Delmenhorst  Axt-Angriff in Delmenhorst: Warum der Polizist schießen musste

Sebastian Hanke
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Von Sebastian Hanke
| 02.01.2024 14:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Axt-Angreifer ist infolge des Schusses, den ein Polizist abgegeben hat, verstorben. Foto: Nord-West-Media TV
Der Axt-Angreifer ist infolge des Schusses, den ein Polizist abgegeben hat, verstorben. Foto: Nord-West-Media TV
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Mehrere Wochen nach dem Axt-Angriff in Delmenhorst äußert sich die Staatsanwaltschaft erneut. Auf Anfrage dieser Redaktion erklärt sie, warum kein Taser zum Einsatz kommen konnte.

Nach dem Axt-Angriff im Bahnhofsumfeld, bei dem ein 25-Jähriger von einem Polizisten niedergeschossen und tödlich verletzt wurde, kommen jetzt auf Anfrage dieser Redaktion neue Details ans Tageslicht. Wie die Staatsanwaltschaft erklärt, sind die Zeugenvernehmungen abgeschlossen. „Es sind eine Vielzahl an Zeugen zu dem Sachverhalt befragt worden“, sagt Staatsanwalt Matthias Rennecke.

Mitte November zertrümmerte ein Delmenhorster mit einer Axt erst ein Auto auf dem Parkplatz von Bruno Kleine an der Straße Am Wehrhahn und ging dann auf zwei Polizisten, einen 27-Jährigen und eine 25-Jährige los. Der Polizist schoss daraufhin einmal auf den Angreifer. Die Kugel traf ihn am Oberkörper, er wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert und starb sechs Tage später.

Doch hätte der Polizist nicht zunächst mit einer Elektroschockpistole, einem sogenannten Taser, auf den Angreifer schießen oder ihn anderweitig außer Gefecht setzen können? Auf Anfrage teilt die Staatsanwaltschaft mit, dass die Polizisten in Delmenhorst nicht mit Tasern ausgestattet sind. Daher erübrige sich auch die Beantwortung dieser Frage im strafrechtlichen Kontext. Dennoch wird wegen des Verdachts des Totschlags gegen den Polizisten ermittelt, der auf den Mann geschossen hat. Dies sei ein gängiges Verfahren, hieß es schon im November. Aus wie vielen Metern geschossen wurde, ließ die Staatsanwaltschaft offen.

Die Polizisten waren nur vor Ort, weil sie wegen Streitigkeiten in einem Mehrfamilienhaus an der Gerhart-Hauptmann-Straße alarmiert wurden. Während dieses Streits wurde ein 32-jähriger Mann leicht verletzt. Das Auto, das der Axt-Angreifer zertrümmerte, ist laut Staatsanwaltschaft unterdessen nicht dem 32-Jährigen, mit dem er sich zuvor gestritten hatte, zuzuordnen.

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