Landwirtschaft  Smart Farming, Drohnen und Big Data

Gerd-D. Gauger
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Von Gerd-D. Gauger
| 22.12.2023 11:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Schon am Eröffnungstag war die Landwirtschaftsmesse im Sommer dieses Jahres auf dem Mehrzweckgelände in Tannenhausen sehr gut besucht. Foto: Gerd-D. Gauger
Schon am Eröffnungstag war die Landwirtschaftsmesse im Sommer dieses Jahres auf dem Mehrzweckgelände in Tannenhausen sehr gut besucht. Foto: Gerd-D. Gauger
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Die Landwirtschaft ist auch in Ostfriesland im Wandel. Ohne moderne Technik geht nichts mehr. Diese wird demnächst in Tannenhausen gezeigt.

Aurich - Derzeit gehen Tausende Bauern auf die Straße, um gegen die von der Bundesregierung angekündigten Kürzungen oder gar Aufhebungen von Zuschüssen zu protestieren. Tatsächlich hängen dunkle Wolken über der deutschen Landwirtschaft, die durch erhöhten Wettbewerbsdruck und immer weiter ausgedehnte Umwelt- und Tierhaltungsauflagen durch die EU in bedenkliche Schieflage zu geraten droht. Die ostfriesische Landwirtschaft ist wegen der eher mittelbäuerlichen Struktur, der Marktferne und der vor Kurzem von der rot-grünen Landesregierung erlassenen Exporteinschränkung für Zuchtvieh besonders anfällig bei Schwankungen auf dem Welt- und EU-Agrarmarkt. In den vergangenen Jahren sind deshalb viele Betriebe ausgestiegen, sehr häufig, weil der potenzielle Hofnachfolger für sich und seine Familie keine Zukunftschancen sah. Aber noch ist Ostfriesland Agrarland, in dem hochwertige Nahrungsmittel auf rund 195.000 Hektar von fast 3000, durchschnittlich 66 Hektar großen Betrieben produziert werden.

Wegen der günstigen Voraussetzungen durch Boden und Klima ist die ostfriesische Halbinsel traditionell Rinderland. So sind von der Gesamtnutzfläche dann auch 61 Prozent Dauergrünland. Von den weit über 300.000 hier gehaltenen Rindern werden rund 150.000 in mehr als 1500 Betrieben gemolken. Die Schweinehaltung (nur noch etwa 200 Betriebe mit etwa 127.000 Tieren) geht weiter zurück, viele Höfe haben als neues Standbein die Legehennenhaltung entdeckt (etwa 540 Betriebe, rund 800.000 Tiere), und über Windenergie- und Biogasanlagen werden zusätzliche Einkommen erwirtschaftet.

Messe mit steigenden Ausstellerzahlen

Die Bereitschaft, die Schlagkraft ihrer Höfe durch breitgefächerte Investitionen zukunftsgerecht zu erhöhen, ist bei den ostfriesischen Landwirten trotz schwierigster Rahmenbedingungen weiterhin groß. Dabei ist es wichtig, stets auf dem neuesten Wissensstand in Hinblick auf technische, züchterische oder ackerbauliche Entwicklungen und Methoden zu sein und sich Einblicke über Produkte und Dienstleistungen zu verschaffen. Eine gute Gelegenheit dafür ist die Landwirtschaftsmesse auf dem Mehrzweckgelände in Tannenhausen, die vom 24. bis 26. Januar kommenden Jahres zum fünften Mal von dem international tätigen Ausstellungsunternehmen CNO-Expo organisiert wird. Der Zeitpunkt ist günstig, denn für die Landwirte ist der Januar ein relativ ruhiger Monat und liegt vor der anstehenden Frühjahrsbestellung, sodass rechtzeitig Innovationsentscheidungen getroffen werden können.

Diese Messe ist inzwischen ein bedeutender Marktplatz und Informationsbrunnen für Landwirtschaft, Verbraucher und zugeordnetes Gewerbe in der gesamten Weser-Ems-Region, was die seit 2019 kontinuierlich steigenden Aussteller- und Besucherzahlen bewiesen, betonen Messechef Johan Wolters und Ausstellungsleiter Hinrich Ufkes. Trotz derzeit unsicherer wirtschaftlicher und politischer Lage seien die Landwirte zu Investitionen bereit, und auf den vorhergehenden Messen sei auch ein großes Interesse der Verbraucher für die regionale Landwirtschaft registriert worden. Die Aussteller hätten viele Verkaufsabschlüsse getätigt, aber auch den intensiven Informationsaustausch zwischen ihnen und den praktizierenden Landwirten gelobt.

An dem bewährten Konzept wird sich auch im Januar nichts ändern. Umrahmt von Fachvorträgen und -demonstrationen dreht sich alles um Tierzucht und Veredlung, Fütterungstechnik und Futtermittel, Melktechnik und Stallbau, Tiergesundheit und -hygiene, Ackerbau, Lagerungs-, Saat- und Erntetechnik, Präzisionslandwirtschaft und Pflanzenschutz. Es werden die neuesten Entwicklungen rund um Sensoren, Drohnen, autonome Roboter, Smart Farming, Big Data, Intelligente LED-Beleuchtung und Vision-Technologie präsentiert. Kurzum alles, was darauf ausgerichtet ist, den Landwirten und der sie flankierenden Industrie den Weg in eine betriebswirtschaftlich stabile Zukunft zu weisen. Weitere Informationen zu der Messe in Tannenhausen gibt es im Internet.

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