Angeklagte bestreiten Tat  Verfolgt und zugestochen? Messerattacke in Wiesmoor vor Gericht

Christiane Norda
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Von Christiane Norda
| 08.12.2023 09:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Verhandelt wird vor dem Amtsgericht in Aurich. Foto: Romuald Banik
Verhandelt wird vor dem Amtsgericht in Aurich. Foto: Romuald Banik
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Zwei Wiesmoorer sollen nach einem Streit in einem Restaurant zwei Männer verfolgt und einen mit einem Messer verletzt haben. Sie bestreiten die Tat. Was war passiert?

Aurich - Vor dem Amtsgericht in Aurich müssen sich seit Donnerstag ein 49 und ein 35 Jahre alter Mann aus Wiesmoor wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Laut Staatsanwaltschaft sollen sie in Wiesmoor im Mai 2022 nach einem Streit zwei Männer verfolgt und mit einem Messer attackiert haben. Dabei hätten sie einen von ihnen schwer verletzt.

Zu dem Vorfall war es spät abends in der Nähe eines Restaurants gekommen, in dem die Angeklagten arbeiten. Beide bestreiten den Angriff auf die Männer, bestätigten jedoch, mit ihnen gestritten zu haben. Man sei im Begriff gewesen, das Restaurant zu schließen, letzte Gäste seien gegangen und man habe aufgeräumt, als die Männer noch hätten etwas trinken wollen, berichtete der 47-Jährige. Sie seien aggressiv aufgetreten, hätten angetrunken geschrien. Weil man ihnen mit Hinweis auf den Geschäftsschluss den Einlass verwehrt hatte, hätten die Männer sie beschimpft und beleidigt, es sei zu einer Schubserei gekommen. Als Mitarbeiter aus der Küche hinzugekommen seien, seien die Männer gegangen. Draußen hätten sie mit Terrassenstühlen geworfen. Man habe sich von den Männern bedroht gefühlt und die Polizei gerufen. Keiner von ihnen hätte sie mit einem Messer verfolgt. Wie es zu der Stichverletzung gekommen war, konnten sie nicht erklären. Mehrere Mitarbeiter bestätigten die Angaben der Angeklagten.

Altenpfleger versorgte Beinwunde

Ein Altenpfleger, der aufgrund eines Notfalls zu später Stunde unterwegs gewesen war, hatte den Mann mit einer Wunde am Bein auf der Straße liegend gefunden und ihn fachgerecht versorgt. Der Verletzte habe angegeben, er käme aus einem Restaurant, wo es Streit gegeben habe, auf dem Heimweg sei er von hinten angegriffen worden, berichtete der Zeuge.

Eine Taxifahrerin hatte zuvor eine Verfolgungsjagd beobachtet. Ein Mann sei ihr beinahe vors Auto gesprungen, berichtete sie. Er sei von drei Männern verfolgt worden, von denen einer einen roten Pullover getragen habe. Alle seien etwa gleich groß gewesen. Sie habe ihre Kundin nach Hause gefahren und auf ihrem Rückweg den Mann mit einer Verletzung am Bein auf der Straße liegend wiedergesehen.

Probleme mit Ladung

Der Verteidiger des 47-Jährigen erklärte, sein Mandant sei allein schon aus gesundheitlichen Gründen gar nicht in der Lage, jemandem hinterherzulaufen. Nach einer Operation habe er starke Probleme beim Atmen. Auch verwies er auf die deutlich unterschiedliche Größe der Angeklagten sowie auf die einheitlich graue Arbeitskleidung der Mitarbeiter des Restaurants.

Aufgrund von Problemen bei der Ladung waren die beiden Angegriffenen zur Verhandlung nicht erschienen. Als einzige Belastungszeugen sind sie für die Aufklärung des Vorfalls jedoch unverzichtbar. Die Verhandlung wird am Montag, 18. Dezember, fortgesetzt.

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