Hamburg So viele ukrainische Flüchtlinge leben derzeit in Niedersachsen
Die Zahl der Kriegsflüchtlinge, die aus der Ukraine nach Deutschland geflohen sind, ist 2023 kaum noch gestiegen. Das zeigen Daten aus dem Ausländerzentralregister.
Als Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine überfiel, löste das eine riesige Fluchtbewegung aus. Hunderttausende Ukrainer suchten auch in Deutschland Schutz. Doch in den letzten zwölf Monaten ist ihre Zahl kaum noch gestiegen. Das teilt das Bundesinnenministerium auf Anfrage unserer Redaktion mit.
Demnach waren zum Stichtag 25. Dezember 1.132.758 Menschen im Ausländerzentralregister registriert, die im Zusammenhang mit dem russischen Angriff auf die Ukraine nach Deutschland eingereist sind. Am 31. Dezember 2022 verzeichneten die Behörden noch 1.045.185 Kriegsflüchtlinge.
Mit derzeit mehr als 231.000 Menschen hat das Bundesland Nordrhein-Westfalen in Deutschland die meisten Menschen aufgenommen. Es folgen Bayern (158.505) und Baden-Württemberg (154.749) vor Niedersachsen (111.885).
Die wenigsten Flüchtlinge halten sich fest in Bremen (12.188) und dem Saarland (15.328) auf.
Folgende Tabelle zeigt die Verteilung über alle 16 Bundesländer zum Stand 25. Dezember 2023:
Die Verteilung erfolgt nach einem bundesweiten Schlüssel, nach dem jedes Bundesland eine gewisse Aufnahmequote erfüllen muss. Einzelne Bundesländer haben dabei mehr Kriegsflüchtlinge, andere weniger als sie müssten aufgenommen.
Niedersachsen schickt ankommende Ukrainer beispielsweise weiter in andere Bundesländer. Das Innenministerium in Hannover begründete dies auf Anfrage der Zeitung mit einer sogenannten Überquote: Das Land habe mehr als 13.600 Ukrainer mehr aufgenommen als es müsste. Wer keinen Job in Niedersachsen oder enge Familienangehörige in Niedersachsen nachweisen könne, werde daher in andere Bundesländer umverteilt.