich hat den Kanal voll

Christin Wetzel
|
Von Christin Wetzel
| 03.01.2024 12:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Dauerregen zeigt in Aurich auch sichtbar seine Spuren, wie hier an der Sandhorster Ehe, die inzwischen überläuft. Foto: Romuald Banik
Der Dauerregen zeigt in Aurich auch sichtbar seine Spuren, wie hier an der Sandhorster Ehe, die inzwischen überläuft. Foto: Romuald Banik
Artikel teilen:

Überdurchschnittlich viel Wasser fließt derzeit durch die Abwasserrohre und Gräben und Kanäle. Doch bislang kommen die Stadt und das Umland vergleichsweise glimpflich durch den Dauerregen.

Aurich - Der Dauerregen zeigt auch in der Stadt Aurich seine Spuren: Mehr als dreimal so viel Schmutzwasser wie sonst muss die Stadtentwässerung beseitigen. Auch sind inzwischen sämtliche Speicher gut gefüllt. Das teilt Ehlke Ubben vom Fachdienst Stadtentwässerung auf Anfrage mit. Von Katastrophenzuständen wie an der Ems oder um Oldenburg ist die Stadt Aurich noch verschont geblieben.

Schutz vor einlaufendem Abwasser

Nasse Keller oder Abwasser, das über den Abfluss in der Dusche ins Haus gelangt: Bei den aktuellen Regenmengen kann dies durchaus vorkommen, wie der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) mitteilt.

Hausbesitzer können sich trotzdem schützen. Tieferliegende Hauseingänge, Kellerzugänge und Einfahrten zu Tiefgaragen könnten über Schwellen, Roste und Rinnen geschützt werden.

Rückstauklappen könnten, so der OOWV, verhindern dass Abwasser ins Haus gelangt. Wie und wo die eingebaut werden können, erfahren Hausbesitzer bei ihren zuständigen Handwerksbetrieben für Sanitäranlagen.

„Wir haben keine akuten Probleme wie bei Starkregen im Sommer“, sagt Ubben. Dennoch steht das Telefon in der Stadtverwaltung bei der Entwässerung nicht still, wie Ubben sagt. Immer wieder riefen Bürger an, weil an einigen Stellen Durchlässe verstopft sind oder Keller volllaufen. Auch in einigen Gräben kommt es zu Verstopfungen. Die Mitarbeiter des Bauhofs konnten aber bisher viele der kleinen Baustellen schnell beseitigen. Aber sie sind aufgrund des anhaltenden Regens im Dauereinsatz. Auch die Spülwagen sind mit der Arbeit ausgelastet. Bisher hätten die städtischen Mitarbeiter die Verstopfungen bei Durchlässen in Straßen oder die mit Blättern verstopften Gräben aber schnell beseitigen können.

Die Lage ist außergewöhnlich, aber „beherrschbar“

„Es ist beherrschbar mit unseren Mitteln“, schätzt Ubben die Lage ein. Die Situation ist dennoch außergewöhnlich. Der Dauerregen habe deutlich mehr Wasser gebracht als sonst üblich. Ablesbar ist das bei den Wassermengen im Klärwerk der Stadt Aurich. Durchschnittlich 8000 Kubikmeter Schmutzwasser am Tag gelangen sonst zur Kläranlage. Kurz vor Weihnachten lag der Spitzenwert bei 24.000 Kubikmeter Schmutzwasser am Tag. Das sind also dreimal so viel wie an einem Durchschnittstag. Also durchaus ungewöhnlich.

Grund zur Sorge gibt es dennoch nicht. In den vergangenen Jahren seien die Kapazitäten beim Klärwerk Aurich so angepasst worden, dass diese Wassermengen noch zu bewältigen seien, so Ubben. Auch bei anderen Klärwerken in der Region, wie etwa beim Klärwerk Riepe, gibt es noch keine Probleme, wie eine Anfrage beim zuständigen Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) ergab. Pumpen sorgen dafür, dass das anfallende Wasser trotzdem noch beseitigt werden kann. Allerdings sind auch die Flüsse, in die das gereinigte Wasser gelangt, sehr voll, weshalb sehr stark gepumpt werden muss. Aber je größer das Klärwerk, desto größer sind hier auch die entsprechenden Pumpen, erklärt OOWV-Sprecher Heiko Poppen.

Vollgelaufene Keller

Die anfallenden Niederschlagsmengen sorgen aber durchaus in einigen Privathaushalten für Probleme. Einige Fälle seien schon bei der Stadtentwässerung in Aurich gemeldet worden, so Ubben. Einige Keller seien bereits mit Wasser vollgelaufen. Die Feuerwehr im Landkreis Aurich hat dabei bis Stand Mittwoch, 3. Januar, fünf bis zehn Einsätze gehabt, in denen sie Wasser aus vollgelaufenen Kellern abpumpen musste, sagt Kreisfeuerwehrsprecher Timo de Vries auf Nachfrage. „Wir hatten bis jetzt noch einigermaßen Glück“, sagt de Vries.

Die Lage bei der Entwässerung ist nicht nur vom Glück abhängig. Die Vorarbeit der Herbstmonate, in denen die Gräben gereinigt und kontrolliert wurden, hätte sich bezahlt gemacht, so Ubben von der Stadtentwässerung. Und so lange die Pumpen bei den Entwässerungsverbänden laufen, läuft auch das Wasser noch ab.

Ähnliche Artikel