Neue Veranstaltung  Aurich plant weiteren verkaufsoffenen Sonntag

Marion Luppen
|
Von Marion Luppen
| 22.12.2023 12:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Am verkaufsoffenen Sonntag zum Geranienmarkt im Mai ist die Auricher Fußgängerzone erfahrungsgemäß proppenvoll. Foto: Archiv/Ortgies
Am verkaufsoffenen Sonntag zum Geranienmarkt im Mai ist die Auricher Fußgängerzone erfahrungsgemäß proppenvoll. Foto: Archiv/Ortgies
Artikel teilen:

In diesem Jahr gab es in Aurich nur zwei verkaufsoffene Sonntage. Das soll sich 2024 ändern. Die Frage ist, ob die Gewerkschaft Verdi mitspielt. Und was ist mit dem Caro?

Aurich - Nur zweimal hatten in diesem Jahr in der Auricher Innenstadt die Geschäfte an einem Sonntag geöffnet: zum Geranienmarkt am 7. Mai und zum Heidemarkt am 1. Oktober. 2024 darf es wieder etwas mehr sein, wenn es nach dem Kaufmännischen Verein (KV) geht. Das Ladenöffnungsgesetz erlaubt in Niedersachsen bis zu vier verkaufsoffene Sonntage pro Jahr und Ort, und diese Möglichkeit soll nun in Aurich stärker genutzt werden.

Für 2024 plant der KV neben den traditionellen Pflanzenmärkten im Mai und Oktober einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag im Frühjahr. Anlass sei ein Aktionstag rund um das Thema Mobilität, sagt Udo Hippen auf Anfrage der Redaktion. Der KV-Vorsitzende gibt sich noch geheimnisvoll. Die Planung des Aktionstages stehe erst am Anfang. Es gehe um Mobilität im weitesten Sinne. Dies könne auch mit Datenmobilität zu tun haben.

Gewerkschaft muss angehört werden

Wird ein solcher Anlass reichen, um eine Sonntagsöffnung von Geschäften zu rechtfertigen? Die Gewerkschaft Verdi hat bei der Genehmigung ein Mitspracherecht. Sie muss angehört werden, ehe die Stadt einen verkaufsoffenen Sonntag genehmigt. Verdi sieht Sonntagsöffnungen grundsätzlich kritisch und schaut immer sehr genau hin, ob die gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind.

Nach dem Ladenöffnungsgesetz muss ein besonderer Anlass vorliegen, der den zeitlichen und örtlichen Umfang der Sonntagsöffnung rechtfertigt. Der Geranienmarkt und der Heidemarkt gehen als Traditionsveranstaltungen im Sinne des Gesetzes durch, sind also Anlass genug und im Genehmigungsverfahren unkritisch. An diesen Tagen verkaufen regionale Gärtnereien ab 9 Uhr auf dem Marktplatz Pflanzen und Dekoartikel. Jeweils von 13 bis 18 Uhr dürfen die Geschäfte rund um den Marktplatz, also in der Fußgängerzone, öffnen.

Gelungenes Beispiel aus Oldenburg

Wäre auch ein Aktionstag zum Thema Mobilität, also eine neu geschaffene Veranstaltung ohne Tradition, Anlass genug für eine Sonntagsöffnung? Die Gewerkschaft sagt nicht Nein. „Natürlich können dafür auch neue Veranstaltungen herangezogen werden“, sagt der zuständige Gewerkschaftssekretär André Belger. Entscheidend sei, dass die Veranstaltung selbst im Vordergrund stehe und nicht die Sonntagsöffnung. „Der Anlass muss überwiegen.“ Die geöffneten Geschäfte dürften nur Beiwerk sein.

Belger verweist auf ein gelungenes Beispiel aus Oldenburg: Dort waren zum Aktionstag „Hallo Fahrrad“ auf dem Rathausmarkt und dem Schlossplatz am 26. März 2023 die Geschäfte in der Innenstadt geöffnet. „Das war ein großer Anlass mit vielen Radfahrern.“ Daher habe Verdi keine Einwände erhoben. Ob dies auch bei einem Aktionstag in Aurich der Fall sein werde, müsse man abwarten. „Am Ende ist es eine Abwägungssache.“ Ordnungsamtsleiter Helmut Lücht zeigt sich offen: Bei gewachsenen Veranstaltungen wie dem Geranienmarkt und dem Heidemarkt sei es zwar erfahrungsgemäß einfacher mit der Genehmigung, aber die Stadt werde das auch für eine neue Veranstaltung prüfen. „Es müssen die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sein.“

„Alibi-Veranstaltung“ im Caro

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Einkaufszentrum Caro (Carolinenhof) bei den verkaufsoffenen Sonntagen in Aurich 2024 nicht dabei ist. Darüber hatte es in diesem Jahr Unstimmigkeiten gegeben. Am verkaufsoffenen Sonntag zum Geranienmarkt am 7. Mai beteiligte sich der Caro. Verdi duldete das, weil es geheißen hatte, der Geranienmarkt werde auf das Center ausgedehnt. Rückblickend hatte die Gewerkschaft das Angebot im Caro jedoch als „Alibi-Veranstaltung“ eingestuft. „Es gab zwei Blumenbuden und einen Flohmarkt“, sagte Gewerkschaftssekretär Belger seinerzeit. Das reiche nicht, um eine Sonntagsöffnung zu rechtfertigen. „Beim nächsten Mal wird es von uns eine Abfuhr geben.“ Heißt: Die Gewerkschaft würde dann bei der Stadt rechtliche Bedenken gegen die Genehmigung der Sonntagsöffnung anmelden.

Im Caro bleiben die Geschäfte sonntags zu. Foto: Archiv/Ortgies
Im Caro bleiben die Geschäfte sonntags zu. Foto: Archiv/Ortgies

Dazu kam es dann beim Heidemarkt im Oktober gar nicht erst, weil der Caro den verkaufsoffenen Sonntag von sich aus absagte. Bei dieser Linie wird das Center allem Anschein nach auch im neuen Jahr bleiben. „Aktuell ist vom Caro aus nichts geplant, um an verkaufsoffenen Sonntagen 2024 teilzunehmen“, teilt Pressesprecherin Katrin de Buhr auf Anfrage mit. Der KV findet das bedauerlich. KV-Chef Hippen wird nicht müde zu betonen, dass der Caro für ihn zur Innenstadt gehört. Das Einkaufszentrum sei seinerzeit gebaut worden, um die Innenstadt zu stärken. „Wir sehen die Innenstadt als Gesamtkonstrukt.“

Ähnliche Artikel