Alarmierung an Silvester Kreisfeuerwehr Aurich auf Abruf zum Hochwassereinsatz
Erst sollte die Kreisbereitschaft Nord schon an Silvester nach Haren losfahren. Jetzt müssen sie warten auf die nächste Alarmierung. Das hat Folgen für die Feuerwehrleute.
Norden/Haren (Ems) - Um 14.30 Uhr am Silvestertag ist die komplette Kreisbereitschaft Nord der Feuerwehr zum Hochwassereinsatz alarmiert worden. Rund 120 Personen und 20 bis 30 Fahrzeuge sollten sich noch in der Nacht aufmachen nach Haren (Ems), um die Kräfte vor Ort im Deichschutz zu unterstützen. Das bestätigte Kreisbrandmeister Dieter Helmers unserer Zeitung auf Nachfrage.
Gerade, als alle zur Kreisbereitschaft Nord gehörigen Wehren im Altkreis Norden über die Alarmierung informiert waren, die verfügbaren Kräfte abgerufen, die Logistik organisiert und manche Silvesterfeier abgesagt wurde, folgte dann die Rolle rückwärts. „Die konkrete Alarmierung wurde aufgehoben, die Kreisbereitschaft wurde in den Voralarm versetzt“, so Helmers. Am Neujahrstag um 7 Uhr sollte neu darüber entschieden werden, ob die Kräfte doch noch nach Haren abrücken sollen. Trotz neuer Regenfälle hatte sich die Lage vor Ort aber anscheinend zunächst stabilisiert. Außerdem waren mehr freiwillige Helfer aus der Bevölkerung gekommen, sagte der stellvertretende Stadtbrandmeister Thomas Weege.
Neuer Regen könnte neue Alarmierung bedeuten
Das bedeutet für die Kreisbereitschaft Nord aber noch keine generelle Entwarnung. Angesichts des Dauerregens der für Montagabend und Dienstag angekündigt worden ist, könne die Alarmierung jederzeit erneut erfolgen, sagte Kreisbereitschaftsführer Jochen Behrends. Schon am Montagabend könnte es zu einer erneuen Alarmierung kommen, so Behrens. Wann genau, könne niemand sagen.
Genau diese Ungewissheit mache die Organisation aber so schwierig. Denn jedes Mal müsse neu abgefragt werden, welche Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. Die müssen ihre Abwesenheit mit ihren Arbeitgebern klären, müssen Kinder oder Haustiere organisieren, erklärte Thomas Weege. Doch das ist längst nicht alles, was vorbereitet werden muss.
Bäcker stand an Silvester für die Feuerwehr in der Backstube
Wenn die Kreisbereitschaft Nord der Feuerwehr ins Katastrophengebiet zum Hochwassereinsatz alarmiert wird, habe das Folgen für jeden einzelnen Feuerwehrmann. Aber auch eine Bäckerei war diesmal in die Vorbereitungen mit einbezogen. Bäcker Grünhoff in Norddeich stellte sich an Silvester eigens in die Backstube, um für die Kameraden Brötchen zu backen, erzählte Thomas Weege. Ob die jetzt noch gebraucht werden, ist noch unklar.
Zumindest die Taschen der Feuerwehrleute sind noch gepackt. Dafür gibt es sogar eine Packliste der Kreisbereitschaft, damit jeder weiß, was ins Reisegepäck gehört – darunter Hygieneartikel, Handtuch und Co. Besonders wichtig laut Liste sind aber viele Socken, Wechselbekleidung, Gummistiefel, Medikamente und ein Ladekabel fürs Handy. Aber auch Kekse, Müsliriegel und Getränke stehen auf der Liste. Denn für Nahrung muss zunächst jeder selbst sorgen. Oder der örtliche Bäcker, der sich bereiterklärte, Brötchen zu backen.
DLRG immer wieder bei Hochwasser-Einsätzen
„Solche Einsätze sind schon besonders“, sagte der stellvertretende Stadtbrandmeister von Norden, Thomas Weege. Aber genau dafür habe man sich seit Jahren vorbereitet. Trotzdem hätten die Einsatzkräfte mit Respekt vor den ungewöhnlichen Gefahren und den noch unklaren Aufgaben bei der Alarmierung.
Die haben die Mitglieder der Norder DLRG schon hinter sich. Am 30. Dezember sind sie vom Hochwassereinsatz im Serengetipark Hodenhagen zurückgekommen. Trotzdem standen sie am Neujahrstag schon wieder beim Anbaden in Norddeich bereit. Für sie seien diese Einsätze schon fast Routine, sagte Michael Rost. Seit dem Elbe-Hochwasser 2002 waren sie bei jedem Einsatz dabei, so Rost.