Lichterfahrt trotz Bauernprotesten Bunter Lindwurm begeistert die Zuschauer im Brookmerland
Trotz der großen Bauerndemo in Oldenburg waren am Mittwochabend geschmückte Trecker im Altkreis Norden unterwegs, um Kindern eine Freude zu machen. Die Brookmerlander Kinder wussten es zu schätzen.
Brookmerland/Norden - Viel Licht in einen dunklen und verregneten Abend brachten am Mittwoch zahlreiche bunt blinkende Traktoren im Altkreis Norden. Unter dem Motto „Einen Funken Hoffnung – Lichterfahrt 2023“ machten sich Mitlieder des Vereins „Land schafft Verbindung Ostfriesland“ (LSV) mit 68 Zugmaschinen von Rechtsupweg aus auf den Weg.
Schon auf den ersten Kilometern säumten viele Zuschauer, darunter besonders viele Kinder, ihren Weg. Bei Dauerregen gab es in den Bushäuschen in Leezdorf keinen freien Platz mehr, und an den Einmündungen zur Korso-Strecke parkten die Autos.
Traktoren waren mit Liebe zum Detail geschmückt
Nachdem sich die Korso-Fahrer im Rechtsupweger Gewerbegebiet gesammelt hatten, ging es, begleitet von gleich vier Streifenwagen der Polizei pünktlich um 18 Uhr auf die lange Strecke. Mit großem „Ah“ und „Oh“ wurde der Korso begrüßt, wenn er an den Zuschauern vorbeifuhr: Das war der Lohn für viel Mühe im Detail, mit der die Landwirte und Lohnunternehmer ihre Fahrzeuge weihnachtlich geschmückt hatten.
Bunte Lichterketten vom Frontgewicht, übers Führerhaus, sogar die Felgen der Traktoren blinkten in allen Farben. Dazu der ein oder andere Weihnachtsmann, ein Rentier und viele weitere Feinheiten rundeten das Bild ab.
Viel Engagement bei der Vorbereitung
Der Weg führte den Tross von LSV Ostfriesland von Leezdorf weiter über Berumbur und Hage nach Norden. Von dort fuhren sie über Leybuchtpolder und Wirdum zum Endpunkt in Siegelsum. Unzählige Zuschauer säumten überall den Weg und erfreuten sich an der Aktion, die in diesem Jahr zum dritten Mal stattfand. In der Corona-Zeit wollte die junge Generation der Landwirte, die sich 2020 zum LSV zusammenfanden, einen Funken Hoffnung in die trübe Zeit tragen.
Das kam so gut an, dass sie jetzt fortgesetzt wird, freute sich vor der Abfahrt, Fokko Schumann aus Hage. Er organisiert die Touren mit großem Aufwand.
Viel Zeit und Engagement stecken die jungen Landwirte in diese Aktion, für die es als Dank am Ende leuchtende Kinderaugen und begeisterte Zuschauer gibt. Von dem bekommen die Fahrer aber wenig mit, denn sie müssen sich auf den Verkehr konzentrieren. Der Weg ist das Ziel.
LsV trennt zwischen Protest und Lichterfahrten
Noch bis Mittwochnachmittag hatten Hunderte Bauern gegen die Streichung der Steuervergünstigungen beim Agrardiesel und der KFZ-Steuer für landwirtschaftliche Fahrzeuge in Oldenburg protestiert, darunter auch viele Ostfriesen. Die Lichterfahrten in Aurich, Norden und Wittmund sollten gleichwohl nicht ausfallen.
In der Vorankündigung für die Lichterfahrt im Altkreis Norden hatte LsV am Dienstag auf die Situation aufmerksam gemacht: „Aber auch sonst sind Mitglieder auf der Straße aktiv, morgen fahren Mitglieder vom LSV Ostfriesland nach Oldenburg und beteiligen sich da an einer Demonstration. Zur Stunde sind weitere Mitglieder auf dem Weg nach Oldenburg und bilden die Vorhut, die bestimmt noch Unterstützung benötigt. Wir begrüßen jede Aktion, denn es geht für uns um vieles und vor allem um viel Geld für den jeweiligen Betrieb. Der LsV Ostfriesland ist froh über jeden Trecker, der sich im Moment an irgendeiner Aktion beteiligt. Denn eines steht fest, wenn die Bundesregierung ihre Pläne durchsetzt, wird es 2024 definitiv keine Lichterfahrten mehr geben.“