Hannover  Niedersachsen-Monitor: Zahl der Pflegebedürftigen steigt rasant

epd User, Lorena Dreusicke
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Von epd User, Lorena Dreusicke
| 09.12.2023 12:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Viele Pflegebedürftige werden zu Hause betreut. In Niedersachsen werden es Jahr für Jahr mehr. Foto: IMAGO images/Zoonar II
Viele Pflegebedürftige werden zu Hause betreut. In Niedersachsen werden es Jahr für Jahr mehr. Foto: IMAGO images/Zoonar II
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Deutschland überaltert. In Niedersachsen ist die Entwicklung besonders spürbar. Innerhalb von zwei Jahren stieg die Zahl der Pflegebedürftigen um fast ein Fünftel.

Nach dem Bekanntwerden neuer statistischer Zahlen zur Pflege in Niedersachsen fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband in Niedersachsen bessere Rahmenbedingungen für eine gute und bezahlbare Pflege. Nötig sei ein Systemwechsel zu einer Pflegevollsicherung wie in der Gesundheitsversorgung, sagte die Vorsitzende Kerstin Tack am Freitag in Hannover. Bislang wird von der Pflegeversicherung nur ein abgestufter Sockelbetrag erstattet.

Nach dem am Freitag in Hannover vorgestellten Niedersachsen-Monitor 2023 waren im Jahr 2021 landesweit rund 542.900 Menschen pflegebedürftig. Das entspricht knapp sieben Prozent der Bevölkerung. Im Vergleich zur Erhebung davor gab es einen Anstieg um 19 Prozent, also um fast ein Fünftel. 2019 waren noch 456.000 Pflegebedürftige gezählt worden. „Die rasante Entwicklung dieser Zahlen wird sich weiter fortsetzen“, sagte Tack.

Nach dem Saarland (7,2 Prozent) verzeichnete Niedersachsen (6,8 Prozent) damit die zweithöchste Pflegequote unter den westdeutschen Ländern. In den ostdeutschen Ländern ist die Quote etwas höher, was mit der demografischen Verteilung zu tun hat. Bayern hat mit 4,4 Prozent die niedrigste Quote.

Neben einer solidarischen, gerechten und zukunftsfesten Finanzierung der Pflege seien bessere Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal nötig, betonte die Verbandsvorsitzende. Zudem müssten die Förder- und Unterstützungsleistungen für pflegende Angehörige verbessert werden.

Nach dem Niedersachsen-Monitor wurde der mit 51,4 Prozent größte Teil der Pflegebedürftigen zu Hause von Angehörigen versorgt. Etwa ein Fünftel (20,4 Prozent) lebte mit Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes in den eigenen vier Wänden. 17,3 Prozent wurden in vollstationären Pflegeeinrichtungen betreut und versorgt.

In der zweijährlichen Erhebung der Pflegestatistik bezieht das Statistikamt nur die Menschen ein, die entweder Pflegegeld erhalten oder die von einem Pflegedienst ambulant oder in einem Pflegeheim stationär versorgt werden und Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten.

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