Neuer Trainer bei der SpVg Aurich  Die schwierige Mission des Rückkehrers

| | 19.12.2023 12:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Claudio Casto ist überzeugt, mit Aurich den Klassenverbleib zu schaffen. Foto: Bernd Wolfenberg
Claudio Casto ist überzeugt, mit Aurich den Klassenverbleib zu schaffen. Foto: Bernd Wolfenberg
Artikel teilen:

Claudio Casto übernimmt zum zweiten Mal das Traineramt bei der Sportvereinigung Aurich. Wie er mit den Aurichern den Klassenverbleib schaffen will.

Aurich – Viele Menschen aus seinem Umfeld wollten es genau wissen und reagierten manchmal auch mit ungläubigem Staunen. „Warum machst du das“? Diese Frage musste Claudio Casto häufiger beantworten. Der 33-Jährige wird im Januar das Traineramt bei der Sportvereinigung Aurich übernehmen und hat eine klare Antwort parat. „Ich habe richtig Bock und habe schon zu meiner Zeit bei Kickers Emden immer mit einem Auge nach Aurich geschaut. Ich kann kaum erwarten, dass es losgeht“, sagt Casto.

Der Gastronom, der drei Restaurants betreibt, kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Der gebürtige Auricher spielte im Jugend- und Herrenbereich für die Sportvereinigung und trainierte die Mannschaft in der Saison 2019/2020 für drei Monate. In den vergangenen Jahren trainierte Casto die A-Jugend von Kickers Emden, und eigentlich wollte der zweifache Familienvater eine kreative Pause einlegen – bis die Anfrage aus Aurich kam. „Da musste ich dann nicht lange überlegen“, sagt der 33-Jährige.

Schleudersitz am Ellernfeld

Casto wird auf einem Schleudersitz Platz nehmen. Viele Trainer haben in den vergangenen Jahren vergeblich versucht, die schlingernde Sportvereinigung zu stabilisieren. Casto selbst übernahm damals die Nachfolge von Yasin Turan. Auf Casto folgte im Januar 2020 Rudi Zedi, danach gaben sich die Trainer die Klinke in die Hand. Wilfrid Böhling kam im Sommer 2021, dann die Interimstrainer Frank Korte und Stefan Wilts. In dieser Spielzeit wurde es dann wild am Ellernfeld. Trainer Uwe Groothuis musste bereits nach zwei Saisonspielen gehen, sein Nachfolger Uwe Fischer stabilisierte die Mannschaft zunächst. Nach einer Pleiten-Serie musste auch er im September gehen. Nun ist Casto nach einem kurzen Intermezzo mit Stefan Wilts bereits der vierte Trainer in dieser Spielzeit.

Die Konsequenz der ständigen Wechsel auf der Trainerbank: Zweimal schaffte die SpVg Aurich den Klassenverbleib in der Bezirksliga erst im letzten Saisonspiel, die Mannschaft ist mittlerweile ein zusammengewürfelter Haufen, der in dieser Spielzeit wieder am Abgrund steht. Aurich überwintert mit nur zehn Punkten aus 16 Spielen auf dem Relegationsplatz und hat schon mehr Spiele gemacht als die Konkurrenz. Casto weiß, dass die Mission schwierig wird. Doch der 33-Jährige wird wohl keine Anpassungsschwierigkeiten haben. Denn: Acht der Spieler hat Casto bereits in Emden trainiert. Als durchsickerte, dass Casto zum zweiten Mal in Aurich anheuern wird, stand das Telefon nicht mehr still. „Einige haben sich gleich gemeldet und gesagt, dass sie sich freuen. Das war wie ein altes Klassentreffen“, erzählt Casto.

Casto will Euphorie entfachen

Der alte und neue Trainer will frischen Wind durch das Ellernfeld pusten, so sollen auch die Köpfe der Spieler wieder frei werden. Casto will viel im mentalen Bereich arbeiten und erfrischenden Fußball spielen lassen. Am 22. Januar steigt Casto ein mit dem ersten Training. Seine Spieler müssen bereits ab dem 2. Januar ran. „Sie erhalten Trainingspläne, wir müssen schließlich mehr tun als die anderen“, sagt der Auricher Trainer. Beim Aurich-Cup werden die Co-Trainer Steven Liesegang und Milad Faqiryar die Mannschaft betreuen. Sie werden Casto auch in der Bezirksliga-Rückrunde unterstützen.

Bei Kickers Emden hatte Casto manches Mal mitgeholfen einen Transfer für die Herrenmannschaft zu realisieren. Für die SpVg will er nun auch seine Kontakte spielen lassen. „Es ist aber in der Winterpause unheimlich schwer, Spieler zu bekommen“, sagt Casto. Doch er hat bereits viele Gespräche geführt, und einige Transfers sollen kurz vor dem Abschluss stehen. Nach ON-Informationen stehen durchaus Kracher auf der Wunschliste der Auricher. „Der Kader ist auch jetzt schon gut. Ich bin überzeugt davon, dass wir es schaffen können. Ich will hier eine Euphorie entfachen“, sagt Casto.

Ähnliche Artikel