Nach Rekord-Regenjahr  Grundwasserstände erholen sich langsam

Christin Wetzel
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Von Christin Wetzel
| 28.12.2023 13:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Regentropfen fallen ins Wasser: 2023 war für Ostfriesland ein sehr regenreiches Jahr – zum Vorteil für das Grundwasser. Foto: DPA
Regentropfen fallen ins Wasser: 2023 war für Ostfriesland ein sehr regenreiches Jahr – zum Vorteil für das Grundwasser. Foto: DPA
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2023 war ein Rekord-Regenjahr. Was die Entwässerungsverbände vor Herausforderungen stellt, wirkt sich beim Grundwasser hingegen positiv aus.

Aurich - So viel Niederschlag wie lange nicht gab es im Jahr 2023. Die Entwässerungsverbände kämpfen in den vergangenen Tagen und auch schon in den Vormonaten mit den hohen Niederschlagsmengen (wir berichteten). Doch Untersuchungen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zeigen, dass sich mit der Regenmenge die Grundwasserbestände im Landkreis Aurich und Ostfriesland deutlich erhöht und somit erholt haben.

Die feuchten Witterungsverhältnisse im Jahr 2023 hätten sich günstig auf die Grundwasserstandssituation in Niedersachsen ausgewirkt, so Dr. Gunter Wriedt vom NLWKN in Cloppenburg in einer Pressemitteilung. Im Vergleich zu den Vorjahren wiesen in Niedersachsen im November viele Messstellen normale bis sehr hohe Werte auf. Daten aus 161 ausgewählten Messstellen zeigen diese Werte an. Diese sind auch tagesaktuell hier abrufbar im Internet. Es zeigt sich für den Landkreis Aurich, dass im Dezember die Werte nun teils noch höher liegen. In Walle liegt der Grundwasserstand aktuell laut den Daten des NLWKN bei „sehr hoch“. Bis auf eine Ausnahme mit 2021 lagen die Werte hier in den vergangenen Jahren immer deutlich darunter, wie die Grafiken der Messstelle zeigen. Vor allem im Sommer sank der Pegel hier immer deutlich in den vergangenen Jahren. Auch hier konnte es aber 2023 eine Trendwende geben. Der niederschlagsreiche Sommer hätte für eine deutlich geringere Absenkung des Grundwasserspiegels im Sommer gesorgt, so der NLWKN in seiner Mitteilung. Die Werte für Walle zeigen dies auch exemplarisch.

Auch weitere Werte beim Grundwasser deutlich erhöht

Aber auch an den anderen Messstellen in der Region zeigt sich, dass der Pegel inzwischen hoch liegt. Für Pfalzdorfer Moor I (Aurich) zeigt der Messpunkt sogar an, dass der Höchstwert aktuell überschritten wird (Stand: 28. Dezember). Das bedeutet, der Tageswert ist höher als der im Referenzzeitraum dokumentierte Höchstwert des jeweiligen Monats. Auch in der Messstelle Tücher Wilde I (Brookmerland) wurde der Höchstwert überschritten (Stand: 28. Dezember). Gleiches gilt für die Messstelle Greetsiel I (Krummhörn, Stand 28. Dezember). Ebenfalls sehr hohe Werte im Landkreis Aurich verzeichnen die Messstellen Westdorf (Dornum, Stand 28. Dezember) und auf der Insel Norderney verzeichnet.

Bleibt es den Winter über so nass, könnten die Grundwasserstände bis zum Frühjahr noch weiter steigen, schätzt der NLWKN ein. Doch eine abschließende Beurteilung möchte der Landesbetrieb erst in seinem ausführlichen Sonderbericht im kommenden Jahr abgeben. Zumindest deutet sich aber bereits jetzt an, dass das regenreiche Jahr 2023 zu einer Erholung der Grundwasserbestände beigetragen hat. In den Vorjahren hatte es hingegen wegen der Dürre vermehrt Aufrufe zum Wassersparen des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) gegeben, um die Wasserbestände zu schützen.

Der OOWV empfiehlt dennoch, weiter sparsam mit dem Wasser umzugehen, wie Verbandssprecher Heiko Poppen auf Nachfrage sagt. Ein guter Grundwasserstand sollte also nicht zum vermehrten Wasserverbrauch bewegen. Immerhin ist ein Problem sehr deutlich geworden: Die Niederschlagsmengen sind übers Jahr sehr ungleichmäßig verteilt. Dürre im Sommer und Starkregen im Herbst und Winter könnten auch in den kommenden Jahren eine Herausforderung werden, der sich sowohl Wasserversorger als auch Entwässerungsverbände stellen werden.

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